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NoRMAhl - Friede den Hütten-Krieg den Palästen - Review
Zugegeben, bei Normahl handelt es sich nicht um eine Metal-Kapelle. Allerdings spielen sie erdigen Punk-Rock und das seit nunmehr 35 Jahren!
Da mich die Band seit meiner Jugend in meiner Musikgeschichte begeleitet, möchte ich die Pfade des Metals ausnahmsweise etwas verlassen und meine bescheidene Meinung zu diesem Album abgeben.

Die Jungs von NoRMAhl aus dem schwäbischen Winnenden, Lars Besa (Gesang), Mick Scheuerle (Gitarre), Manny Rutzen (Bass) und Scobo Skobowski (Schlagzeug) wollen es im Jahr 2015 noch einmal wissen und präsentieren 10 Jahre nach ihrem letzten Studioalbum das vielleicht reifste Album in ihrer mittlerweile 35-jährigen Bandgeschichte. Es trägt den provokativen Titel "Frieden den Hütten - Krieg den Palästen", welcher garantiert wieder Diskussionen auslösen wird. Auch textlich halten sich NoRMAhl (wie immer) nicht zurück. Allerdings wollen sie nicht ernsthaft provozieren oder zur Anarchie aufrufen, so wie viele andere Punk-Bands. Vielmehr stecken mahnende Botschaften in ihren Texten, die an alle geht. Bodenständig, souverän, frech und trotzdem mit einer Prise Ironie gelingt es der Band wieder einmal vorzüglich ihre Botschaften an Volk und Staatsgewalt zu richten. "Nicht nur nebenbei hören, sondern ZUhören" mahnen die 4 Jungs.

Hausdurchsuchungen bei allen Bandmitgliedern, die im Nachhinein als rechtswidrig eingestuft wurden, sowie die letztjährige Indizierung von 30 Jahre alten NoRMAhl-Songs und 2 Alben, sowie das aktuelle Zeitgeschehen dürften genug Stoff sein, um provokativ aber fair zurückzuschießen. Keine Frage, sie haben gelernt sich auszudrücken. Nach wie vor rotzfrech, tiefsinnig und mahnend und kein bißchen leise.

Sechs Eigenkompositionen, darunter solche Prachtsongs wie das halbballadeske und ernste "Freiheit", das hart-flotte "Spaß" oder das rockig solide "Sommer" belegen dies eindeutig. Hinzu kommen sechs Neuinterpretationen zu Liedern wie z.B. von Reinhard Mey "Narrenschiff" (genial mit Reggae-Punk-Rap-Rock(?!) umgesetzt) oder "Es ist an der Zeit" von Hannes Wader. Außerdem passt auch das "Kapitalistenlied" von Georg Kreisler in die heutige Zeit, wie die Faust aufs Auge.
Das eh schon recht abwechslungsreiche und nie langweilige Album wird noch durch Instrumente wie Banjo, Zieh- und Mundharmonika aufgelockert und fügen sich vorzüglich zwischen Gesang, Gitarren, Drums und Bass ein und wirken nie störend. Mitsing- und Mitgröhl-Songs sind ebenso vertreten, wie auch ein Schunkel-Lied als Rausschmeißer ("Alter Junge").

Weiter brauche ich wohl auf die Musik nicht einzugehen. Wer NoRMAhl kennt, der weiß was ihn erwartet. Auch wenn die Fraggles-Zeiten wohl endgültig passé sind, darf sich der Hörer auf bodenständigen und ehrlichen Punk-Rock mit klasse Texten erfreuen.
Alter Junge... sie können's noch...

Aufgenommen wurde das Album in den Reutlinger Atlantis Studios von James Herter und gemastert vom legendären "Samson".

Danke Jungs... ihr bereitet mir noch immer Kopfzerbrechen und jede Menge Spaß...

Note 1,5



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