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Festival-Berichte

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Wacken Open Air - 04.-06.08.05 - Bericht
Wie jedes Jahr darf natürlich ein Festival, welches sich mittlerweile mit internationalem Kultstatus rühmen kann, in unserer Liste hier auf keinen Fall fehlen...WACKEN!

Nach anfänglichen Schwierigkeiten bezüglich unserer Reporter, denen es teilweise nicht möglich war, zu dieser Dinosaurierveranstaltung zu pilgern, mussten wir kurzfristig zwei Gastreporter einstellen, was den Kollegen am VIP-Check-In am Anfang mal gar nicht gefallen hat! An dieser Stelle noch mal Danke an das sehr professionelle Verhalten des Wacken-Teams.


Wenn ich eines als Festivalgänger gelernt hab, dann dass ich zukünftig nur noch per WoMo oder Wohnwagen Festivals von diesen Ausmaßen besuchen werde, denn pro Festival ein neues Zelt, weil das alte irgendwo durch die Gegend fliegt, wird auf die Dauer einfach zu teuer...
So - dieses Mal Schneckenhäuschen an die Anhängerkupplung, die Rückseite mit den bekannten W:O:A Buchstaben versehen, und los ging's.
Schon auf der Autobahn Mittwochnacht erlebt man da sein blaues Wunder, denn man könnte fast meinen, die Welt bestünde zu 50% aus Metal-Fans, was Hupkonzerte, Lichthupen und aus dem Fenster gestreckte Pommesgabeln bewiesen - einfach Kult.

Donnerstag:
Warten bis der Check In-Container aufmacht, Tickets holen und nix wie rein auf den heiligen Boden!
Wohnwagen platzieren, Vorzelt aufstellen, und das erste Bier aufreißen!!!
WACKEN WIR SIND DA!
Das einzige Problem an der Geschichte ist nur, dass es immer erst ab 16°°h möglich ist, das Festivalgelände zu betreten...tja was machen?
Erst mal den VIP Campingplatz verlassen und durch den "Normalen" Campingplatz schlendern und schauen, wer sich so alles herumtreibt.
Und an dieser Stelle werde ich bewegt, nächstes Jahr zum ersten Mal eine Wacken Campingplatz Reportage zu machen - hundert pro!!!
Unglaublich was sich dort alles so abgespielt hat… RESPECT!!!!

Der Campingplatz:
Es ist schon beeindruckend, welche Strapazen manche Fans auf sich nehmen. Darum mal eine kleine Bitte an die Veranstalter...Bitte spart nicht mit Toiletten!!! Denn das erste, was ich zu sehen bekam, war ein weiblicher Metal-Fan, der sich am Wegesrand hinter einen Regenschirm setzte, und erst mal ganz gemütlich einen abdrückte… Hieeeeelfeeeee!!! Umringt von männlichen Fans, die wirklich jedes Sträuchchen und Büschchen nutzten, um ihre Notdurft zu verrichten, was zur Folge hatte, dass es am Donnerstag überall nach Sch..... und Pisse roch!
Trotzdem störte diese kleine Unannehmlichkeit niemand und die Campingplatz-Bewohner feierten wirklich auf Teufel komm raus, richtig Metal eben!!!
Ob es Zelte waren, die liebevoll mit Bierflaschen-Mauern umzäunt wurden, Flaggen (Blindenflaggen) gehisst wurden oder halbe Open Airs schon auf dem Campingplatz abgehalten wurden, der Aufwand der hier von Fans betrieben wird, ist absolut einzigartig!
Das absolute Highlight allerdings waren eine handvoll Metalheads, die doch tatsächlich einen Wohnwagen mit einer Holzveranda und einem erhobenen Balkon verzierten, das ganze noch mit einem Gartenzaun und Geranien versehen haben und ihr "Grundstück" innen mit Särgen und Gräbern dekorierten. Der Hammer war aber die Gartentüre der Kollegen, die aus einer schweren Holztüre bestand und mit einer elektrischen Klingel versehen wurde, und bei deren Betätigung eine Flex über der Tür in Bewegung gesetzt wurde...Hammer!
Auch die Post kam nicht zu kurz; so wurde mir berichtet, dass sich einer der Campingplatz C-Bewohner selbst eine Postkarte von zuhause an das "Wacken Festival Campinggrond C" (an der Blindenflagge) geschickt hatte, die doch tatsächlich zugestellt wurde - unglaublich - hier rockt es wirklich!

Mittlerweile war es 16°°h durch, ein paar Bier später und langsam wurde es Zeit, den Massen ins Festivalgelände zu folgen, ein Anblick der mir immer wieder eine Gänsehaut über den Rücken jagt: Zehntausende gut gelaunte Metalheads!
Jetzt wurde es Zeit mal den Backstage-Bereich zu checken und erst mal in aller Ruhe ein kühles Bierchen bei Sönke zu kippen, der wie jedes Jahr wieder genial gelaunt hinter seinem Bierstand hervorschielte. (An dieser Stelle einen fetten Gruß!)
Endlich begannen die ersten Bands die Bühnen zu besteigen, also nix wie rein und Mucke reinziehen!
Den Opener mussten in diesem Jahr Tristania geben, auf die ich persönlich sehr gespannt war, denn als ich sie als Support der vergangenen Nighwish_Tour mit einem beschissenen Sound erleben durfte, war ich natürlich dementsprechend gespannt, was dieses Mal abgeliefert wird und wieder wurde meiner Meinung nach Tristania vom Publikum nur zaghaft angenommen - na ja, die Tonlagen von Vibeke Sten sind halt auch nicht Jedermanns Sache!
Umso geiler war es, als die Mannen des Dooms - Candlemass mit Messiah - die Bühnenbretter bestiegen und wirklich keine Wünsche offen ließen!
Von Oomph war ich überrascht. So muss ich zugeben, dass ich mich mit diesen Jungs noch nie richtig beschäftigt habe, da ich sie immer irgendwie in die Popecke gedrückt habe, aber manche der deutschsprachigen Songs in Hardcore und Metal gepackt kamen richt fett rüber und wurden vom Publikum sehr gut abgefeiert!
Etwas später als geplant betraten dann Nightwish die Bühne und spätestens jetzt begann die Menge zu toben und wurde Nullkommanix von der Ausstrahlung von Tarja gepackt! Schade daran war nur der komische Sound, den der Wind immer wieder weggetragen hat, was das Publikum aber nicht weiter störte und Nightwish somit gigantisch abgefeiert wurde und den Donnerstagabend für mich perfekt abrundete.



Freitag:
Aufgewacht mit dickem Schädel und den Nachwehen von Caipirinha und dem Biergenuss mit ein paar Kollegen wurde erst mal ordentlich mit Kaffee getuned - vielen Dank an die Mädels, die den Kaffee ausschenkten und einem eine Höllenmischung kredenzten, die einen innerhalb von Sekunden wieder zurück ins Leben katapultierte!
Jetzt war es an der Zeit, das Gelände zu checken und mal ein paar Eindrücke vom Metal-Karaoke zu sammeln, wo sich die Metalheads in bester Stimmung befanden und sich durch die teilweise vorhangartigen, heftigen Regenschauer nicht beirren ließen!
Mein persönlicher Höhepunkt des Metalkaraokes war allerdings, als der "König von Wacken" gefolgt von seinen Schergen die Bretter betrat - eingehüllt in einen Mantel aus Müllsäcken, ein knochenähnliches Ding als Zepter und einer Sixpackkrone - und anmutig und sternhagelvoll "Higway to Hell" ins Mikro lallte…ich schmeiß mich jetzt noch weg!

Wieder vorne an der Blackstage angekommen, sprang mir Bloodbath förmlich ins Gesicht. Blutverschmiert wurde hier eine Show vom Feinsten geboten. Metal Church sprengten dann alle Erwartungen und man merkte, dass die Fans die vor kurzem (leider ohne David Wayne R.I.P.) wiedervereinigte Band trotz des beschissenen Wetters höllisch abfeierte.
Kein Wunder - hier wurde einem wirklich ein Klassiker nach dem anderen wie "Start The Fire" und "Watch The Children Pray" um die Metalohren gehauen, was die Fans teilweise an den Rande der Erschöpfung gehen ließ.
Zu Within Temptation muss ich gestehen, dass ich mir die Band mit Frontfrau Sharon den Adel eigentlich lieber ansehe als anhöre… und wunderbar anzusehen war das Ganze auch: Geile Bühne,... na ja Sharon auch ;-)
Die goldene Pommesgabel wurde von mir an diesem Tage an Machine Head vergeben; der gute Robb Flynn versteht es doch immer wieder, seiner Fangemeinde das Letzte abzuverlangen. Es war ein absoluter Genuss zu sehen, wie die Ami-Band von ihren Fans abgefeiert wurde und zur völligen Begeisterung hauptsächlich Songs vom Hammeralbum "Burn my Eyes" zu hören waren - einfach geil!!!
Als dann in feinster Wacken-Manier noch ein metallisches "Death" Prost an die Menge kam, wurde auch der letzte am Tresen versumpfende Metalfan davon überzeugt, spätestens jetzt seine Nackenmuskeln spielen zu lassen… und als die Mannen ihr Coverprogramm auspackten, war es um Wacken geschehen! Hier fällt mir nur eins dazu ein...Hammer, Hammer, Hammer!!!!
Surprise, Surprise - die Ehre der diesjährigen Festival-Surprise-Act-Flut traf in Wacken Stratovarius, die mit ihrem Kurzauftritt das Publikum nur wenig beeindrucken konnten. Pompös mit Pyros aufgeblasen hielt sich die Begeisterung vom Publikum dennoch leider in Grenzen. Schade, ich hätte eigentlich mehr erwartet.
Anders dagegen Apocalyptica: Gänzehautstimmung von Anfang an, immer wieder klasse zu beobachten, welch düstere und kalte Atmosphäre die Männer mit ihrer Bühnenshow vermitteln! "Bittersweet" und das mit Die Happy Frontfrau Marta performte "Wie Weit" waren meine persönlichen Glanzstücke der Finnen.
In der zweiten Hälfte wurde dann auf die bewährten Metallica-Covers gesetzt, die mich ehrlich gesagt langsam etwas nerven, aber von der Wacken-Crowd bei jeder einzelnen Silbe mitgesungen wurden! Geiler Gig, geile Stimmung!


Samstag:
Standardspruch Wacken: Aufgewacht mit dickem Schädel... (siehe Freitagmorgen ;-)
So langsam schlägt einem der ewige Regen und der wackener Torfmatsch aufs Gemüt, ganz im Gegenteil zur Wacken-Fangemeinde, die teilweise freudestrahlend von Matschloch zu Matschloch hopsten, sich Torf-Corpspaint ins Gesicht schmierten oder sich Hosenträger mit der pappigen Masse an den Körper sudelten, ein Bild für Götter J

Overkill - da soll mich doch der Blitz beim Sch... treffen! Oder besser nicht, denn die Stimme von Front-Sau Bobby würde mit ziemlicher Sicherheit jedes Dixi in seine Einzelteile zerlegen! Mann, ist der Typ fit - ein drahtiges, durchtrainiertes Energiebündel, das jeden Metal-Fan mitreißen muss! Hier war ich auf einen Schlag wieder sechzehn und konnte mich nicht mehr halten… zu dem Bühnengeschehen kann ich leider nicht viel sagen, da ich meinen Kopf die meiste Zeit unten hatte und mir meine eigenen Haare die Sicht versperrten, aber einfach nur geil! Ein Hit jagte den anderen und tight wie ein Uhrwerk schmetterten die Jungs alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellte - von Müdigkeit keine Spur - im Gegenteil! Einfach gigantisch!

Heiliger Moses, hat man die Augen verschlossen würde wohl ein Metal-Fremdling nie auf die Idee kommen, dass es sich bei Holy Moses am Frontmikro um eine Frau handeln könnte! Unglaublich, die brachiale Stimme von Frontfrau Sabine Classen, die einen regelrecht an die Bühne fesselt und dem ein oder anderen Metal-Einsteiger ein verwundertes Kopfschütteln abverlangt. Mit Klassikern wie "Live Destroyer" und "New Machine of Lichtenstein" wurde die eingeschworene Fangemeinde von Holy Moses begeistert. Der Höhepunkt des Gigs war allerdings das Duett mit Herrn Agelripper: Zwei Urgesteine deutscher Metalgeschichte zusammen, Gänsehaut! Zu guter Letzt - das berührte Dankeschön von Frau Classen - kann ich nur zurückgeben: Dankeschön Frau Classen für den gelungenen Auftritt, hoch die Tassen!!!

Nach diesem gelungenen Gig war es so langsam an der Zeit, sich mal wieder mit zwei, drei Bierchen zu stärken. Backstage angekommen, kursierten Gerüchte über eine angebliche Sturmwarnung, die in Wacken eingegangen sei und wer Balingen dieses Jahr erlebt hat weiß, was dies bedeutet! Die nächsten Stunden wurden also damit verbracht, die paar Habseligkeiten, die wir dabei hatten, im Wohnwagen zu verstauen, Vorzelte abzubauen und den ganzen Firlefanz zu verstauen, was mich tierisch nervte, da ich unbedingt Marduk sehen wollte,... es war mir leider nicht vergönnt :-)
Zumindest konnte man bei Hammerfall wieder am Start sein, obwohl ich mich schon etwas über die Bühnen-Deko wunderte… wird hier der Watzmann aufgeführt? Nicht desto Trotz verspricht Hammerfall immer wieder eine geile Bühnenperformance. Mit mächtigen Effekten und Pyrotechnik gepaart mit den gewohnten Hammerfall-Krachern wie "Blood Bound", "Renegade" usw. wurde hier das Publikum begeistert. Obwohl der Sound der Schweden irgendwie verschwommen klang, wurde hier geposed bis zum Abwinken und grandios gerockt!
So langsam wurde es dann ungemütlich und die Nässe in den Klamotten ging so langsam ins Schütteln über - hier wäre Glühwein die Erlösung gewesen - also ging es zum Einheizen zu Kreator. Als Front-Sau Mille aus den Nebelschwaden hervor trat, um das Wacken-Publikum zu begrüßen, machte sich die Begeisterung spürbar bis in die letzte Reihe breit. Zurecht, denn von jetzt an gab es kein Halten mehr und die Fans bekamen ein Programm um die Ohren gehauen, dass es kaum Zeit zum Lufthohlen gab! Mit Hits wie "Pleasure to Kill" oder "Phobia" wurde den Metalheads wirklich alles abverlangt und die Gedanken an das nasskalte Sauwetter waren wie weggeblasen! Immer wieder geil zu sehen, wie es Jungs aus dem Ruhrpott verstehen, ihr Publikum zu begeistern… genial!

Jetzt ging es zum letzten Aufheizen: Accept war angesagt! An diesem Abend haben sich Accept entgültig ihren Platz in der "Hall of Fame" in Wacken verdient. Hier wurde wirklich ein Klassiker nach dem anderen von den absoluten Stage-Profis abgegeben und mit einer fast unglaublichen Energie ins Publikum geschossen. Ein Mitgröhl-Hit nach dem anderen - "Mealheart", "I'm a Rebell" uvm. - versetzen die eingefleischten Accept-Fans in Ekstase und rundeten ein gelungenes W:A:O mit "Balls to the Wall" für mich perfekt ab, einfach gigantisch!

Schlussgebet:
Wacken, eins meiner Festival-Highlights, hat sich wieder viel zu schnell verabschiedet. Ein Wahnsinns-Lob an die Veranstalter und die ganze Wacken-Crew: Ihr habt hier ein Festival aus dem Boden geschossen, das in Europa seinesgleichen sucht. Es ist deutlich spürbar, dass hier die Wünsche der Metalheads beim Veranstalter im Vordergrund stehen und hier nicht einfach skrupellos abgezockt wird! Hier wird kreativ daran gearbeitet, die Herzen der Metaller höher schlagen zu lassen und das mit großem Erfolg!
Von der Anreise bis zur Heimfahrt wird hier der Wacken-Spirit auch noch auf der Autobahn gefeiert und das mit Recht! W:O:A - wir kommen wieder! Einmal Wacken, immer Wacken!!!

Zu dem traurigen Unfall in Wacken, der einem 37-jährigen Metalfan das Leben kostete:
Auch von unsere Seite unser tiefstes Beileid und Mitgefühl an seine Familie!


Olli



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Kommentare

by jackko am 25.05.2005 - 14:04
:finger: :finger: :finger: :finger: :finger: :finger: :bang: :devil: :traurig: Cool alles cool

by Ramona am 11.01.2006 - 20:21
:bang: Wacken für immer!!!!
Ich war dieses Jahr das erste
und freue mich jetzt schon
auf die ganzen geilen bands,
COB, yeah!!!!!!!!!!!!!!!

by jackko am 19.01.2006 - 10:02
warum zuende i will mehr :cry: :bang: :respekt: :finger: :grin: :zwinker: :fg: :traurig: :devil: :evil: :irre: :cry: :sleep:

by g am 19.01.2006 - 10:02
:fg:

by jackko am 19.01.2006 - 10:03
warum zuende i will mehr :cry: :bang: :respekt: :finger: :grin: :zwinker: :fg: :traurig: :devil: :evil: :irre: :cry: :sleep:

by kirchenmusiker am 28.01.2006 - 13:09
Olli, du schreibst einfach geil!

by Holger am 31.01.2006 - 19:15
Gell? Von dem sollte viiiiel mehr kommen! Ich glaub, der hat sein Talent selber noch nicht entdeckt! :cry: