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Rock am Härtsfeldsee - Heidenheim Dischingen, 26. - 27.06.2015
Wenn der See ruft, zockeln die Jünger los!
Das alljährliche Rock am Härtsfeldsee lud auch diesmal wieder zum gemütlichen Abhängen mit Freunden und verschärfter Live Mucke ein.
Deshalb folgten auch viele dem Ruf und bekamen auch prompt in Form von Bands wie CHILDREN OF BODOM, HAMMERFALL, DRAGONFORCE, GRAVE DIGGER und BRAINSTORM die Quittung.

Leider gestaltete sich die Anfahrt als sehr schwierig, da so einige Baustellen und noch mehr Staus mich daran hinderten, die ersten beiden Bands UNDERTOW und CYBECORE ansehen zu können.

Ich kam quasi gerade noch rechtzeitig, um dem Heimspiel der Heidenheimer BRAINSTORM beizuwohnen, die an diesem Abend einmal mehr bewiesen, dass sie zur Speerspitze des deutschen Metal gehören und außerdem genug Potential haben, um uns auch im Ausland immer wieder bestens zu präsentieren.
Mit einem gepflegten Best Of Programm, ließen sie die Meute toben und dies kann man getrost wörtlich nehmen, denn die Stimmung war in der Tat mehr als gut, als die Jungs Stücke wie „Highs Without Lows“, „Shiva’s Tears“, „All Those Words“, „Firesoul“ und „How Do You Feel“ gnadenlos in die Menge knüppelten.
Eine Anhäufung von Krachern und Hits ließen das Zelt beben und auch die Ansagen von Sänger Andy B Franck in tiefsten Schwäbisch (so wie es sein muss…grins) trugen dazu bei, dass die großartige Stimmung zu keiner Zeit abriss.
Mit dieser Band ist einfach alles auf den Punkt gebracht und wenn BRAINSTORM auf der Bildfläche erscheinen, sind sehr gute Zuschauerzahlen eigentlich schon vorprogrammiert.

Die nächste Band auf dem Plan war mit TERROR eine Band, die sich den Hardcore ganz fett auf die Fahne geschrieben hat.
Die Jungs aus Los Angeles zogen dementsprechend sehr viele jüngere Zuschauer an.
Meine Wenigkeit konnte leider nicht ganz so viel mit deren Sound anfangen.
Die Stimmung im Festzelt war jedoch sehr gut, sodass es im Endeffekt auf alle Fälle eine Bereicherung und vor allem eine Bestätigung für die Vielschichtigkeit des Festivals war.

Im Anschluss daran machten sich DRAGONFORCE auf der Bühne breit.
Es git ja durchaus kontroverse Meinungen bezüglich der Band.
Entgegen irgendwelcher Aussagen, die sie teilweise nicht wirklich gut dastehen lassen, bin ich der Meinung, dass die Jungs alles richtig machen.
Klar spielen sie sackschnell und ja sie sind auch hyperaktiv auf der Bühne, doch genau das macht sie doch so interessant.
Denn trotz dass sie augenscheinlich Hummeln im Hintern haben, haben sie ihre Instrumente immer perfekt im Griff.
Solchermaßen sind auch ihre Gigs, meiner Meinung nach immer sehenswert und mit so geilen Songs wie z.B. „Three Hammers“, „Cry Thunder“ und „Through The Fire And Flames“ ist das Gesamtpaket vom feinsten geschnürt.
Von dem her ein weiterer Volltreffer für das Festival und die Fans der Band.

Nachdem die letzten Gitarrenattacken von DRAGONFORCE verklungen waren und man bei einer kleinen Umbaupause Zeit hatte zu verschnaufen, wurde diese Ruhe mit dem Headliner des ersten Tages förmlich im Keim erstickt, denn mit CHILDREN OF BODOM kam eine Truppe auf die Bühne, die genau wie ihre Vorgänger auch, nicht zum ersten Mal beim Rock am Härtsfeldsee zu erleben waren.
Und wie im Jahre 2012, als sie zuletzt den See zum beben brachten, hatten Alexi Leiho und seine Mannschaft auch diesmal das Publikum wieder voll im Griff.
Keine Frage, dass COB mit ihren Songs immer wieder den Nerv der Zeit treffen was sich in Stücken wie „Are You Dead Yet“, „Hate Me“, „Needled 24/7“ und „Hate Crew Deathroll“ manifestierte.
Leider bekamen die Zuschauer an diesem Abend noch keinen Vorgeschmack auf das am 02.10. dieses Jahres erscheinende neue Werk „I Worship Chaos“ zu hören.
Deshalb heißt es in diesem Falle, sich noch etwas in Geduld zu üben.
Jedoch pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass wir auch diesmal wieder ein exzellentes Album erwarten dürfen.
Somit waren CHILDREN OF BODOM auch diesmal wieder ein würdiger Headliner.
Blieb nur noch die Spannung auf den kommenden Tag und was er an guten Bands bringen würde.

Der zweite Tag begann leider ähnlich wie der Erste mit einer Verspätung meinerseits, sodass ich den Gig der Jungs von FINAL FAITH komplett verpasste.

Glücklicherweise reichte es noch zum Auftritt von SERIOUS BLACK, denn was die Band live auf die Beine stellt ist aller Ehren wert.
Geile Songs und geiles Stageacting gingen wie immer Hand in Hand bei der Truppe und wenn ihr Set dann auch noch mit dem Übersong „Akhenaton“ beginnt, was will man dann noch viel sagen außer ganz großes Kino!
Dafür dass ihre Stagetime recht früh am Abend war, hatten sich doch schon sehr viele Zuschauer im Zelt versammelt, die dann auch dementsprechend Party machten und Songs wie „Sealing My Fate“, „I Seek No Other Life“, oder auch „High And Low“ regelrecht abfeierten.
Die Jungs um den früheren BLIND GUARDIAN Drummer Thomen Stauch, der dieses Mal endlich auch live wieder zeigen durfte was er alles drauf hat, nachdem er bei der vergangenen Tour mit HAMMERFALL und ORDEN OGAN wegen massiver Rückenprobleme leider nicht dabei sein konnte, waren für mich persönlich jetzt schon das Highlight das ganzen zweiten Tages vom RaH.

Bei der nächsten Band HÄMATOM, die im Anschluss spielten, führte mich mein Weg jedoch aus dem Zelt.
Es ist einfach nicht meine Baustelle was die Jungs veröffentlichen.
Sicherlich dachten genug Zuschauer anders und so konnte ich von Außerhalb mitbekommen, dass sie wohl einen amtlichen Gig hinlegten und darauf kommt es ja schließlich an und nicht auf die Meinung eines Einzelnen.

Weiter ging es danach mit GRAVE DIGGER, auf die ich mich eigentlich sehr gefreut hatte, denn bei Chris Boltendahl und seinen Herren kann man ja schließlich nie etwas falsch machen, wenn man sie live zu sehen bekommt.
Solchermaßen wollte ich auch sofort ganze vorne dabei sein und stürmte zum Klang des Intros „Return Of The Reaper“ vom gleichnamigen aktuellen Album in den vorderen Bereich, wurde jedoch jäh ausgebremst, als sie mit „Hell’s Funeral“ loslegten, welches in so einer überzogenen Lautstärke daherkam, dass ich mich wohl oder übel dafür entschied, sie mir doch lieber vom hinteren Teil des Zeltes aus anzuschauen.
Keine Ahnung wieso sie so derbe aufdrehen mussten, aber das muss ich wohl auch nicht verstehen.
Die Setlist bot indes natürlich wieder beste Kost der Totengräber und so wurde man sowohl mit aktuellerem Material wie z.B. „Season Of The Witch“ und „Hammer Of The Scots“, als auch mit ihren unsterblichen Classics der Marke „Rebellion (The Clans Are Marching)“ und „Heavy Metal Breakdown“ belohnt.
Wenn man also mal von der Lautstärke absieht hatte die anfangs erstellte These, dass GRAVE DIGGER immer eine Reise wert sind, auch diesmal wieder absolut für sich gesprochen.

Als nächste Band standen DIE APOKALYPTISCHEN REITER auf dem Programm.
Eine Truppe, bei der es mir ähnlich erging wie schon bei HÄMATOM zuvor.
Es ist einfach nicht so ganz mein Streifen und so blieb ich im hinteren Bereich des Festzelts, wo ich sie mir aus sicherer Entfernung ansah.
Es ist unbestritten, dass DIE APO REITER ihren Status haben, denn so wie die REITER MANIA um sich griff, war einem sehr schnell klar, dass hier nicht einfach nur ne Spaß-Combo spielt, sondern vielmehr ernstzunehmende Kost dargeboten wurde.
Auch wenn man aus ihren Texten nicht unbedingt die leibhaftige Ernsthaftigkeit heraushören kann (zumindest bei einigen Stücken).
Wie gesagt nicht ganz mein Baustelle, aber dem Publikum hat es gefallen und das zählt ja schließlich am Ende des Tages.

Blieb somit nur noch der Headliner des zweiten Festivaltages.
Und der war mit HAMMERFALL eine Größe, die auch nicht zum ersten Mal den See kippen ließ.
Ich hatte sie ja schon im Januar auf der Tour zu ihrem aktuellen Album „(r)Evolution“ live erleben dürfen und war einigermaßen überrascht, denn so richtig hatte ich die Jungs nach ihren letzten; für mich etwas schwachen Alben nicht mehr auf dem Schirm.
Umso schöner zu erleben, dass sie noch einmal zu ihrer alten Stärke zurückkehrten und mit besagtem Album doch eher ihre Anfänge mit Veröffentlichungen wie „Glory To The Brave“ und „Legacy Of Kings“ hervorhoben.
Auch an diesem Abend machten sie wieder eine mehr als gute Figur auf der Bühne des Rock am Härtsfeldsees und ließen mit Songs wie „Hector’s Hymn“, “Renegade“, „Hammerfall“, oder „Hearts On Fire“ keine Wünsche offen.
Dazu ein mehr als passabler Sound, wovon leider nicht jede Band der vergangenen zwei Tage profitieren konnte.
Mit den letzten Akkorden der Schweden ging auch die diesjährige Ausgabe des Festivals dem Ende entgegen.

Alles in allem hatte das Event auch in diesem Jahr wieder einiges zu bieten, auch wenn ich persönlich nicht mit allen Bands so richtig warm wurde, ist der Großteil der an diesem Wochenende aufgetretenen Akteure Bestandteil meiner Favoritenliste.
Von daher war es wie immer die absolut richtige Entscheidung das Weekend am Härtsfeldsee zu verbringen.
Stellt sich wie immer schlussendlich die Frage, mit welchen Namen die Veranstalter wohl im kommenden Jahr auftrumpfen werden.
Bis die ersten Bands veröffentlicht werden, heißt es wohl in Geduld üben, aber das schaffen wir auch noch!

Pics by Heiko Bendigkeit
www.heiko-bendigkeit.de/




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