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Festival-Berichte

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Rockavaria - München Olympiapark, 27.05 - 29.05.2016

Mit der zweiten Auflage des Rockavaria Festivals in München, zeigten die Veranstalter, das sie auch auf längere Sicht interessant bleiben.

Wiederum legten sie in Sachen nationale und internationale Bands die Messlatte hoch, welche über die 3 Tage für so einiges Aufsehen sorgten.

 

Das Festival einläuten durften KANZLER & SÖHNE, die um 16:00 Uhr die Seebühne enterten.
Der etwas verspäteten Anreise verschuldet, sah ich die Band leider ebenso wenig, wie die danach auf der Doppelbühne 2 im Innenraum des Olympiastadions aufgetretenen JBO, die mit ihrem Klamauk auf der Stage sicherlich wieder für Spaß und gute Laune sorgten.
Danach waren auch schon die Band der Stunde POWERWOLF an der Reihe, die sich auf der Doppelbühne 1 breitmachten.
Die Jungs genießen ihren Erfolg, der ihnen seit geraumer Zeit beschert ist sichtlich, jedoch ohne über den Wolken zu tanzen.
Weswegen ich ihre Show, die mit einer Best Of Setlist bestach, auch für absolut gelungen bezeichnen möchte.
Attila Dorn, seines Zeichens Sänger und Sprachrohr der Band, konnte wie immer mit seinen nicht ganz bierernsten Ansagen, so einige auf seinen Seite ziehen.
Und auch die nächste Truppe hatte von Anfang an alle Trümpfe in der Hand.
SUICIDAL TENDENCIES betraten die Bühne und machten vom Fleck weg klar, dass sie auch heute noch Maßstäbe setzen.
Viel zu lange hatte ich sie nicht mehr live gesehen (zum letzten Mal 1993 im Vorprogramm von METALLICA), weshalb ich mich auch umso mehr über ihren Gig freute.
Ein weiteres nicht unwichtiges Detail war ihr Drummer, denn niemand geringerer, als Ex-SLAYER Schlagzeuger Dave Lomdardo hatte diesen Platz inne und bestach mal wieder mit seinem Können hinter der Schießbude.
So kam nicht nur ich voll auf meine Kosten, denn Mike Muir und seine Herren, bekamen alles andere als Höflichkeitsapplaus, nach jedem einzelnen Song, welche auch heute noch genauso kernig daherkommen wie vor vielen Jahren.
Und während auf der Seebühne TO THE RATS & WOLVES ihren Fans und Interessierten einheizten, machten sich im Innenraum, genauer gesagt auf der Doppelbühne 1 die Cello zersägenden APOCALYPTICA daran, den Zuschauern ihr Material zu kredenzen.
Zugegeben nicht mehr ganz meine Baustelle, gab ich mir auch nicht ihren ganzen Gig und gönnte mir dann doch lieber eine wohlverdiente Hopfenkaltschale, welche ich mir beim kurzen Vorbeischauen an der Seebühne, wo zu diesem Zeitpunkt gerade TUXEDOO aufspielten schmecken ließ.
Pünktlich um 20:00 Uhr war jedoch die Doppelbühne 2 mein festes Ziel, denn IN EXTREMO gaben sich die Ehre und ich muss sagen, ich hatte sie lange nicht mehr so stark erlebt wie an diesem Abend.
Mit „Mein Rasend Herz“ und „Horizont“ eröffneten sie ihren Gig und sorgten so nicht nur mich betreffend für jede Menge Freude.
Und dass sie in ihrem schier unerschöpflichen Fundus so manch geniale musikalische Perle verbergen, davon konnte man sich in den insgesamt 90 Minuten ihrs Auftritts mehr als überzeugen, denn sowohl „Frei zu sein“, als auch „Vollmond“, „Küss mich“, oder auch „Nur ihr allein“, fehlten ebenso wenig wie „Erdbeermund“, „Sängerkrieg“, oder dem immer wieder für Gänsehaut sorgenden „Spielmannsfluch“.
Auch von ihrem kommenden Album „Quid Pro Quo“ servierten sie ihren Fans mit „Sternhagelvoll“, den kommenden Sommerhit für alle, die gerne mal zu tief ins Glas schauen…haha
Nein ernsthaft, der Song kommt spaßig daher und macht wahrlich Lust auf das neue Werk der Jungs.
IN EXTREMO machten unmissverständlich klar, dass sie auch nach 20 Jahren Bandgeschichte immer noch alles richtig machen.
Ein wahrlich großartiges Erlebnis!
Und schon ging es auf der Doppelbühne 1 nahtlos mit dem Headliner des ersten Tages weiter.
NIGHTWISH wurden für diesen Slot erwählt und dass sie dafür genau die richtige Band war, davon konnte man sich die nun folgenden 90 Minuten überzeugen.
Während auf der Seebühne noch DOG EAT DOG für mächtig Stimmung sorgten, schwebten so einige im Innenraum im siebten Himmel, als mit „Shudder Before The Beautiful“ der erste Song aus den Boxentürmen knallte.
Auch diesmal hatten sie nämlich ein Bündel mit großartigen Stücken geschnürt, welche ich hier einfach mal aufzähle.
Zu dem bereits erwähnten „Shudder Before The Beautiful“ gesellten sich somit noch „Yours Is an Empty Hope“, „Storytime“, „My Walden“, “Élan”, “Weak Fantasy”, “Sahara”, “I Want My Tears Back”, “Nemo”, “Ghost Love Score”, “Last Ride of the Day” und das abschließende “The Greatest Show on Earth”.
Ich habe also sicherlich nicht übertrieben.
So ging unter riesigem Applaus der erste Festivaltag seinem Ende entgegen.

 

Den zweiten Tag läuteten MOTHER’S CAKE auf der Doppelbühne 1 ein, gefolgt von BEYOND THE BLACK, die danach die zweite große Bühne im Innenraum in Beschlag nahmen, während sich auf der Seebühne RECIST THE OCEAN austobten.
Mit ihrem zweiten Longplayer „Lost In Forever“ konnten sie wie auch schon mit ihrem Debüt sowohl in der Medienwelt, also auch und vor allem bei ihren Fans überzeugen.
So verwunderte es auch nicht wirklich, dass sie einmal mehr bestens ankamen und einen sehr guten Eindruck hinterließen.
Eine ausgewogene Setlist, in der Hits wie „In The Shadows“, „Lost In Forever“, sowie „Songs Of  Love And Death“ und „Running To The Edge“ nicht fehlen durften.
Leider war die Spielzeit mit „nur“ 45 Minuten etwas kurz bemessen, doch BTB wussten sie sinnvoll zu nutzen, weshalb ich hier auch gerne von einem Highlight an diesem Tag reden möchte.
Im Anschluss daran kamen eine nicht weniger interessante Band auf die Doppelbühne 1.
PRIME CIRCLE hatte ich bis dato nur sporadisch auf dem Schirm, muss aber zugeben, dass sie mich live doch sehr beeindruckten.
Schöne Songs, eingehüllt in einem legeren Ambiente, welches dazu einlud, doch länger der Truppe seine Aufmerksamkeit zu schenken.
Und während im Innenraum PRIME CIRCLE noch zu beeindrucken wussten, gaben auf der Seebühne bereits die nächste Truppe Vollgas.
THE CHARM THE FURY hatte ich vor geraumer Zeit schon für mich entdeckt und so musste ich mich leider frühzeitig aus dem Innenraum entfernen, da ich mir die Band um Sängerin Caroline Westendorp, die sowohl Growls, als auch cleane Vocals beherrscht, keinesfalls entgehen lassen wollte.
Ich wurde auch nicht enttäuscht und so machten sie nicht nur mich fit für die danach im Innenraum auf der Doppelbühne 2 aufspielenden SODOM, die mich wie immer völlig überzeugten.
Wer Tom Angelripper und seine Herren kennt weiß, dass sie keine halben Sachen machen und so hatten sie das Publikum auch in Nullkomanichts auf ihrer Seite, sodass einer Thrash Metal Party der Extraklasse nichts im Wege stand.
Nach dieser Keule ging es auf der großen Bühne links mit GARBAGE doch etwas gediegener zu.
Zwar mag ich die Band an sich sehr gerne, doch fand ich an diesem Tag nicht so recht den Zugang zu ihren Songs, sodass ich mich relativ bald aus dem Innenraum in Richtung Seebühne begab, wo zu diesem Zeitpunkt RAGLANS spielten, die mich jedoch auch nicht wirklich aus den Socken hauten.
Es schrie somit nach einer Pause im Biergarten, um sowohl die trockene Kehle zu nässen, als auch den geschunden Füßen eine Pause zu gönnen, denn was mir auffiel war, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Kilometer Fußmarsch hinter mir hatte.
Eigentlich ja kein Problem, sollte man sich denken.
Dann setzt man sich halt hin und trinkt ein paar Bierchen, doch wenn für dieses 4,50 € aufgerufen wird, macht man sich so seine Gedanken und auch das Essen war nicht gerade günstig, sodass man jeden Abend beim Blick in den Geldbeutel das Gefühl hatte, er wäre aus Zwiebelleder, da einem jedes Mal die Tränen kamen.
Jedoch verbrachte ich dann doch eine recht lange Zeit mit guten Freunden im Biergarten, sodass ich GOTTHARD (Doppelbühne 2), AGENT FRESCO (Seebühne), MANDO DIAO 8Doppelbühne 1) und SERUM 114 (Seebühne) einfach mal verpasste.
Doch zu SOLSTAFIR, die um 20:15 Uhr die Seebühne hielt mich nichts und mein Weg war klar.
Die Isländer hatten mich vor ein paar Jahren bei einem Gig in Strasbourg so sehr beeindruckt, dass ich mir diese Band auf keinen Fall entgehen lassen wollte.
Sehr zu meiner Freude hatte ich meinen Freuden nicht zu viel versprochen und so waren auch sie sehr schnell von SOLSTAFIR angetan.
Wieder einmal war ich völlig ergriffen von ihrem Sound.
Definitiv ein weiteres Highlight dieses Festivals!
Während im Innenraum der Headliner IGGY POP für Stimmung sorgte, blieb ich an der Seebühne und wartete auf BETONTOD, die ich mir ebenfalls ganz dick auf meine Liste notierte.
Der Sound dieser Truppe erinnert mich immer an ganz alte Toten Hosen Tage, als der Punk noch allgegenwärtig war.
Deshalb für mich auch ganz klar die bessere Entscheidung, den Jungs zu lauschen, als IGGY POP, mit dem, man möge es mir nachsehen, so gar nichts anfangen kann.
So endete dann Tag Nr. 2 mit der Erkenntnis, dass die kommende Arbeitswoche wohl der pure Horror werden sollte, denn die Schmerzen in den Beinen waren jetzt schon unterirdisch und sollte ja noch ein Tag Rockavaria folgen.

 

Den dritten und letzten Tag des Festivals eröffneten  WILD LIES auf der Doppelbühne 1, während  BLACK VULPINE die Seebühne unsicher machten.
Mein Interesse galt der danach folgenden Band THE RAVEN AGE, die ja bekanntlich den Headliner des Tages IRON MAIDEN auf dem Rest der Tour supporteten.
Und ich muss sagen, ich war ordentlich überrascht und zwar positiv.
Gute Songs, die die Jungs da raus hauten.
Die im Anschluss die Stage enterten GOJIRA waren mir ehrlich gesagt in dem Moment etwas zu derbe.
Jedoch muss ich ganz klar sagen, dass vor allem ihr aktuelles Album „Magma“ welches am 17.06. veröffentlicht wird, so einigen zeigen wird, wie durchdachte Härte zu klingen hat.
Als Kontrastprogramm gab es fast zeitgleich zu GOJIRA auf der Seebühne mit IRON WALRUSS eine fast schon schwerfällige Keule übergezogen, bevor TREMONTI im Innenraum loslegten, die sich dann die Zuschauer mit EVERSIN auf der Seebühne teilten.
Danach kam eine Band, auf die ich mich wiederum sehr freute.
ANTHRAX  bestiegen die Doppelbühne 1 und brillierten sowohl mit einer superben Setlist, als auch mit einer emotionsgeladenen Show.
Songs wie „Caught In A Mosh“, „Antisocial“ und „Indians“ wurden frenetisch abgefeiert, sodass die 50 Minuten Spielzeit leider wie im Flug vergingen.
Beim nächsten Doppel (GHOST auf der Doppelbühne 2, sowie MANTAR auf der Seebühne) war ich dann doch etwas überfordert, denn beide Bands gehören nicht unbedingt auf meine Liste der Kapellen, die ich unbedingt gesehen haben muss.
Aber wie immer zählt ja die Meinung der Allgemeinheit und die Fans jener beiden Bands supporteten ihre Helden dementsprechend.
Bei den im Anschluss aufgetretenen SLAYER sah die Sachlage dagegen schon anders aus.
Die Thrash Kapelle der alten Garde, hatte keinerlei Probleme, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen.
Was aber ich nicht wirklich verwunderte, denn bei ihrer Setlist, die aus den Songs „Repentless“, „Disciple“, „Mandatory Suicide“, „You Against You“, „Hate Worldwide“, „War Ensemble“, „Postmortem“, „Raining Blood“, „Dead Skin Mask“, „Hell Awaits“, sowie „South Of Heaven“ und dem unverwüstlichen „Angel Of Death“ bestand, blieben keine Fragen offen.
Dagegen hatten THE SHRINE, die beinahe zeitgleich auf der Seebühne spielten, einen merklich schwereren Stand.
Schon während SLAYER spielten, kamen bereits erste Unwetterwarnungen auf und als dann SABATON die Bühne enterten, öffnete der Himmel seine Schleusen.
Man konnte eigentlich nicht mehr von Regen sprechen, denn was da abging war ein amtlicher Wolkenbruch, bei dem das Wasser einfach vom Himmel fiel.
Deshalb ersparte ich mir dann auch den Gig und blieb stattdessen lieber im trockenen Pressebereich.
Nachdem SABATON trotz Unwetter die Massen bewegten, wurde es nun Zeit für den Headliner des dritten Tages.
IRON MAIDEN, die momentan auf ihrer „Book Of Souls Tour“ um die ganze Welt fliegen, machten Halt beim Rockavaria und präsentierten ihre gigantische Show, bei der natürlich weder Songs ihres aktuellen Albums, noch diverse Klassiker und vor allem nicht ihr übergroßes Maskottchen Eddie, der wieder einmal die Bühne unsicher machte fehlen.
In den über 100 Minuten ihres Sets gaben sie alles und sorgten so dafür, dass sie auch weiterhin die Oberliga dieses Genres anführen.
(Leider gibt es von IRON MAIDEN keine Bilder zu bewundern, da nur den Print Medien die Erlaubnis gewährt wurde, Fotos der eisernen Jungfrauen zu knipsen).
Dagegen hatten KADAVER die undankbare Aufgabe, zeitgleich auf der Seebühne zu spielen.
Dementsprechend waren es auch allerhöchstens 150 Zuschauer.
Doch scheint die Band einem positiven Credo zu folgen, dass selbst die kleinste Anzahl an Zuschauern es verdient haben, eine gute Show serviert zu bekommen.
Und so gaben sie auch eine tolle Show, bei der ich zwar nur kurz Zeuge war, ich aber sicher bin, dass sie dieses Level komplett durchzogen.
Auch wenn der Bandname etwas unglücklich gewählt scheint, so ist KADAVER trotzdem eine sehr interessante Truppe, die es jederzeit verdient hat, gehört und gesehen zu werden.

 

So endete dann auch das Rockavaria mit der Erkenntnis, dass die Veranstalter ein sehr breites Spektrum an Musikstilen in ihrem Festival vereinten.
Jedoch muss ich zugeben, dass mich die Lauferei über die 3 Tage hinweg doch sehr mitgenommen hatte.
Aber für Fans dieses Events auf alle Fälle wieder mal eine Vollbedienung!

 

Pics by Heiko Bendigkeit

http://www.heiko-bendigkeit.de/

 




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