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Festival-Berichte

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Rock am Härtsfeldsee 2012, Heidenheim - Dischingen 29.-30.06.2012
Mittlerweile ist das Rock am Härtsfeldsee Festival bei Heidenheim zu einer festen Institution für die Metalszene geworden.
Das belegen die Absatzzahlen, die das Festival schon seit Jahren immer wieder mit den 2, für einen Veranstalter wohl schönsten Worte „Sold Out“ schmücken.
Eigentlich auch nicht verwunderlich wenn man sich Jahr für Jahr verwundert die Augen reibt, bei der Sichtung der dort auftretenden Bands.
Auch in diesem Jahr standen mit „Blind Guardian“, „Children Of Bodom“, „Rage“, „Sodom“ und einigen weiteren Kapellen wieder hoher Standard auf der Tagesordnung, so daß man sich auf 2 geniale Festivaltage freuen konnte und selbst ein beinhartes Unwetter brachte das Event nicht zu Fall, doch dazu später mehr.


Den ersten Tag eröffneten „Dust Bolt“ aus München.
Leider hatte der Schutzpatron der Autofahrer wohl sein freies Wochenende und so hatten wir die Band, bedingt durch mehrere Staus auf den Autobahnen verpaßt.

Die nächsten auf der Liste waren mit „Stahlmann“ eine Formation, die mit ihrem Sound, der sich doch recht heftig an Bands wie den alten „Megaherz“, „Rammstein“ und deren mehr orientiert.
Allein ihr Erscheinungsbild war sehr gewöhnungsbedürftig, denn ihren Bandnamen nahmen sie wörtlich und standen silber-grau bemalt auf der Bühne um ihre Songs ins Publikum zu schmettern.
Jedoch hatten sich einige vor der Bühne versammelt, so daß die Band diese auch im Griff hatten und somit für sich einen Erfolg verbuchen konnten.

Eine Band so richtig nach meinem Geschmack enterten danach die Bühne.
Die Franken von „Freedom Call“ kamen, spielten und siegten.
Daß ich mit dieser Meinung nicht alleine dastand, davon konnte man sich während ihres Gigs im Zelt selbst überzeugen.
Mit einem wahren Sammelsurium von Hits aus ihren bisherigen Alben machten sie klar, daß sie zweifellos ihren Status in der Szene hatten und auch weiter haben werden.
Die Jungs machen einfach immer Spaß und bereichern jede Party, Festival und was weiß ich noch alles.
Ich freue mich jetzt schon auf ihren Gig bei der diesjährigen Warm Up Show vom Bang Your Head.

Etwas rasanter und härter ging es mit der nächsten Band weiter.
„Sodom“ standen auf dem Plan und wie nicht anders zu erwarten, hatten „Tom Angelripper“ und seine Mannen von Beginn an alles im Griff.
Zwar mußte man etwas auf die Jungs warten, da sie längere Zeit im Stau steckten und förmlich aus dem Tourbus auf die Stage hechteten um dann mit „In War And Pieces“ loszulegen, aber wenn dann Songs wie „Sodomy And Lust“ oder „Wachturm“ gezockt werden, wer will ihnen da die Verspätung noch übelnehmen?!
So konnte man auch ihren Auftritt als Volltreffer verbuchen, auch wenn ihr Set, bedingt durch die verspätete Ankunft etwas gekürzt wurde (hatte ich zumindest den Eindruck).
Solchermaßen ging es dann mit Riesenschritten in Richtung Headliner des Abends.

Und genau dieser folgte im Anschluß an die Rabauken aus dem Ruhrpott.
Niemand geringerer als die Krefelder „Blind Guardian“ hatten diesen Part für sich in Anspruch genommen und schöpften ihn auch völlig aus.

Mit mächtig Spielfreude legten sie mit „Sacred Worlds“, gefolgt von „Welcome To Dying“ und „Nightfall“ los und machten unmißverständlich klar, daß auch sie mit einer Vielfalt von Klassikern, gepaart mit Songs neueren Datums aufwarten würden.
So fand man in der Setlist sowohl aktuelleres wie „Turn The Page“, „Tanelorn (Into The Void), „Wheel Of Time“ und „Wizard’s Crown“, als auch unvergleichliche Perlen der Vergangenheit wie „A Pipers Calling – Somewhere Far Beyond“, „The Last Candle“, „A Past And Future Secret“, „Bright Eyes“ und „And The Story Ends“, die mit den unverzichtbaren Krachern „Valhalla“, „The Bard’s Song – In The Forest“ und „Mirror Mirror“ zu einer Einheit verschmolzen.
Ein würdiger Headliner für den ersten Tag des Festivals, der Lust auf mehr machte.

Der zweite Tag begann wie der erste mit einer satten Verspätung unsererseits und so verpaßte ich leider den Opener „Misanthropia“.
Ich hatte sie ja von dem Gig mit „Black Abyss“ und weiteren am 21.04. diesen Jahres im Rock It in Aalen in bester Erinnerung.
Und eigentlich wollte ich sie auch unbedingt sehen, doch es hat nicht sollen sein.
So kann ich mich nur auf Zeugenaussagen berufen, die bestätigten, daß die Band wie immer einen genialen Gig hinlegten was ich auch ohne weiteres glaube.

Weiter im Text ging es mit einer Band, die den Deutsch Rock auf ihre Fahne geschrieben hat.
„Serum 114“ hatte ich schon beim Festival Rock am Neckar gesehen, oder besser gesagt gehört, denn für diese Art von Musik fehlt mir einfach das Interesse, so daß ich auch beim diesjährigen Rock am Härtsfeldsee keine sonderlich großen Ambitionen hatte, mir die Band live anzuschauen.
Es muß einem ja auch nicht alles gefallen.
Wo kämen wir denn da hin.

Auch bei der nächsten Band hatten vor allem die jüngeren Gäste ihre helle Freude.
Mit „Caliban“ kam eine Band auf die Bühne, die es versteht, sowohl den jungen Hüpfern viel Spaß zu bieten, als auch Leute gesetzteren Alters noch zu verwundern.
So fand man in den vorderen Reihen sowohl umherfliegende Jugendliche, als auch mitbangende Herrschaften älteren Geburtsdatums.
Da kann man mal sehen, daß selbst Musik einer jüngeren Generation durchaus auch im höheren Alter noch Freude bereiten kann.
Aber Spaß beiseite, „Caliban“ machten wirklich alles richtig und konnten deshalb auch verdienten Respekt ernten.

Eigentlich war es nun Zeit für die Herren von „Rage“.
Doch bevor die loslegten, legte erst einmal was ganz anderes los.
Ein Unwetter welches seinesgleichen suchte, brach über den Härtsfeldsee herein und riss alles mit was nicht Niet – und Nagelfest war.
Leider waren auch einige Verletzte, die durch umherfliegende Gegenstände getroffen wurden zu beklagen.
Angesichts dieses massiven Sturms jedoch eine verwunderlich geringe Zahl.
(An dieser Stelle auch noch mal beste Genesungswünsche von unserer Seite an die Verletzten).
Leider wurde der Campingplatz derart verwüstet, daß es für die Camper keine Möglichkeit mehr gab in ihren Zelten zu übernachten.
Doch dank der sehr schnellen Organisation seitens der Verantwortlichen dieses Festivals (hierfür auch noch ein ganz großes Lob an die Verantwortlichen) wurde die Turnhalle im nahegelegenen Dischingen schon nach kurzer Zeit für die Leidtragenden zur Verfügung gestellt, so daß sie wenigstens in der Nacht noch im Trockenen schlafen konnten.
Auch auf dem Festivalgelände sah es ähnlich wie auf dem Campingplatz aus.
Ein großer Teil der Merchstände fiel dem Sturm zum Opfer.
Da kann man mal sehen wie machtlos man solchen Naturgewalten im Endeffekt gegenübersteht.

Mit einer kleinen Verspätung, jedoch ohne den befürchteten Abbruch des Festivals legten dann aber endlich „Rage“ los und feuerten auch sogleich Material wie den Titelsong vom neuen Album „21“, sowie auch Meilensteine wie „Paint The Devil On The Wall“, „No Regrets“, „Great Old Ones“, „Don’t Fear The Winter“, „Solitary Man“ und „Soundchaser“, die sich mit den neuen Stücken wie „Feel My Pain“, oder auch „Serial Killer“ wunderbar verbanden ins wartende Publikum.
Ich finde es immer wieder faszinierend was die Herren da auf die Beine stellen.
Sowohl live wie auch aus der Konserve sind „Rage“ einfach eine Macht.
Und so hatten sie natürlich auch dieses Mal ihre Fans wieder voll auf ihrer Seite und konnten sich von denen auch ausgiebig und zurecht feiern lassen.
Einfach ein starker Gig von den Jungs, der den Weg zum Headliner des zweiten Tages ebnete.

Und der hieß „Children Of Bodom“!
Die Jungs um Mastermind „Alexi Laiho“ hatten von Beginn an ein gutes Blatt in der Hand was ja eigentlich auch nicht weiter verwunderlich war wenn man mit Nackenbrechern wie „Warhead“, „Hate Me“ oder meinem Favoriten „Dead Night Warrior“ vom ersten Album „Something Wild“ aus allen Rohren schießt.
Auch das Bühnenbild war nicht von schlechten Eltern, denn in der Mitte der Bühne war die Hälfte eines amerikanischen Straßenschiffes plaziert worden, dessen Scheinwerfer mit der Lichtanlage der Bühne gekoppelt war.
So gab es dann gute 90 Minuten die Vollbedienung für die anwesenden Fans und ließ zumindest für eine Weile den Sturm am Abend etwas vergessen.
Das böse Erwachen kam ja für viele erst nachdem sie vom Gelände gingen und feststellen mußten, daß auch ihr Zelt sich verflüchtigt hatte.
Doch zurück zum Headliner.
Ob „Children Of Bodom“ nun für diesen Posten würdig waren oder nicht, ist mir persönlich zumindest recht einerlei, denn Stimmung brauchten sie in die Hütte, Spaß hatten die Jungs auch und gutes Songmaterial haben sie allemal am Start.
Von daher sage ich einfach mal Daumen hoch und lasse die Leute reden was sie wollen.

Wenn man zum Schluß die beiden Festivaltage Revue passieren läßt, ist auch diesmal die musikalische Vielfalt ganz klar hervorzuheben.
Die Macher vom Rock am Härtsfeldsee haben wirklich ein gutes Händchen in Sachen Bandzusammenstellung und auch ihr Notfallplan, den sie wegen dem Unwetter sofort in die Tat umsetzten, ging voll auf.
Möge es im nächsten Jahr genauso weitergehen, aber natürlich ohne Sturm, den schließlich macht der Sturm aus den Lautsprechern immer noch mehr Spaß als der, mit dem die Natur ihre Muskeln spielen läßt.
Ich freue mich zumindest auf die nächste Ausgabe des Festivals.

Pics by Heiko (PictureMonster)














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