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WATERKANT X-MAS BASH, Fr. 4. Dezember 2015, Sporthalle Hamburg

X_Bash_00WATERKANT X-MAS BASH 2015
Fr. 4. Dezember 2015, Sporthalle Hamburg

 

ARMORED SAINT um 17:30 Uhr in Hamburg auf'n Freitag… Mannomann, mit dem oder der Verantwortliche(n) für die Running Order des Waterkant X-Mas Bashs sollte man mal ein ernsthaftes Wörtchen reden. Also, die A7 runtergeheizt, an all den Baustellen vorbei, bis zum wöchentlichen Feierabendstau vor der Ausfahrt HH-Schnelsen. Mit Hektik und Stress waren wir dann auch fast pünktlich während des ersten Songs am Bühnenrand. Nach dem aktuellen Titeltrack "Win Hands Down" feuerten John Bush und seine bewaffneten Heiligen den "March Of the Saint" aus dem Jahr 1984 gleich hinterher. Ohnehin fiel die Setlist ausgesprochen Klassiker-lastig aus. "Long Before I Die", "Stricken by Fate" und "Raising Fear" durften ebenso wenig fehlen wie "Symbol of Salvation" und der 1991er-Knaller "Reign of Fire".


X_2015-01 X_2015-02 Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Power ARMORED SAINT live auftreten. Drummer Gonzo haute rein wie ein Schmied, dass es nur so groovte. Sänger John Bush und Bassist Joey Vera legten eine gewaltige Bewegungsfreude an den Tag. Vokalakrobat John erklomm die hinteren Boxen in bester Bruce Dickinson-Manier. Aber auch das Gitarren-Duo Phil Sandoval und Jeff Duncan ließ es krachen. Die Hamburger Sporthalle war zu diesem Zeitpunkt etwa zu einem Drittel bis maximal halb voll. Doch die Anwesenden applaudierten, hoben die Fäuste und Pommesgabeln und sangen mit. Welch ein gelungener Auftakt für das Festival. Am Ende des Auftritts stand noch die Frage "Can You Deliver" im Raum. Abgeliefert hatten ARMORED SAINT auf alle Fälle, und das amtlich!


X_2015-03 X_2015-04 Nach kurzer Umbaupause ging es mit straffem Zeitplan weiter. EQUILIBRIUM brachten mit ihren fröhlichen Keyboardmelodien aus der Konservenbüchse die Menge zum Mitgrölen. Die Bayern vereinen Bierzelt, Folk und Metal in einer Art und Weise, mit der ich leider nichts anfangen kann. Den Fans gefiel's jedenfalls. Die Hälfte des Sets bestand aus den Songs vom letztjährigen Longplayer "Erdentempel" in derselben Reihenfolge wie auf der CD. Im Anschluss folgten fünf weitere Stücke aus vergangenen Jahren: "Der Ewige Sieg", "Met", "Himmelsrand", "Blut im Auge" und "Unbesiegt". Was ich nicht ganz verstanden habe, ist die Sache mit den Porree-Stangen, die im Publikum hochgehalten und geschwungen wurde. Vielleicht klärt mich da mal jemand bei Gelegenheit auf. Auch bei der Wall Of Death der Marke Wacken, zu der Sänger Robse aufforderte, machten die Fans begeistert mit, dass der Lauch nur so umherflog. Band und Zuschauer hatten jedenfalls ihren Spaß.


X_2015-05 X_2015-06Nicht weniger schwer tue ich mich bei BEYOND THE BLACK. Frontfrau Jennifer Haben singt definitiv besser als Sharon den Adel von WITHIN TEMPTATION und um Klassen besser als das was Amy Lee von EVANESCENCE live von sich gibt. Die nervige TARJA lassen wir mal außen vor, denn bei deren Gesang sträuben sich mir die Nackenhaare sowieso. BEYOND THE BLACK sind ein Massenphänomen der Kategorie SANTIANO und UNHEILIG. Dass die Jungs und das Mädel mit den SCORPIONS auf Tour gehen werden, sei ihnen deshalb gegönnt. Besonders freuen wir uns immer, wenn uns Schlagzeuger Tobi Derer über den Weg läuft. Seit der UMC-Tour im Vorprogramm von KISSIN' DYNAMITE haben wir den Böbinger Jung' ins Herz geschlossen. Pluspunkte hat er auch für das "Ace Of Spades"-Intro vor "Love Me Forever" gemacht, auch wenn es nur ein Gag für die MOTÖRHEAD-Coverversion sein sollte. Den anderen Song hätten wir lieber gehört. Von ihrem Debut-Album "Songs of Love and Death" spielten BEYOND THE BLACK insgesamt acht Stücke.


X_2015-07 X_2015-08 Eine Hammershow (welch Wortspiel!) lieferten HAMMERFALL ab. Oscar, Joacim, Frederik, Pontus und David zeigten in der Tat, wo der Hammer hängt bzw. fällt. Insbesondere Gitarrist Pontus Norgren bewies, dass er bei HAMMERFALL an der Sologitarre definitiv besser aufgehoben ist als bei seiner früheren Combo THE POODLES. Was für ein Brett! Los ging's mit "Hector's Hymn" vom letztjährigen Langeisen "(R)Evolution", dem ein Mix aus dem Besten aus der Vergangenheit folgte. Spätestens bei "Heeding the Call" und "Let the Hammer Fall" sang auch der Letzte im Saal mit. Das "400 Meter Medley" präsentierte einen Pontus Norgren an der Gitarre, der in seiner Ungestümheit und Auftreten sehr an seinen Landsmann Yngwie Malmsteen erinnerte.


X_2015-09 Mindestens genauso wild haute Drummer David Wallin dazu in die Felle. Ein Kraftwerk von einem Schlagzeuger, kann man da nur sagen. Nach "Last Man Standing" und "HammerFall" verließen die Schweden die Bühne, um kurz darauf mit den Songs "Bushido" und dem Smash-Hit "Hearts on Fire" zurückzukehren. Vom Band erklang schließlich noch "Dreams Come True", das die Umbaupause vor dem Hauptact einläutete.


X_2015-10 X_2015-11 X_2015-12Wer hat's erfunden? ACCEPT waren mit Sicherheit eine der großen Inspirationen für HAMMERFALL. Die Gitarrenarbeit und das Auftreten der 80er-Jahre-Ikonen wies jedenfalls deutliche Parallelen zu dem der zuvor gesehenen Metal-Nachfolge-Generation auf. Schon der Opener "Stampede" vom 2014er-Album "Blind Rage" walzte alles nieder. Und ACCEPT schossen "Stalingrad" und "Hellfire" gleich hinterher. Das Dreigestirn bestehend aus Gitarrist Wolf Hoffmann, Bassist Peter Baltes und Sänger Mark Tornillo machte an vorderster Front gewaltig Dampf. Klassiker wie "London Leatherboys", "Midnight Mover" und "Starlight" wechselten sich mit Songs neueren Datums ab. Obligatorisch mussten "Restless and Wild", "Princess of the Dawn" und eine ultraschnelle Version von "Fast as a Shark" kommen. Wobei manchem Klassiker das neue, brachiale Soundgewand nicht unbedingt gut steht. Irgendwann groovt es halt nicht mehr. Vielleicht wollten die ACCEPT-Jungs aber auch nur zeigen, dass mit Gitarrist Uwe Lulis und Drummer Christopher Williams neues Blut in die Band gekommen ist.

 

X_2015-13 X_2015-14 "Metal Heart", "Teutonic Terror", "Son of a Bitch" und "Balls to the Wall" läuteten schließlich den Feierabend ein. Trotz anfänglicher Hektik mal wieder ein Hamburg-Trip der sich gelohnt hat. Loben muss man die Organisatoren für Sauberkeit, reichlich Essens- und Getränkestände, Garderobe, sanitäre Anlagen, Einlass, sowie Licht und Ton. Drei Bands hätten zwar auch gereicht und die eine oder andere Stolperfalle im Saal hätte besser kenntlich gemacht werden können, aber ansonsten war alles tiptop. Nebenbei hatten wir auch wieder nette Gespräche mit Fans und Musikern. Hamburg rocks!

 

 

Bericht von DANU (dem Schattenmann)
Fotos von BIANCA (der Schattenfrau)




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