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Festival-Berichte

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Rock Of Ages Festival 2012 Rottenburg - Seebronn, 27.07-28.07.2012
In einem Sommer wie er wettertechnisch durchwachsener nicht sein könnte als in diesem Jahr, muß man wirklich mit allem rechnen.
Auch vor dem Rock Of Ages, das wie jedes Jahr in Rottenburg-Seebronn stattfindet, machte es nicht Halt und so bekamen das Publikum und auch die Macher eine Kostprobe von Petrus‘ schlechter und guter Laune.
Letztendlich konnte es den positiven Gesamteindruck des Festivals jedoch keinesfalls schmälern.
Auch nicht verwunderlich, bei solch einem Billing.



Bei hochsommerlichen Temperaturen eröffneten am Freitagmittag die Band „Sailor Bros. Band“ das Festival und legten mit ihren Songs schon mal sehr gut los.
Die Band hatte im Voting für den Opening Act die Nase vorne und konnte somit den erten Platz für sich entscheiden.
Nicht zu unrecht, denn ihr Sound kam nicht schlecht an, so daß sie nach ihrem Auftritt beruhigt die Hände in den Schoß legen konnten.

Noch immer knallte die Sonne erbarmungslos herab und leuchtete die Bühne für die nächste Band „Fisher Z“ aus.
Wer kennt nicht ihren Überhit „Marliese“, den sie natürlich folgerichtig auch zum besten gaben.

Doch auch der Rest der Setlist konnte sich hören lassen und in Kombination mit der guten Laune der Band war dieser Gig ein echtes Erlebnis.
Schön daß man solch eine tolle Band, die schon so viele Jahre an Bord ist, live erleben darf und das in solch einem Ambiente wie es das Rock Of Ages nunmal hergibt.
Für mich schon mal der erste Höhepunkt des Freitags.
Doch es sollte noch besser kommen.

Mit dem nächsten Akteur, der nun die Bühne betrat, folgte mein persönliches Highlight des gesamten Festivals.
„Fish“ gab sich die Ehre und kredenzte uns Zuschauern und Zuhörern Songs seiner Solo Alben, sowie auch Meisterwerke aus der Zeit, als er noch gesanglicher Bestandteil von „Marillion“ war.
Einzigster Wehrmutstropfen meinerseits ist die Tatsache, daß er leider das Mega Album „Misplaced Childhood“ komplett außen vor ließ.
Aber das ist hier ganz klar stänkern auf höchstem Niveau, denn mit Songs wie dem Opener „Faith Healer“ (richtig eine Coverversion von Alex Harvey’s Megahit) „Credo“, „Assassing“. „Long Cold Day“, oder auch dem göttlichen „Fugazi“ schaffte er eine Atmosphäre, die man kaum beschreiben kann.
Trotz der brütenden Hitze sorgte Fish und seine Band für eine wohlige Gänsehaut und das ist für mich zumindest aussagekräftig genug.
Ein wahrer Meilenstein den ich sicherlich nie in meinem Leben vergessen werde.

Auch der nächste Act hatte einen sehr bedeutenden Namen, denn mit „Bob Geldof“ himself, kam ein Mann auf die Bühne, der so unglaublich viel sowohl für die Musikwelt, als auch im humanitären Bereich.
Mit seinen zahllosen Projekten, die allesamt dem Wohl der hungernden Bevölkerung auf unserer Erde dienten, muß man diesem Mann wohl auf ewig seinen tiefsten Respekt zollen.
Leider hatte ausgerechnet vor seinem Beginn die Technik nicht ganz so wollen wie wir uns alle das gewünscht hatten und so begann die Band ein wenig verspätet, ohne daß die Soundprobleme ganz in den Griff gebracht werden konnten.
Jedoch war dies bald vergessen, denn ganz ehrlich wenn „Bob Geldof“ mit einem Hit wie „The Great Song Of Indifference“ seinen Set beginnt, ist das wohl nicht weiter zu kommentieren wie sensationell die Stimmung im Publikum von Anfang an war und selbstverständlich taten weitere Hits wie z.B. „Systematic 6-Pack“, oder auch die Ausflüge in „Bob’s“ Vergangenheit, als er noch Sänger von den „Boomtown Rats“ war wie u.a. „I Don’t Like Mondays“ ihr übriges.
Auch wenn ich ab de Mitte des Sets das Gefühl hatte, es würde etwas langatmiger werden, bin ich doch im Endeffekt sehr froh, „Bob Geldof“ und seine Band endlich einmal live zu dürfen.

Danach war es dann Zeit für den Headliner des ersten Abends.
„Europe“ hatten ja in ihrer musikalischen Karriere schon einige Höhen und Tiefen, doch seit ihrer Reunion vor einigen Jahren bringen sie stetig solide bis sehr gute Alben und auch ihr aktuelles Langeisen „Bag Of Bones“ macht da keine Ausnahme.
Die Setlist von „Joey Tempest“ und seinen Jungs war relativ ausgewogen, so daß man sich auf älteres Material, als auch auf neuere Stücke freuen konnte.
Für Songs wie „Superstitious“, meinen Lieblingstrack „Scream Of Anger“, „Seventh Sign“, „Girl From Lebanon“, „Carrie“, „Rock The Night“ und dem unverzichtbaren „The Final Countdown“ (nachdem dann ein amtliches Gewitter mit Platzregen über das Festival zog), wurde indes gerne Platz geschaffen und zusammen mit neueren Stücken wie „Riches To Rags“, „Not Supposed To Sing The Blues“, „Firebox“ und „Demon Head“ vom oben erwähnten neuen Album, sowie auch andere Titel aktuelleren Datums wie „Love Is Not The Enemy“ und „Last Look Of Eden“ war wohl für jeden was dabei.
Ein gelungener Abschluß für den ersten Festivaltag.


Beim zweiten Festivaltag veränderte sich sowohl das Wetter, als auch der Härtegrad der anstehenden Bands.

Leider konnten wir den Gigs der ersten beiden Gruppen „Rebellious Spirit“ und „Maxxwell“ nicht beiwohnen, da sich die Anreise doch drastisch verzögerte und wir somit erst bei „Regatta De Blanc“ aufs Gelände kamen.
Wie der Name schon andeuten läßt, huldigten die Truppe der englischen Kult Band „The Police“ mit einigen Songs wie z.B. „Every Breath You Take“, „Message In A Bottle“ und deren mehr.
Insgesamt ein recht angenehmer Set, der einen mal wieder dazu einlud, nach dem Festival alte Scheiben von „The Police“ aus dem Schrank zu ziehen.

Mit einer wahren Legende des NWOBHM ging es weiter.
Die Band „Praying Mantis“ betraten die Bühne und sofort war ein Hauch von Nostalgie in der Luft.
Mit dem Übersong „Children Of The Earth“ begannen sie ihre Zeitreise durch viele Stationen ihrer Laufbahn.
Für ,ich schon ein kleines Highlight an diesem Tag, denn die Band hatte es von Anfang an drauf, das Publikum für sich zu begeistern.
Angesichts solch toller Stücke wie beispielsweise „Panic In The Streets“ und „Dont’t Be Afraid Of The Dark“ auch wirklich nicht verwunderlich.
Ein sehr genialer Gig von dieser Legende, die sich seinerzeit schon einen guten Namen machen konnte, als man noch mit Stretchhosen und weißen Turnschuhen in die Metal Disco ging.

Nach dieser Kult Nummer ging es nicht weniger grandios weiter, denn „Jeff Scott Soto“ stand auf dem Plan, der dann auch (leider bei nicht gerade berauschendem Wetter) einen starken Set aus Stücken seiner bisherigen Schaffensphase darbot.
Von „Talisman“ über „W.E.T.“ bis hin zu seinem Solo Material war doch einiges dabei was man von dem genialen Sänger kennt und liebt und auch das extrem coole „Stand Up And Shout“ aus dem Soundtrack zu dem bekannten Streifen „Rock Star“ fand seinen Weg auf die Setlist.
Die Reaktionen des Publikums gaben den Veranstaltern des Rock Of Ages also vollkommen recht, diesen gegnadeten Stimmbandakrobaten nach seinem letztjährigen Auftritt beim Bang Your Head, dieses Jahr noch einmal auf diese Bühne zu bringen.
Toller Gig!

Zur nächsten Band des Tages „The Tubes“ kann ich leider nicht viel sagen, da die Band zum einen bisher völlig an mir vorbeiging und sich das zum anderen auch wahrscheinlich nicht so schnell ändern wird.
Es gibt ja immer mal Bands, die man persönlich einfach nicht braucht, doch bin ich mir sicher, daß diejenigen, die sich auf die Band freuten, dann auch dafür belohnt wurden.
Und das ist ja wie immer das wichtigste, daß der einzelne seine Favoriten hat und die dann in vollen Zügen genießen kann.
Ganz anders hingegen sah es mit der folgenden Band aus.
Schon seit Anfang der 80er Jahre verehre ich die Musik von „Dave Meniketti“ und seinen Jungs von „Y&T“.
Und was soll ich sagen außer mein Highlight des Tages!
Die Band versteht es einfach, gut gemachten Hard Rock perfekt in Szene zu setzen was Songs wie „Meanstreak“, „Open Fire“, „Don’t Be Afraid Of The Dark“, „Black Tiger“ und „Forever“ (nur mal ein kurzer Auszug aus ihrer gigantisch genialen Setlist) vortrefflich bewiesen.
So kann man Horst und seine Crew für die Entscheidung „Y&T“ nach ihren phantastischen Auftritten 2003, 2006 und 2009 auf dem Bang Your Head nun auch beim Rock Of Ages willkommen zu heißen nur beglückwünschen.
Genau so muß zeitloser Hard Rock klingen und hoffentlich darf ich diese Band noch öfters live erleben.
Ganz großes Kino!

Die nächsten auf der Liste der Bands an diesem Tag waren „Axel Rudi Pell“ die somit den Titel des Co-Headliners innehatten und einen gewohnt guten Set abzogen.
Warum man allerdings auf so einem Festival unbedingt ein Drum-Solo braucht, das weiß ich bei Gott nicht, aber wir sprechen hier ja von Mister „Mike Terrana“.
Da darf schließlich eine Vorstellung seiner Kunst nicht fehlen.
Bei der Setlist wurden indes ebensowenig Kompromisse eingegangen und Songs dargebracht, die sichtlich den Nerv des Publikums trafen und so wurden dann auch Songs wie „Ghost In The Black“, „Strong As A Rock“, „The Masquerade Ball“, „Mystica“ und „Nasty Reputation“ tierisch abgefeiert.
Ich persönlich hätte mir ja als kleines Schmankerl noch einen Song aus der Zeit, als „Jeff Scott Soto“ noch bei „Axel Rudi Pell“ gesungen hat gewünscht, den selbiger dann als Gastsänger dargebracht hätte wenn man schon mal das Glück hat, beide auf dem selben Festival am selben Tag anzutreffen.
Naja aber ich denke, da würden wohl ein paar Welten aufeinander prallen.
Von daher belassen wir es einfach mal bei einem Wunsch.

Der zweite Headliner des diesjährigen Rock Of Ages konnte mit dem Meister des Horrors „Alice Cooper“ perfekter nicht gewählt werden, auch wenn Petrus das wohl anders sah und pünktlich zum Auftritt dieser Legende die Schleusen des Himmels öffnete und es schütten ließ.
Den großen Teil des Publikums kratzte dies aber herzlich wenig und behielten ihren Platz vor der Bühne um Songs wie „Black Widow“, „Brutal Planet“, „Billion Dollar Babies“, „No More Mr. Nice Guy“, „Hey Stoopid“, „I’ll Bite Your Face Off“, „Feed My Frankenstein“, „Poison“ und natürlich dem unerschütterlichen „School’s Out“ (incl. kleiner Einlage von Pink Floyd’s Another Brick In The Wall) abzufeiern.
Doch nicht nur „Alice“ himself machte eine gute Figur, denn auch sein Dreigestirn an den Gitarren „Orianthi“, „Ryan Roxie“ und „Tommy Henriksen“ machten zusammen mit dem ultimativen Bass Player „Chuck Garric“ mächtig Alarm, so daß sie angeführt vom Drum Sound des Schießbudenbesitzers „Glen Sobel“ die perfekte Unterstützung für die Horrorshow bildeten.
Mit diesen Musikern in der Hinterhand war es für den „Master Of Horror“ ein leichtes, sich den Zuspruch der Fans zu ergattern, trotz dieses bescheidenen Wetters.
Ein wirklich perfekter Abschluß für dieses Festival!


Auch wenn das Wetter seine Kapriolen schlug und man wohl an keinem der beiden Tage wußte was einen ein paar Minuten später erwarten würde, konnten die Macher des Rock Of Ages zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals das Schild „Sold Out“ an den Eingang hängen.
Für mich war das aber ehrlich gesagt auch nicht wirklich eine Überraschung, bei so einem starken Billing.
Bleibt mir nur noch zu sagen, daß ich schon mal anfange, die Tage bis zum nächsten Rock Of Ages zu zählen.
Bis dahin!

Pics by Heiko (PictureMonster)













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