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The Ranch Festival - Hechingen Diskothek WOM, 21.10. - 22.10.2016

Das Ranch Festival machte auch in diesem Jahr sein imaginäres Scheunentor ganz weit auf, um dem Publikum einen sehr interessanten Einblick in die Welt des Melodic – bis Power Metal zu gewähren.
Klanghafte Namen, wie z.B. BRAINSTORM, ALMANAC und MYSTIC PROPHECY zierten das Festivalposter und auch die Bands, die nicht ganz oben standen, gaben alles, um den Fans ein geniales Wochenende zu bereiten.
Und auch das Rahmenprogramm hatte es mit Tattoo Artists und diversen Händlern, wie z.B. Souls Of Rock aus der Schweiz, die u.a. mit ihren Klamotten nicht nur mich für sich gewinnen konnten in sich.

 

Den Einstand machten VANISH, die den ersten Tag gewaltig einläuteten.
Die Band hatte ich in der letzten Zeit schon einige Male live erleben dürfen und ich muss sagen, dass ich immer wieder beeindruckt von ihnen bin.
Starke Songs, gespielt von einer Band, die es versteht, gutes Material abzuliefern.
Trotz der frühen Stunde (wir sprechen hier von einem Konzertbeginn von 17:00 Uhr) fanden doch schon einige Interessierte den Weg ins WOM und feierten mit den Jungs gut ab.

 

Und das Level wurde gehalten, denn auch die im Anschluss daran aufgetretenen EMERALD SUN aus Griechenland fanden sofort Gehör und das Publikum honorierte nicht nur die weite Anreise der Band, sondern vor allem auch ihr echt starkes Material.
Ihre Alben „Metaldome“, „Regeneration“ und „Escape From Twilight“ sprechen diesbezüglich eine deutliche Sprache.
Eine sehr gute Wahl, diese Band ins Billing aufzunehmen, wie ich finde!

 

Auch die darauffolgende Band CROWN OF GLORY aus der Schweiz war nicht minder interessant, denn auch sie können mit wirklich amtlichen Veröffentlichungen aufwarten.
Allen voran ihr noch aktuelles Werk „King For A Day“, welches mich beim damaligen Erscheinen im Jahr 2014 mal richtig beeindruckt hatte.
Auch sie sorgten dafür, dass im Publikum keine Langeweile aufkam.
Guter Sound, gute Stimmung und eine bestens aufgelegte Band On Stage, was will man mehr.

 

Weiter ging es mit C.O.P. UK aus, wie man es wohl vom Namen her schon vermuten dürfte, aus Großbritannien.
Und bevor sich diejenigen, die nun hellhörig geworden sind fragen, woher sie nur diese Initialen kennen, ja es sind die ehemaligen CRIMES OF PASSION, die halt ihren Namen etwas verkürzten.
Zwar können die Jungs um CIRCLE 2 CIRCLE Keyboarder Henning Wanner erst auf ein Full-Length Album, sowie eine EP unter diesem Namen verweisen, doch das tut einem guten Gig ja schließlich keinen Abbruch, denn aus der Zeit, als man noch als CRIME OF PASSION auftrat, liegen ja auch noch zwei sehr gute Longplayer vor.
Also alles easy!!!
Auch sie hatten sehr schnell Oberwasser beim Publikum und taten auch alles dafür, dass ihr Bandname auch nach dem Gig noch in den Köpfen der Anwesenden haften blieb.
Ich muss schon sagen, dass die Vielfalt der Bands aus verschiedenen Ländern doch sehr viel für sich hatte.
So wurde auch der Auftritt von C.O.P. UK ein entscheidender Beitrag zum Gelingen des Ranch Festivals.

 

Langsam aber sicher ging es ans Eingemachte des Abends, denn mit MYSTIC PROPHECY war bereits der Special Guest des ersten Tages erreicht.
Die Band um Sänger R.D. Liapakis gab mal wieder richtig Gas und setzte Maßstäbe in Sachen Power Metal.
Mit ihrem aktuellen Album „War Brigade“, welches in der Setlist selbstverständlich berücksichtigt wurde, konnten sie erneut auf ganzer Linie überzeugen und auch dieser Abend war gespickt von Hits ihrer Laufbahn.
Das volle Programm wurde unter großem Jubel abgefeiert.
Ob das nun „Kill The Beast“, „Savage Souls“, „To Hell And Back“, „Evil Empire“, oder „Ravenlord“ waren, alles wurde vom Publikum geradezu aufgesogen und auch die Stücke von besagtem aktuellen Album „War Brigade“ (wir sprechen hier von „The Cruifix“, „War Panzer“, „Metal Brigade“ und „Burning Out“) kamen bestens an.
Und selbst das abschießende BLACK SABBATH Cover „Paranoid“ wirkte nicht deplatziert, obwohl ich bei Coverversionen immer etwas vorsichtig bin.
MYSTIC PROPHECY sind einfach immer eine sichere Bank, denn was die Band sowohl auf CD/LP, als auch live zu bieten haben, ist schon echt eine amtliche Hausnummer.
R.D.Liapakis (Vocals), Markus Pohl (Guitar), Laki Ragazas (Guitar), Joey Roxx (Bass) und Tristan Maiwurm (Drums) bilden eine wirkliche Einheit.
Das macht einfach Spaß, dabei zuzuschauen, wie sie jede Bude zum rocken bringen.
Immer wieder aufs Neue der (Kill) Hammer!

 

Den ersten Tag beenden, durften indes BRAINSTORM die ihren Posten als Headliner in vollen Zügen auskosteten.
Die Jungs wussten die gute Laune des Publikums zu nutzen und legten einmal mehr eine Setlist vor, die sich gewaschen hatte und wohl keinen Kracher der Band vermissen ließ.
Hier einfach mal die komplette Setlist, damit all diejenigen, die an diesem Abend nicht dabei waren, oder meinten, auf der heimischen Couch wäre es gemütlicher, sich mal gehörig in den Hintern beißen dürfen:
 
Nellie the Elephant (The Toy Dolls)
Falling Spiral Down
Worlds Are Comin' Through
The World to See
Firesoul
Forsake What I Believed
Highs Without Lows
We Are...
In the Blink of An Eye
Shiver
Shiva's Tears
Fire Walk With Me
How Do You Feel
Blind Suffering
All Those Words
Erased by the Dark
Under Lights

Na?!
Hab ich zu viel versprochen?!
Würdiger konnte man den ersten Tag des Ranch Festivals sicher nicht beenden, als mit solch einer Truppe, die es so derart gut versteht, die Massen bei Laune zu halten und dafür zu sorgen, dass sie in bester Erinnerung bleiben.

 

Den zweiten Tag des Ranch Festival eröffnen, durften mit SPITE FUEL eine  Band, die trotz des überschaubaren Zeitraums ihres Bestehens schon einiges hinnehmen mussten.
Von Besetzungswechseln, über eine Namensänderung (ehemals STRANGELET) hatten sie schon einiges auf ihrer Liste, was sie aber im Nachhinein als durchaus positiv und stärkend für sich abhaken konnten.
Nun sind sie auf alle Fälle voll motiviert und genau das brachten sie an diesem Tag auch rüber.
Mit energiegeladenem Material im Gepäck legten sie einen super Gig hin, auch wenn zu dieser frühen Tageszeit, die Anzahl des Publikums auch wieder überschaubar war (wie schon am Tag davor).
Die Jungs störte das aber nicht im Geringsten und gaben Vollgas, als würde es kein Morgen geben.
In naher Zukunft wird nach ihrer EP „Never Surrender“, dann auch das erste vollständige Album veröffentlicht werden, welches ich an dieser Stelle schon mal wärmstens empfehlen kann.
Wer die Chance hat, sie live zu erleben (falls er sie beim Ranch Festival verpasst haben sollte), sollte sie sich unbedingt anschauen, denn die Band hat es wirklich verdient noch bekannter zu werden.

Den zweiten Tag nieder zu schreiben, dies teilten mein Kollege Hellfire-Franky und meine Wenigkeit uns, denn mit den drei darauffolgenden Acts STOP STOP, MAXXWELL und THE NEW ROSES trafen die Macher des Ranch Festivals nicht nur meinen Nerv.
Somit gebe ich die Feder ab an Hellfire-Franky:

 

Eine Spanische Band die in England lebt und einen Ruf besitzt, die Konzerte zu einem besonderen Erlebnis, werden zu lassen!
STOP STOP kamen auf die Bühne und alles war irgendwie verändert.
Lebensfreude pur, wurde zelebriert und auf der Bühne herrschte reges Leben.
Songs wie Join the Party, Lola, Won’t hold me back wurden frenetisch gefeiert.
Mittlerweile drei Alben stark, ruhen sich STOP STOP nicht aus, sondern geben weiterhin immens Vollgas.
Sie rockten wie wenn es ihr letztes Konzert wäre.
Immer darauf bedacht, die Fans zu unterhalten!
In der Discothek WOM waren die hinteren Reihen aus Sitzplätzen.
Dort saßen entweder die Schweizer :) oder die, die nicht bereit waren Spaß zu haben.
Jacob Ansage: Seid ihr Tod oder wollt ihr Rock'n'Roll war ein klares Statement!
Jacob von STOP STOP ging einfach von der Bühne, nach hinten und animierte die Meute mitzumachen.
Was im doch tatsächlich gelang. Wahnsinn.............!
Es wurde ein Freudentanz und das WOM bebte während des Auftrittes, von STOP STOP!

 

Es folgte die Umbaupause für MAXXWELL.
Können die Schweizer Rocker von MAXXWELL diesem Siegeszug von STOP STOP mit ihrer Musik gegenhalten?
Dies war eine berechtigte Frage, die ich mir selbst stellte.
Der erste Riff, der stampfende Bass,  der treibende Drum Sound und Gilbis Stimme ließen ihn mir keine Zweifel aufkommen.
Es war sofort gigantisch!
Ich wurde sofort gefangen genommen von dem Sound Gewitter von MAXXWELL.
Mit einer unglaublichen Leichtigkeit wurde hier Heavy Metal gelebt sowie gespielt.
Es machte dem Publikum sichtlich Spaß und jeder Song wurde frenetisch bejubelt.
Songs wie Heads or Tails, Man of Steel, Independent, No Changes haben die Location in ein wahres Metal Feuerwerk verwandelt.
Mit Queen of the Night z.B. hatten MAXXWELL einen Song am Start, der im Midtempo gehalten war, und sich zum totalen Ohrwurm entwickelte!
Der Song war so „rund“ dass ich die Augen schloss und nur diesen einen Moment genoss. MAXXWELL haben die Gäste überzeugt mit dem was sie tun.
Authentischer kann man seinen Gig nicht spielen.

 

Mein gedanklicher Favorit des Festivals.
THE NEW ROSES aus Wiesbaden.
Die letzten Wochen hatte ich sie immer mal wieder Live gesehen und stets hatten sie einen Top Gig abgeliefert!
Wäre diese Band in den Achtzigern hervor gekommen, wäre aus ihnen sicherlich eine riesige Stadion Band, in den Staaten geworden.
Blues getränkter Rock'n'Roll gepaart mit einer unglaublichen rauen,  sowie guten Stimme von Timmy Rough.
Spiel sicher, gut gelaunt und stets den Faden zum Publikum gefunden, das waren die THE NEW ROSES die ich kannte.
Das Ranch Festival tobte bei jedem Ton der Band.
Ein Siegeszug für THE NEW ROSES.
Mit der relativ neuen CD „Dead Mans Voice“ im Gepäck wurden THE NEW ROSES einfach nur gefeiert.
Ein sensationeller Auftritt, einer sensationellen jungen Band!
Man kann ernsthaft sagen, hier stimmte alles!
Es läuft derzeit auch klasse für die sympathische Truppe, die demnächst mit Saxon auf Tour geht.
Kurzum gesagt, die Songs gehen direkt über das Ohr in den Körper und dann in die Beine.
Es passt einfach, eingefleischte Fans von Hardrock und Blues kommen hier voll auf ihre Kosten.
Die Musik wirkt so vertraut, wie der gute alte Rock aus den Achtzigern und ist doch so frisch und unverbraucht.
Fazit: Es gibt derzeit wenige Hardrock Bands, die so lässig aufspielen und gleichzeitig rockt es derbe.

 

Mit TRI STATE CORNER, die den Posten des Special Guests vom zweiten Tag innehatten ging es weiter.
Es gibt ja durchaus Menschen, die mit dem Hard Rock, gemischt mit griechischer Folklore nicht ganz klarkommen.
Ich jedoch muss gestehen, dass mir ihr Material immer sehr gut gefallen hat und zusätzlich Anreiz bietet, sich damit näher zu befassen.
Die Band versteht es einfach, diese Elemente zu vereinen, ohne dass man gleich das Gefühl hat, auf einer griechischen Hochzeit zu sein.
Der Hard Rock sticht also klar hervor und so soll es ja auch sein.
Ihre Alben bestätigen dies nur noch mehr und auch live ließen sie es einmal mehr richtig krachen.
TRI STATE CORNER brachten somit noch mehr Abwechslung in dieses Event, welches eh schon sehr vielseitig und deshalb auch unglaublich interessant war.
Ich denke, die Jungs machen ihren Weg und werden sicherlich immer wieder ihre Fans und Freunde mit ihrem starken Material erfreuen, so wie sie auch mich an diesem Abend beeindruckten.

 

Den Headliner des zweiten Tages hatten ALMANAC für sich gewinnen können.
Jene Band, die nachdem es bei RAGE ja bekanntlich gekriselt hatte und sich Gitarrenhexer Victor Smolski daraufhin verabschiedete, gegründet wurde.
Nachdem Peavy mit seiner neuen Mannschaft Back To The Roots ging, griff Victor das Thema der letzten RAGE Alben auf und verfeinerte den Stil noch etwas mit einer Brise mehr LINGUA MORTIS ORCHESTRA und fertig war der Stil von ALMANAC.
Mit ihrem ersten Album „Tsar“ war ich von Beginn an überzeugt.
Nicht zuletzt wegen der großartigen Umsetzung, die man mit nicht weniger, als drei Sängern (bzw. zwei Sängern und einer Sängerin) bewerkstelligte.
Andy B. Franck von BRAINSTORM, sowie David Readman, seines Zeichens Sänger von PINK CREAM 69/VOODOO CIRCLE und natürlich nicht zu vergessen, die großartige Jeanette Marchewka, die ihr Können z.B. auch schon beim bereits erwähnten LINGUA MORTIS ORCHESTRA unter Beweis stellte, bilden diese Einheit.
Leider aber an diesem Abend nicht ganz, denn Andy konnte leider nicht mit dabei sein.
Das hielt die Band aber keineswegs davon ab, einen grandiosen Gig hinzulegen, der nicht nur mit Krachern, ihres Albums „Tsar“ bestückt war, sondern zudem noch mit Songs von RAGE Feat. LINGUA MORTIS ORCHESTRA angereichert wurde.
Dies bedeutete, dass sich das Publikum zusätzlich zu Songs, wie z.B. „Tsar“, „Self Blinded Eyes“ und „No More Shadows“, über die RAGE Klassiker „Dies Irae“, „Suite Lingua Mortis III – Innocent“, sowie „Suite Lingua Mortis IV – No Regrets“ und „Empty Hollow“ erfreuen durfte.
Solchermaßen kann ich zumindest für mich sprechen und behaupten, dass ALMANAC ihre Position als Headliner nicht unverdient innehatten und überzeugten sowohl mit einer ansprechenden Show, als auch genialen Songs.
Ein krönender Abschluss für das diesjährige Ranch Festival, möchte ich zum Schluss noch anmerken.

 

Die Veranstalter bewiesen auch in diesem Jahr wieder ein sehr gutes Händchen und packten ein mehr als ordentliches Bündel mit tollen Bands, die wahrlich alles gaben zusammen, sodass wohl jeder im Publikum auf seine Kosten kam.
Ich freue mich schon auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr.
Bis dahin!!!

 

Pics by Heiko Bendigkeit
http://www.heiko-bendigkeit.de/




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