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Rock Of Ages 2018 – Rottenburg Seebronn, 27.07.-29.07.2018

Dass dieser Sommer mit seiner massiven Hitzewelle, nachhaltigen Eindruck hinterließ, wurde mir nicht nur beim diesjährigen Bang Your Head Festival schmerzlichst bewusst, nein auch das kurz darauffolgende Rock Of Ages musste sich dieser erbarmungslosen Hitze stellen.
Selten war ich von einem Sommer so dermaßen in die Knie gezwungen worden (mit Ausnahme des Sommers im Jahre 2003), als von dem in diesem Jahr.
Aber so spielt das Leben und der ganz große Teil der Zuschauer, beider Festivals schien ja auf diese Temperaturen abzufahren.
Ich hingegen musste hin und wieder einfach die Segel streichen und mir Schatten suchen, was leider auf Kosten mancher Bands ging.
So auch beim Rock Of Ages!

 

Den Anfang machten NOPLIES, die schon mal einen schönen Einstieg hinlegten. Zwar konnte ich nicht dem kompletten Gig beiwohnen, da wir etwas verspätet auf dem Gelände eintrafen, jedoch kenne ich die Band schon seit mehreren Jahren und hab sie auch schon öfters live erlebt und kann somit von mir aus sagen, dass sie auch diesmal wieder ein klasse Set bestritten.
Mit BLACK STAR RIDERS kam schon als zweite Band des Festivals ein richtig großer Name zum Zug.
Und dieser Name steht im Allgemeinen ebenfalls für beste Unterhaltung, sowohl live, als auch aus der Konserve.
Und dass sie auch diesmal wieder alle Register zogen, davon durfte ich mir alsbald ein Bild machen.
Ricky Warwick, ehemaliger Frontmann, der von mir sehr verehrten Band THE ALMIGHTY, hat auch bei BSR alles fest im Griff und lässt auch heute noch keinen Zweifel offen, dass er toller Musiker ist, der weiß wie man das Publikum auf seine Seite zieht.
Da er bekanntlich auch mal Sänger der Legende THIN LIZZY war, bzw. immer noch ist (das müsste ich mal genauer recherchieren), war es nur logisch, dass nicht nur Songs von BLACK STAR RIDERS, sondern auch von der Band, die früher solch hochkrätige Musiker, wie Gary Moore und Phil Lynott in sich trug, auf dem Plan standen.
Somit durfte das Publikun zu Stücken, wie z.B. „Jailbreak“ und „Whiskey In The Jar“ ausgelassen mitfeiern.
Nicht nur für mich waren BLACK STAR RIDERS das erste Highlight des Festivals, welchen übrigens noch einige folgen sollten.
 
Mit NAZARETH ging es dann zurück in der Zeit.
Auch wenn der originale Sänger Dan McCafferty schon lange nicht mehr dabei ist und an seiner Stelle ein etwas jüngerer Frontmann seinen Platz eingenommen hat, haben sie auch heute noch genug Dampf, um vor allem live zu brillieren.
Auch an diesem Tag boten sie eine gute Setlist.
Jedoch musste ich mir Schatten suchen, sodass ich die Schotten nur aus der Ferne anhören konnte.
Da ich sie aber schon einige Male live erleben durfte, u.a. fällt mir da immer wieder ihr, für mich erstes Konzert von NAZARETH 1989 im Akzente in Tuttlingen ein, wo übrigens eine absolut nicht unbekannte LEE AARON das Vorprogramm bestritt.
Von daher bin ich mir der Klasse der Band auch absolut bewusst, was auch sehr viele im Publikum so sahen, denn die Stimmung während ihres Auftritts, war trotz dieser massiven Hitze wirklich beachtlich.
 
Weiter ging es mit SWEET, die auch nicht zum ersten Mal auf dem Rock Of Ages spielten.
Ich muss jedoch gestehen, dass mich die Band diesmal etwas enttäuschte.
Bisher konnte ich immer nur Gutes von ihnen berichten, doch an diesem Tag fehlte mir irgendwie der entscheidende Funke.
Das ist freilich nur meine persönliche Meinung, denn das Publikum sah das doch anders und feierte die Band mit ihren Hits wahrlich ab.
 
Anders ging es mir indes bei dem Headliner des Abends, der danach folgte.
ECHOES waren an der Reihe!
Die PINK FLOYD Tribute Band, die mit Oliver Hartmann (u.a. AVANTASIA) einen wirklich starken Musiker in seinen Reihen birgt, begeisterte mich vom Fleck weg.
Mit einer wahrlich ansehnlichen Bühnenshow, die ihrer Vorbilder merklich angelehnt war, starteten sie mit „Shine On You Crazy Diamond“ in den Abend.
Dabei kamen von dem Album „Wish You Were Here“ noch einige Songs zum Zuge.
Doch auch „The Wall“ und ältere Stücke fanden den Weg in die Setlist, die zum Teil von Gastmusikern, wie Geoff Tate, Midge Ure, Michael Sadler, sowie Claude Leonetti von LAZULI eindrucksvoll in Szene gesetzt wurden.
Für mich ein gelungener Abschluss des ersten Tages!
 
Der zweite Tag begann mit einer noch recht jungen Band aus Mannheim.
SUPERNOVA PLASMAJETS hatten vielleicht als erste Kapelle des Tages nicht den besten Stand, wussten aber durchaus, alle Regler nach oben zu drehen.
Sängerin Jennifer Crush und der Rest der Band taten zumindest alles dafür, dass die Anwesenden eine richtig gute Zeit vor der Bühne erlebten, sodass sie meiner Meinung nach auch sehr gut ankamen.
Mit LAZULI kam im Anschluss eine Band, auf die ich mich ganz besonders freute.
Sie hatten mich bereits vor geraumer Zeit im Vorprogramm von FISH maßlos begeistert.
Denn was die Truppe aus Frankreich auf der Bühne zelebriert, ist nicht nur einfach Musik, sondern geht viel tiefer.
Mit z.B. einem Waldhorn und weiteren durchaus ungewöhnlichen Instrumenten, steht man hier wahrlich überrascht vor der Bühne, was sich jedoch alsbald als stimmig herausstellt, sodass man hier von Innovation in höchster Güte sprechen kann.
Was für eine großartige Band!
 
Als nächstes stand Wrestler Chris Jericho mit seinen Jungs von FOZZY auf dem Plan und ich kann vorweg schon mal sagen, dass sie für mich die Überraschung des Festivals waren.
Ich bin immer noch fasziniert von der Dynamik.
In der gnadenlosen Hitze des Tages, ließen sie nichts anbrennen und zogen einen Gig runter, der mir noch ewig in Erinnerung bleiben wird.
Chris Jericho ist wahrlich eine sogenannte Rampensau, denn ob auf der Bühne, oder im Publikum umher schwirrend, ständig hatte man das Gefühl, ihn könnte nichts und niemand aus der Fassung bringen.
Wirklich beeindruckende Leistung dieser Band!
 
Gegen diese Vorstellung wirkten die danach auftretenden SHAKRA zwar etwas steif, was jedoch nicht wirklich schlimm war, denn alleine ihre Songs sind schon eine echte Macht.
Da kann man es locker verschmerzen, dass die Jungs nicht ganz so agil wirkten.
Man muss aber auch klar sagen, dass die Temperaturen an dem Tag auch nicht wirklich dazu aufforderten, sich in höchstem Maße zu bewegen.
Da hatte es auch was für sich, einfach mal den Klängen von SHAKRA zu lauschen und sich wiedermal bewusst zu werden wie großartig diese Band eigentlich ist.
Selbes traf im Übrigen auf die Band danach zu.
 
THE NEW ROSES beeindrucken nicht nur mich immer wieder mit ihrem absolut bodenständigen Rock.
Folglich war es auch keine Überraschung, dass auch sie sehr gut beim Publikum ankamen.
Schnörkellos und mit richtig Dampf im Kessel jagten die drei Jungs einen Song nach dem anderen in die Menge, die richtig Spaß dran hatten.
Es macht einfach immer Laune, dieser Truppe zu lauschen.
Großartige Band!
 
Sind es tatsächlich schon dreißig Jahre, die vergingen, seit das gigantische Werk „Operation Mindcrime“ von QUEENSRYCHE veröffentlicht wurde?!
Zu diesem besonderen Anlass brachte der frühere Sänger Geoff Tate mit seiner Band OPERATION MINDCRIME dieses gleich betitelte Album in seiner vollen Güte noch einmal auf die Bühne, um es noch einmal ins Rampenlicht zu stellen.
Ich glaube über die einzelnen Songs muss man nun wirklich nicht mehr reden, denn dass sie über jeden Zweifel erhaben sind, dürfte in der Zwischenzeit wohl jedem Interessierten klar sein.
Was jedoch zu erwähnen ist, ist die Tatsache, dass die Band die Stücke wirklich sehr gut rüber brachten.
Und auch Geoff selbst war sehr gut bei Stimme.
Wenn auch nicht mehr so genial wie einst, jedoch noch immer mit genug Schmackes.
Von dem her, für mich eine wahrlich positive Überraschung!
 
Bei der darauffolgenden Band QUIREBOYS zog ich mich etwas zurück, denn mit dieser Band kann ich nicht wirklich viel anfangen.
Mir schien auch, dass ihre Leistung diesmal weit hinter der stand, mit der ich sie schon erlebte.
Solange es aber dem Publikum gefällt, ist ja alles ok.
 
Auch von FISH war ich diesmal leider enttäuscht.
Irgendwie schien er an diesem Tag ziemlich angefressen.
Man bemerkte es schon im VIP Bereich, wo er sich kurz blicken ließ.
Dementsprechend gestaltete sich auch sein Auftritt.
Recht lustlos ratterte er das Programm herunter, welches eigentlich aus dem kompletten Album „Clutching At Straws“, welche wie auch „Operation Mindcrime“ sein dreißigsten Geburtstag feierte bestand.
Ich hatte aber das Gefühl, dass nicht alle Stücke daraus zum Zug kamen.
Sehr schade, denn dafür, dass er seine musikalische Karriere bekanntlich an den Nagel hängen möchte, hätte ich ihn gerne enthusiastischer in Erinnerung behalten.
 
Den Posten des Headliners des zweiten Tages hatte Udo Dirkschneider inne, der noch einmal mit DIRKSCHNEIDER die Bühne rockte, bevor die mit ACCEPT Klassikern aus seiner Schaffensphase gespickte Setlist endgültig in einer Schublade verschwindet und er sich wieder mit seiner Band U.D.O. Auf den Bühnen dieser Welt sehen lässt.
Gewohnt routiniert haute die Band einen Song nach dem anderen aus den Speakern.
Man muss schon sagen, das sie das Festival ordentlich rockten, denn selbst in den hintersten Reihen wurde das Material amtlich abgefeiert.
So wie es sich für einen richtig guten Headliner gehört.
Mit diesen ACCEPT Krachern endete dann auch Tag 2 erfolgreich!
 
Der dritte und letzte Tag des Rock Of Ages beginnt ja traditionell immer mit einem Familienprogramm, welches auch in diesem Jahr wieder gerne wahrgenommen.
Zumal das Wetter ja auch ordentlich mitmachte, denn auch an diesem Tag brezelte die Sonne erbarmungslos auf das Gelände.
Den Übergang vom Familienprogramm zum musikalischen Stelldichein danach gestalteten HEAVYSAURUS mit ihren, hauptsächlich für Kinder zugeschnittenen Songs .
Auch wenn ich jetzt nicht wirklich viel mit ihren Stücken anfangen konnte, muss ich den Herrschaften doch meinen Respekt zollen, denn bei diesen fast unmenschlichen Temperaturen in ein Dinosaurierkostüm auf der Bühne abzugehen, dazu gehört schon einiges.
Und ihren Erfolg hatten sie zweifellos, denn sowohl auf der Stage, als auch bei der Autogrammstunde und auch im VIP Bereich waren sie ein willkommenes Ziel für viele Fotos.
 
Im Anschluss daran kamen mit CRYSTAL BALL eine Band, die ich auch schon einge Male live erleben durfte.
Und auch diesmal waren sie wieder eine Macht.
Mi ihrem neuen Werk „Crystallizer“ im Gepäck schlugen sie auf der Bühne auf und rockten wahrlich alles in Grund und Boden.
I ch bin immer wieder beeindruckt, mit welch einer Klasse sie ihr Material spielen und so das Publikum in Nullkommanichts in die Tasche stecken.
So war es auch an diesem Tag, denn sowohl die neuen Stücke, als auch ihr älteres Material wurde derart gut angenommen, dass auch diesmal einfach alles passte.
Alles andere hätte mich bei CRYSTAL BALL aber auch gewundert.
 
Danach kam mit MIDGE URE eine weitere Überraschung für mich.
Klar kannte ich seine Songs, die er sowohl mit ULTRAVOX, als auch mit VISAGE und solo veröffentlichte, doch dass er nach dieser doch recht langen Zeit, seit Erscheinen besagter Stücke diese noch so eindrucksvoll live wiedergeben konnte, erstaunte mich doch .
Ich gebe gerne zu, dass mich dieser Musiker, der mich damals schon beeindruckte , es an diesem Tag noch um einiges mehr tat.
Und Hits wie „If I Was“, „Vienna“, „Hymn“, „Fade To Grey“, „The Voice“ und „Dancing With Tears In My Eyes“ endlich mal live zu erleben und das in solch einer großartigen Vorstellung, da ziehe ich voller Freuden meinen imaginären Hut.
 
Was den imaginären Hut angeht, so verhielt es sich bei der kommenden Band MR. BIG etwas verworren.
Zum einen war es mir natürlich eine Ehre, Musiker wie Billy Sheehan und Paul Gilbert On Stage erleben zu dürfen, doch war ich von den Songs an sich, bzw. wie sie gespielt wurden etwas enttäuscht.
Irgendwie fehlte mir der Dampf und die Größe von damals.
Natürlich war es eine andere Zeit und die Herren waren noch jünger, aber irgendwie wirkte das Material etwas steif.
Anyway!
Die Band live auf der Bühne zu sehen, war es trotzdem allemal wert.
 
Den unwiderruflichen Abschluss des diesjährigen Rock Of Ages bildeten THE HOOTERS.
Was soll man zu dieser grandiosen Band noch sagen?!
Wie gewohnt eine mit Hits der Oberklasse bespickte Setlist, die vom Publikum fast schon gefressen wurde.
Von Beginn an machte die Band klar, dass sie den Status des Hauptacts absolut verdient hatten.
Auf einzelne Songs muss ich an dieser Stelle gar nicht eingehen, denn die Fans sangen das komplette Material aus vollen Kehlen mit, während viele von ihnen ausgelassen und angeregt tanzten, sodass man von einem würdigen Headliner sprechen darf.
Diese Spielfreude ist einfach grandios mitanzusehen.
 
Auch diesmal war das Rock Of Ages wieder ein voller Erfolg mit sehr vielen Bands, die mich positiv überraschten.
Da stehen die paar Acts, die mich nicht so vom Hocker gerissen haben, gar nicht erst zur Debatte.
Denn es geht um das Ganze und da ist dieses Festival einfach jedes Mal ganz weit vorne.
Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr!
 

 




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