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Nightwish + Guests - Stuttgart Schleyerhalle, 03.12.2015

Nachdem ihr aktuelles Album „Endless Forms Most Beautiful“ förmlich wie eine Bombe eingeschlagen hatte, standen die Zeichen natürlich mehr als offensichtlich darauf, auch eine dementsprechend ausgeweitete Tournee in Angriff zu nehmen.
So führte sie ihre Reise zusammen mit ihren Vorbands AMORPHIS und ARCH ENEMY am 03.12. in die Schleyerhalle, wo es mich dann selbstverständlich hin verschlagen sollte.

 

Pünktlich um 19:00 Uhr betraten die Opener AMORPHIS die Bühne.
Mit im Gepäck hatten sie ihr aktuelles Meisterwerk „Under The Red Cloud“, welches mich mal wieder vom ersten Ton an in seinen Bann gezogen hatte.
Deshalb war auch ein weiterer Grund dieses Package unter die Lupe zu nehmen.
Und genau von diesem Album sollte es auch sogleich eine Kostprobe geben.
Die Auswahl fiel dabei auf „Sacrifice“, sowie dem schon vorab erschienenen „Death Of  A King“, welche auch sofort grandiosen Anklang beim Publikum fanden.
AMORPHIS hatte wahrlich keine Probleme, das Auditorium auf ihre Seite zu ziehen und so war es auch nicht weiter verwunderlich, dass die im Anschluss folgenden Stücke „Hopeless Days“, „Bad Blood“ (ebenfalls vom neuen Album), „Sky Is Mine“, „Silver Bride“ und „The Four Wise Ones“ (ein weiterer Song vom neuen Werk) genauso frenetisch gefeiert wurden.
Was für eine grandiose Band, denn es schaffen wahrlich nicht viel, innerhalb von leider nur 30 Minuten Spielzeit, solch eine unglaubliche Atmosphäre zu schaffen.
Beim letzten Song ihres Sets „House Of Sleep“ gesellte sich dann sogar noch Marco Hietala von NIGHTWISH zu den Jungs, um zusammen mit ihnen diesen großen Song zu performen.
Was für ein krönendes Ende!
P.S.: Durch ein zu spätes Eintreffen in der Halle, sind leider keine Bilder von AMORPHIS vorhanden.  

 

Im Anschluss daran wurde die Bühne für die nächste Band des Abends bereit gemacht.
ARCH ENEMY waren an der Reihe und auch diese Band hatte unübersehbar ihre Fans dabei.
Denn als nach dem Intro „Khaos Overture“, der erste Song „Yesterday Is Dead And Gone“ erklang war klar, dass die Truppe nicht zu Unrecht die Band der Stunde ist.
Seit sie ihr noch aktuelles Album „War Eternal“ veröffentlichten, sind sie quasi nur noch auf Tour.
Somit dürfte in der Zwischenzeit wohl schon der komplette Planet, die Band schon einmal live gesehen haben.
Jedoch werden sie absolut nicht müde, sondern blühen vielmehr immer mehr auf.
Vor allem Frontfrau und Wirbelwind „Alissa White-Gluz“ taut immer mehr auf und mutiert so zu einem Teil der Band.
Hatte man am Anfang ihres Einstiegs bei ARCH ENEMY noch den Eindruck, dass sie erst noch ihren Platz suchen müsste, wenn sie zusammen mit den Jungs auf der Bühne steht, so hat sie den in der Zwischenzeit wahrlich gefunden, denn was sie mittlerweile auf der Bühne abzieht, ist wirklich bemerkenswert, sowie auch sehenswert.
Natürlich wurde „War Eternal“ auch gebührend abgefeiert.
Hierfür zog man den Titeltrack, sowie „Stolen Life“, „You Will Know My Name“, „As The Pages Burn“ und “Avalanche” heran, die selbstredend besten Anklang beim Publikum fanden.
Genauso wie auch die älteren Stücke „Ravenous“ von „Wages Of Sin“, sowie die beiden Songs „Under Black Flags We March“ und „No Gods, No Masters“ vom genialen Werk „Khaos Legions“, auf welchem übrigens auch der bereits erwähnte erste Track des Abends „Yesterday Is Dead And Gone“ zu finden ist.
Auch diese hatte „Alissa“ perfekt im Griff, sodass man am Ende von einem übergenialen Gig sprechen darf.
Ich hoffe, dass die Band in dieser Konstellation ihren Frieden gefunden hat, denn vor allem das Gitarrendoppel Michael Amott und Jeff Loomis (Ex-NEVERMORE) hat es mir sehr angetan, denn was die beiden an Gitarrengewittern ablassen, dürfte wohl jedem gestandenen Gitarrenfreak die Freudentränen in die Augen schießen lassen.
Nachdem ARCH ENEMY auch diesmal wieder bewiesen hatten wie unglaublich beeindruckend sie selbst nach dieser Odyssee der War Eternal Tour noch sind, konnte man sich nun auf den Headliner des Abends konzentrieren.

 

Ich hatte ja schon sowohl auf dem diesjährigen Summer Breeze Festival, als auch in Basel, ein paar Tage vor diesem Gig in Stuttgart, die Gelegenheit NIGHTWISH live zu bestaunen.
Und ich kann nur immer wieder betonen wie unglaublich klug die Entscheidung war Floor Jansen als Sängerin zu bestätigen.
Für mich zeichnete es sich schon ganz klar ab, als sie zuerst noch „nur“ Ersatz für die kurz zuvor gegangene Anette Olzon war, dass sie das Zeug zur Frontfrau von NIGHTWISH hat, denn sie besitzt einfach alles was man hierfür an den Tag legen sollte.
Und nachdem die Bestätigung quasi auf den Fuß folgte und sie mit „Endless Forms Most Beautiful“ ein unfassbar starkes Album veröffentlichten war wohl nicht nur für mich die Welt wieder in Ordnung.
Was ebenfalls positiv zu bewerten ist, ist die Tatsache, dass die Setlist der aktuellen Tour, die sich hin und wieder auch mal verändert, sehr ausgewogen ist.
Soll heißen, dass man sich sowohl auf Kracher der neuen Scheibe, als auch auf älteres Material der Band freuen durfte.
So war es also kein Wunder, dass man zwischen Songs wie „Shutter Before The Beautiful“, der Opener vom neuen Album, der auch auf der Tour als erster Song wunderbar funktionierte, sowie „Yours Is An Empty Hope“, „My Walden“, „Elan“, „Edema Ruh“ und „Weak Fantasy von „Endless Forms Most Beautiful“, auch Stücke wie „Everdream“, „Wishmaster“, „Nemo“ und auch die von mehr innig geliebten Songs „Stargazers“ und „Ghost Love Score“, die alle aus der Zeit stammen, als Tarja Turunen noch das Mikro bei NIGHTWISH in der Hand hatte.
Und auch die Zeit in der Anette noch ein Teil der Band war wurde mit „The Islander“, „7 Days To The Wolves“, „I Want My Tears Back“, „Storytime“ und „Last Ride Of The Day“ großzügig bedacht.
Höhepunkt des Abends war aber sicherlich auch das in der Studiofassung gut 24 Minuten dauernde Meisterwerk „The Greatest Show On Earth“, welches auch an diesem Abend live wohl nicht allzu viel kürzer war.
Man hatte ja schon während der ganzen Zeit des Gigs die Gelegenheit, sich sowohl über die Light – als auch die Pyroshow zu erfreuen, doch bei diesem Epos, welches auch gleichzeitig den letzten Song des Abends darstellen sollte, gaben sie noch mal alles und servierten ihren Fans ein visuelles Erlebnis aus Licht, Feuer und Videosequenzen, die auf dem Backdrop immer wieder eingespielt wurden.
Man kann als Fan nur den Hut vor dieser Band ziehen, denn was NIGHTWISH immer wieder auf die Beine stellen ist so unglaublich, dass ich zumindest fast keine Worte mehr dafür finde.

 

So endete nach dem Outro von „The Greatest Show On Earth“ der Abend mit den abschließenden Worten von Richard Dawkins, dem bekannten Evolutionsbiologe und bekennenden Atheisten, der auch auf dem Album Endless Forms Most Beautiful zu hören ist.
Was für ein ergreifendes Konzert, dass mich einmal mehr völlig in ihren Bann gezogen hat und mich darin bestätigte, dass NIGHTWISH zu meinen absoluten Favoriten im Musikbusiness gehören.

 

Pics by Heiko Bendigkeit

http://www.heiko-bendigkeit.de/

 




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