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Rock For One World - Komma Esslingen, 08.03.2014
Zur festen Institution herangewachsen, war es auch diesmal keine Frage, das “Rock For One World” kurz “ROW Festival”, welches seit 9 Jahren unter dem sehr wichtigen Banner einer Benefiz Veranstaltung zugunsten benachteiligter Menschen in Deutschland bestritten wird im Komma in Esslingen abzuhalten, oder etwa doch?!
Diese Frage mussten sich nämlich unweigerlich die Verantwortlichen dieses großartigen Events stellen, als sie am 01.03. dieses Jahres, also kurz vor dem „ROW“ die schockierende Nachricht über den viel zu frühen Tod vom Hauptinitiator des Festivals „Ralf Schulz“ bekamen.

Für uns alle unfassbar, warum ein Mensch, der solch Gutes für Menschen tat, die nicht die Sonnenseite des Lebens erleben dürfen, so früh aus dem Leben gehen muss.
Auch die restlichen der „ROW“ Crew mussten sich die Frage stellen.
Doch nicht nur diese, denn wie sollte es mit dem Festival nun weitergehen?
Absage vielleicht?!
Doch im Endeffekt taten sie genau das richtige und beließen es dabei das Event abzuhalten, auch wenn die Trauer des Verlusts allgegenwärtig war.
Nichts anderes hätte „Ralf“ nämlich gewollt, denn schlussendlich ist es eine Benefiz-Veranstaltung und hilft so vielen Menschen unter uns und deshalb darf es auch keine Frage sein, das „ROW Festival“ auch weiterhin am Leben zu erhalten.
Alleine schon um das Erbe von „Ralf Schulz“ in Ehren zu halten!
Und so wurde das diesjährige „ROW Festival“ auf seine Art etwas noch besonderer, als es schon immer war, was man nicht zuletzt an den auftretenden Bands merkte, die wirklich alles gaben, um den Anwesenden wieder so etwas wie ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Die ersten, die die diesen Versuch starteten, der dann auch von Erfolg gekrönt war, hören auf den Namen „Black Abyss“ und sind in unseren Breiten eine echte Macht, worum es quasi Ehrensache war, dass sie endlich mal auf dem Festival auftreten mussten.
Zwar hatten sie mit technischen Problemen zu kämpfen, aber dies steckten sie locker weg und nutzten stattdessen ihre Spielzeit, um dem Publikum Songs, wie „As Long As I’m Bleeding“, „Chainbreaker“, „Possessed By Hate“ und „Ripper’s Punch“ näher zu bringen, die das Volk auch allzu gerne annahm.
Bei ihrem Übersong  „Streams Of Sorrow“ musste ich jedoch unweigerlich wieder an “Ralf” denken.
Es gibt einfach solche Momente, da brennt sich eine Melodie in die Gehörgänge ein, die man sein Leben lang nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
So erging es mir damals, als ich zum ersten Mal diesen Song hörte.
Komischerweise hinterließ er bei mir eine depressive Stimmung, obwohl ich den Song abgöttisch liebe.
So war es eigentlich schon vorprogrammiert, dass ich diesmal wieder kurz in Melancholie verfiel.
Aber die Jungs sind einfach ein cooler Haufen und so konnte ich mich schon bald wieder auf das Wesentliche, nämlich ihre saustarken Setlist konzentrieren.
Einen besseren Auftakt für das Festival hätte ich mir gar nicht denken können.

Die nächste Band, die dem Abend musikalische Würze verlieh (Gott wie poetisch…haha) waren „Dezperadoz“, zu deren Stil mir unweigerlich der Begriff Country Metal in den Sinn kommt.
Die Jungs um Sänger/Gitarrist „Alex Kraft“ kommen mit einem coolen Look rüber und grooven was das Zeug hält.
So war es nicht weiter verwunderlich, dass auch sie das Publikum begeistern konnten und legten Song für Song eine Schippe drauf, sodass die Band am Ende des Gigs mit einem mehr als zufriedenen Eindruck die Bühne verlassen konnte.
Es sind genau solche Bands, die man in solchen Momenten einfach braucht.
Mit ihrem Sound brachten sie Stimmung in die Bude und ließen die gedrückte Stimmung, die sich zwangsweise immer wieder mal kurz einschlich, gleich wieder im Keim ersticken.

Die nächste Band auf der Liste war mit „Fox“ wahrlich alles andere als unbekannt.
Mag man beim Bandnamen noch kurz fragend die Stirn runzeln, so bekommt man spätestens beim Sänger und Namensgeber „Mark Fox“ die Erleuchtung.
Wem der Name „Shakra“ was sagt, der weiß nun auch, worauf ich hinaus möchte.
Schließlich war er ja mal die Stimme dieser schweizerischen Ausnahmeband.
Nach seinem Ausstieg wandte er sich seinem Soloprojekt zu, welches nun sowohl CD – als auch Live technische Früchte trägt.
Folgerichtig kamen somit auch verstärkt Songs seines Debüts „Lucifer“ zum Zug.
Allen voran meinem Favoriten „Wonderland“!
Auch seine Truppe steht dem Sänger in Nichts nach und so finden sich mit „Tom Naumann“ (Lead Guitar), „Frank Roessler“ (Rhythm Guitar/Keys), „Alex Jansen (Bass) und „Markus Kullmann“ (Drums) keine wirklich unbekannteren Namen wieder.
Also konnte man auch hier wieder mit zufriedener Miene ein Häkchen dahinter setzen, was auch das Publikum so sah.

Die nächste Band hatte es besonders schwer, sich mit dem Thema des Abends, dem Tod von „Ralf Schulz“ auseinanderzusetzen.
War „Ralf“ doch die gute Seele von „Nitrogods“ und kümmerte sich verstärkt um das Merchandising der Band.
So konnte man ihn auch immer in der Nähe des Standes, wo man Material der Band abgreifen kann anzufinden.
Dies sollte sich nun auf schreckliche Weise ändern, doch Profis wie „Henny Wolter“ (Guitar&Vocals), Oimel Larcher (Bass&Vocals) und Drummer „Klaus Sperling“ nun mal sind, wurden sie irgendwie mit dem Verlust einigermaßen fertig (wenn man das so nennen kann) und versprühten mit ihrem Sound einen unglaublichen Duft von treibendem Rock, gepaart mit einer leichten Trauer wegen des Verlusts ihres Freundes, der aber immer wieder einer inneren Aussage wich, die da lautet: „Siehst du das Ralf, das ist für dich!“
Er wäre mal wieder stolz auf seine Jungs gewesen.
Und sie taten alles, um es zu einem unvergesslichen Abend werden zu lassen, was nicht zuletzt an ihrem Special lag.
Denn als Bonus für die eh schon grandiose Show von „Nitrogods“, kam zudem noch ein ebenfalls guter Freund von „Ralf“ auf die Bühne.
„Ritchie Newton“ mag dem einen oder anderen auch was sagen, denn seine Lebensgeschichte und die seines sehr schwer erkrankten Sohnes war auch schon als Reportage im TV zu sehen.
Über sein Leben hier ausführlich zu schreiben, würde den Rahmen absolut sprengen, deshalb verweise ich an dieser Stelle auf seine Facebook Seite: www.facebook.com/ritchie.newton, sowie sein Buch „Rocksau: Sex…Troubles And Rock’n’Roll“, welches u.a. auch hier geordert werden kann: www.amazon.de/Rocksau-Troubles-RocknRoll-Ritchie-Newton/dp/3981565762
Doch nun zurück zum Gig!
Da „Ritchie“ in seinem jetzigen Heimatland Thailand als „Elvis“ Imitator aufgetreten ist, wurde mit dieser Tradition natürlich auch hier nicht gebrochen und so wurden demzufolge auch zwei Songs des King of Rock’n’Roll ganz im „Nitrogods“ Stil dargebracht, die auch bestens beim Publikum ankamen.
„Ritchie“ hatte sichtlich Spaß an der Geschichte und transferierte diese auch gekonnt nach außen.
So wurde aus dem zu dem Zeitpunkt eh schon genialen Gig der Jungs noch einen drauf gesetzt, sodass ich schlussendlich nur meinen Hut ziehen kann.
Das war ne super Show!

Fehlte eigentlich nur noch der Headliner des Abends.
Und der war mit „Mystic Prophecy“ eine Band, die es immer wieder versteht, das Publikum zu begeistern und schnell auf seine Seite zu ziehen.
Ich erinnere mich noch an mein letztes Gespräch mit „Ralf“ bei der Dynamite Night in Crailsheim im Dezember letzten Jahres, als er mir hinter vorgehaltener Hand verkündete, dass er „Mysic Prophecy“ als Headliner verpflichtet hätte, ohne sie zu seiner Schande richtig zu kennen, worauf er mich fragte, ob das eine gute Entscheidung war.
Ich sagte zu ihm das, was ich auch weiterhin sagen werde, nämlich dass es mit Sicherheit eine gute Entscheidung war, was man auch an diesem Abend wieder erleben durfte.
„Lia“ und seine Jungs zündeten ein Feuerwerk an Hits ihrer Laufbahn ab.
So kamen folgerichtig Stücke, wie „Kill The Beast“, „Killhammer“, „Hate Black“, oder auch „To Hell And Back“ vom aktuellen Album „Killhammer“, genauso wie älteres Material der Marke „Savage Souls“, „Endless Fire“, „Ravenlord“, „Satanic Curses“ und „Evil Empires“ zum Zug, die vom Publikum bestens angenommen wurden.
Ich bin immer wieder verblüfft darüber, mit welch einer Dynamik die Jungs zu Werke gehen, ohne jemals auch nur für eine Sekunde den Blick für das Wesentliche, einer geilen Melodie zu verlieren.
Den Abschluss ihres Gigs bildete die „Black Sabbath“ Coverversion „Paranoid“, zu der sie nochmals alles gaben und so das Publikum sichtlich zufrieden entließen.
Und ich wiedehole mich gerne noch einmal.
„Mystic Prophecy“ waren mit Sicherheit eine gute Wahl für die Position des Headliners!

So war das diesjährige „ROW Festival“ an seinem Ende angekommen, in der Gewissheit, dass „Ralf“ dieses Spektakel sicherlich gefallen hätte.
Im Geiste bei uns war seine Anwesenheit beinahe allgegenwärtig und so wird es für mich (und sicherlich nicht nur für mich) auch unvergesslich bleiben und freue mich, dass das „ROW Festival“ auch in Zukunft weiter bestehen bleibt.
So möchte ich zum Schluss den Verantwortlichen dieses Events meinen tiefen Dank und noch größeren Respekt aussprechen.
Niemand vermag zu erahnen, wie schwer es ihnen gefallen sein muss, diesen Abend einigermaßen normal über die buchstäbliche Bühne zu bringen.
Jedoch sind es am Ende immer die Freunde und auch das Publikum, die einem mental beistehen, so wie auch in diesem Fall.
Deshalb wurde es auch wieder ein voller Erfolg.
Bleibt mir eigentlich nur noch eines kurz und bündig zu sagen:
Leute ihr rockt gewaltig!!!

Pics by Heiko (PictureMonster)
www.heiko-bendigkeit.de/



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Kommentare

by Metal Dad am 19.03.2014 - 19:19
Vielen Dank für diesen Bericht und wir machen weiter versprochen. MD

by Swiss Rock Chick am 19.03.2014 - 20:08
Stefan , du hättest den Bericht nicht besser schreiben können ! Ich war z.T. sehr berührt & hatte schon wieder `ne Träne im Auge ....
miss you RALF ....
auch finde ich es klasse , dass das RoW weitergeführt wird & natürlich werden wir 2015 wieder mitrocken :-)DANKE AN ALLE \m/