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SAXON Astra-Bühne Hafengeburtstag Hamburg, 11.05.2013
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Hafengeburtstag Hamburg, 11.05.2013


Es muss 1991 gewesen sein, als ich SAXON zum ersten Mal live sah. Auf ihrer Tour zu "Solid Ball Of Rock" hatten die Briten zwei deutsche Granaten im Gepäck, nämlich HEADHUNTER und CHROMING ROSE. Und ich muss sagen, dass mich diese Vorbands damals mehr beeindruckten als der Hauptact. Über die Jahre kamen mir SAXON immer wieder auf großen Festivals unter und lieferten eine zwar solide Leistung ab, diese riss mich aber nie wirklich vom Hocker. Das sollte sich 2007 grundlegend ändern. Zum Geburtstag bekam ich die Karte für die "Inner Sanctum"-Tour, hatte das Album jedoch vorher nicht gehört. Aufgrund der bisherigen Erlebnisse war meine Freude nicht besonders groß. Doch was mir da serviert wurde, wehte mir die Mütze vom Kopf.

SAXON_02 Wo andere schon an Rente denken, drehten SAXON nochmal richtig auf. Die neuen Songs hart wie nie und die zahlreichen alten Klassiker vorgetragen mit einer nie dagewesenen Präzision. Ich war baff! Bei Sänger Biff Byford saß jeder Ton mit Leichtigkeit, die Gitarren von Urgestein Paul Quinn und Neuzugang Doug Scarrat waren bretthart. Und nicht zuletzt packten Bassist Nibbs Carter und Drummer Nigel Glockler das Ganze in einen rhythmischen Sperrfeuer-Mantel, der es in sich hatte. Das war seither bei keinem nachfolgenden SAXON-Konzert anders. Im Gegenteil, die Stücke von "Sacrifice", die Biff & Co. im aktuellen Set spielen, sind nochmal eine Stufe härter.

SAXON_03 Es ist unglaublich, andere Musiker, wie etwa dieser einstmals recht coole Sohn eines italienischen Friseurs aus New Jersey, driften mit zunehmendem Alter immer mehr ins Reich der radiotauglichen Weichspül-Balladen ab. SAXON dagegen beweisen, dass man auch mit über 60 noch wahren muskalischen Stahl schmieden kann. So war es auch beim Hamburger Hafengeburtstag. Los ging's mit dem Intro zu "Sacrifice" und dem Song selbst, mit dem die Angelsachsen die Bühne übernahmen. Vom Publikum empfangen mit lautem Applaus und wildem Geschrei. Es folgte "Wheels Of Terror", ebenfalls von der o.g. Scheibe, dem mit "Power And The Glory" der erste Klassiker des Abends hinterhergeschossen wurde. "Rock'N'Roll Gypsy" und der Kracher "Heavy Metal Thunder" luden zu heftigen Nackenmuskelbewegungen und zum Mitsingen ein. Der viel zu kleine Platz bebte, während parallel nur wenige Meter entfernt riesige Kreuzfahrtschiffe am Hafen ein- und ausfuhren.

SAXON_04 Mit "I've Got To Rock (To Stay Alive)", der Doublebass-Attacke "Night Of The Wolf" und "Guardians Of The Tomb" führten SAXON zurück in die Gegenwart, bevor mit dem Coversong "Ride Like The Wind" von Christopher Cross ein Hit-Klassiker den nächsten jagte. Biff fragte die Anwesenden nach Songwünschen, ließ den angekündigten "Motorcycle Man" jedoch unter den Tisch fallen und einigte sich nach dem Zahlensalat, den er angeblich aus dem Publikum hörte: "Seven-Four-Three?" auf "747 (Strangers In The Night)". "Crusader", "Wheels Of Steel", "Strong Arm Of The Law", "Denim And Leather" und das abschließende "Princess Of The Night" ließen keine Wünsche offen. Und so verabschiedeten sich SAXON mit einem Feuerwerk, gegen welches das tatsächliche der Stadt Hamburg, das gleichzeitig abgefeuert wurde, im Hintergrund des Abendhimmels verblasste.

SAXON_05 SAXON mögen inzwischen alt und grau sein, doch "never too old to rock" ist das Lebensmotto, mit dem sie wesentlich jüngere Formationen aus dem Rennen schießen. Hier stimmt einfach alles, Härte, Lautstärke, Stageacting. Möge Biff, Paul, Doug, Nibbs und Nigel niemals das Zipperlein oder der Ischias-Nerv plagen, so dass sie uns noch möglichst lange in dieser Stärke erhalten bleiben, weiterhin fleißig Alben produzieren und uns jedesmal von neuem faszinieren und beeindrucken.



SAXON_06 Bericht von DANU (dem Schattenmann)

Fotos von BIANCA und DANU (dem Schattenpaar)



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