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THUNDERMOTHER + AARON HELLVIS Husum 20.05.2018 und Flensburg 24.05.2018

THUNDERMOTHERTHUNDERMOTHER + AARON HELLVIS Husum 20.05.2018 und Flensburg 24.05.2018

 

The THUNDERMOTHER strikes twice. Als ich vorab den Tourplan von Donnergott Thors schwedischen Müttern sah, dachte ich, die nehmen sich bei mindestens vier Auftritten im Norden innerhalb weniger Tage das eigene Publikum weg. Doch weit gefehlt. Booker Michael hat alles richtig gemacht und der Plan ging auf. Die Locations wurden so gewählt, dass drei komplett ausverkauft waren und die Tickets für eine Akustik-Show im Tattoo-Shop nur per Losverfahren gewonnen werden konnten.


THUNDERMOTHER Pfingstsonntag bei schönstem Wetter in Husum. Im Speicher ist die Hölle los und das Venue platzt fast aus allen Nähten. AARON HELLVIS legen mit ihrem modernen Rock’N’Roll-Sound, der stark an VOLBEAT erinnert, los. Bassist „Muscle Memphis“ kann aufgrund familiären Zuwachses nicht mit von der Partie sein. Für ihn springt kurzerhand Roman "Chad Smith" von CHOKE THE PALM TREE ein. Dort sitzt der Kerl an den Drums und erweist sich in Husum als regelrechtes Multitalent.


THUNDERMOTHERMit zwölf Songs ist die Setlist nicht gerade klein. Eine schöne bunte Mischung aus den bisherigen beiden Longplayern "Dancefloor on Fire", "Ballsqueezin' Boozesniffin' Motherfuckin' Rock 'N' Roll" und der aktuellen 5-Track EP "Down the River". Der Sound passt gut zu den Donnerladies und die Stimmung im Speicher geht steil nach oben, während der Sauerstoffgehalt in der Luft sinkt.

 

THUNDERMOTHER THUNDERMOTHER

"T. Freeze Tennessee" hat eine angenehme Stimme, die sich im Gegensatz zu der von VOLBEAT-Urgestein Michael Poulsen nicht ständig überschlägt. Die Musik ist ähnlich, mit Einflüssen aus den 1950er Jahren bis heute. Wenig Show, gute Mucke, aber das passt und macht Spaß.

 

Im Publikum sehe ich Wacken-Chef Thomas Jensen. Und meine Frau im nichtvorhandenen Fotograben gibt mir ein Zeichen, ihm eine Visitenkarte zu geben und auf den kommenden Bericht hinzuweisen. Okay, ich quäle mich durch die Menge. Als ich ihn anspreche, fragt die Frau an seiner Seite, ob ich aus Süddeutschland käme. Und wie Kollege Christof Leim zu sagen pflegt: "Metal ist ein Dorf!". Denn Frau Jensen stammt ursprünglich aus einem ca. 30 km entfernten Nachbarort unserer alten Heimat. Und als ob mein Erlebnis mit SKID ROW im Dönerladen vor ein paar Wochen nicht schon surreal genug gewesen wäre, holt mir Herr Jensen ein Bier. Da werden die Lebensziele geringer…

 

THUNDERMOTHER THUNDERMOTHER

Als das Donnergrollen vom Band läuft, entern Lemmy Kilmisters weibliche Re-Inkarnationen die Bühne. Und sogleich legen die Ladies mit "Whatever" vom aktuellen Album "Thundermother" los. Über die Hälfte der gespielten Songs besteht logischerweise aus den Hits der Scheibe des jetzigen Line-Ups. Dazu gesellen sich die Single "Hellevator" und die fast schon klassischen THUNDERMOTHER-Ohrwürmer wie "It’s Just A Tease" und "Shoot To Kill" aus früheren Tagen. Mutter Oberin Filippa Nässil lässt es sich nicht nehmen, spielt die Slide-Guitar mit einer Bierflasche und läuft gitarrespielend durch den engen Saal. Ein Stageacting sondergleichen und der Hingucker schlechthin.

 

THUNDERMOTHER

Mit den Zugaben "Fire In The Rain", dem Smash-Hit "Thunderous" und "We Fight For Rock’N’Roll" beenden Filippa, Guernica, Sara und Emlee das Set. Damit haben sich die Schwedinnen eine gewaltige Fanbase im Norden gesichert. Besonders cool ist natürlich, dass sie zur Mittagsstunde am selben Tag vor mehreren tausend Leuten auf dem ROCK HARD FESTIVAL in Gelsenkirchen auftraten. Hut ab vor diesen Powerpaketen. Östrogen rulez!

 

Vier Tage später, Flensburg Kühlhaus. Naja, "kühl" ist was anderes. Während sich in der Mitte und in der unteren Hälfte des Landes die Unwetter häufen, meint es Petrus nach jahrelanger Sonnenabstinenz ausnahmsweise gut mit dem Norden. Das Venue ist richtig geil. Wo sonst fast nur Alternative- und Punkbands spielen, ist der Laden hinter dem Bahnhof richtig gut ausgestattet und organisiert. Okay, ein Pressezugang wäre schön gewesen. Aber man kann sich auch "anstellen". Reihen wir uns also in die Menschenschlange ein. Irgendwann stehen wir dann vorne am Bühnenrand, bejubeln Roman am Bass und freuen uns auf den Auftritt von AARON HELLVIS. Diesmal ist die Setlist deutlich kürzer, aber nicht unbedingt anders. Drei Songs entfallen. Besonders hervorzuheben ist auch diesmal der Gesang, den die beiden Gitarristen teilweise unter sich aufteilen plus Backgrund. Ein rundes Ding, das wieder gut passt.

 

THUNDERMOTHER THUNDERMOTHER

Für THUNDERMOTHER ist es das letzte Konzert auf der Tour, was die frisch tätowierten Damen zu noch mehr Stageacting veranlasst. Filippa prostet ausnahmsweise ganz damenhaft mit einem Gläschen Sekt, das sie später dann doch gegen eine Flasche Flens tauscht. Am Ende soll noch Wodka mit der Crew folgen. Sara und Filippa posen was das Zeug hält und ich muss aufpassen, dass ich am vorderen Bühnenrand keinen Gitarrenhals ins Gesicht kriege.

 

Die Mütter gehen ab wie Raketen! Die Setlist entspricht der vom Sonntag und bei "Shoot To Kill" läuft Filippa wieder durchs Publikum. Die Anwesenden sind begeistert. THUNDERMOTHER haben musikalisch den richtigen Nerv getroffen und füllen zumindest einen Teil der Lücke, die Lemmys Tod hinterlassen hat. Rock’N’Roll vom Feinsten mit Attitüde und Unterhaltungswert. Geeignet für Zuhörer von 6 bis 96 Jahren. Da können selbst AIRBOURNE nicht mithalten.

 

THUNDERMOTHERVon den noch leicht unsicheren Musikerinnen vom METAL HAMMER PARADISE im November 2017 ist keine Spur mehr zu sehen oder zu hören. Die neue Besetzung rockt! Die Ladies machen einen klasse Job und ich freue mich schon jetzt auf den Auftritt auf dem BALTIC OPEN AIR im August. See ya!

 

 

 

Bericht von DANU (dem Schattenmann)
Pics by Bianca Wamsler

 

https://thundermother.com/
https://www.youtube.com/watch?v=RX2EKwoGA-M

 




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