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Music From The Beast Festival - Oberursel Burgwiesenhalle, 27.09.2014
Um heutzutage ein vernünftiges Festival auf die Beine zu stellen, bedarf es natürlich vor allem einer ausgewogenen Mischung an Bands, die im Idealfall alle prädestiniert sind, eine Halle, oder ein Open Air Gelände zu füllen.
Wenn dieses Festival jedoch auch noch unter einem bestimmten Motto steht, ist das sicherlich noch ein Grund mehr, es doch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Deshalb führte mich als „Iron Maiden“ Maniac mein Weg am 27.09. auch nach Oberursel in die Burgwiesenhalle, wo die Veranstalter unter dem Titel „Music From The Beast“ den eisernen Jungfrauen auf ihre ganz eigene Art huldigten.

Jedoch wurde der Abend nicht mit harten Klängen, sondern eher seicht begonnen.
Der Gitarrist „Thomas Zwijsen“ hatte die Ehre dieses kleine Festival zu eröffnen und das in einem beschwingt, akustischen Rahmen.
Unter Mithilfe der Violinistin „Anne Bakker“, zollte er „Iron Maiden“ seinen ganz eigenen Tribut und ließ Songs, wie „No Prayer For The Dying“, „Fear Of The Dark“ und einigen mehr, in einem völlig neuen, wenn auch etwas ungewöhnlichen Licht erstrahlen.
Dachte ich im Vorfeld noch, es könnte unter Umständen bei den Anwesenden nicht so recht zünden, sah ich mich doch recht bald im Irrtum, denn jeder Song wurde mit ordentlichem Beifall bedacht.
Somit kann ich auch absolut nichts Negatives über diese bedächtige Einführung in den Abend sagen.
Sehr schön um arrangierte Stücke, die lange nachhallen.

Auch die nächste Band dieses Events, hielt die akustische Fahne hoch, doch wer „Maiden United“ kennt, der weiß was die Band aus Songs von „Iron Maiden“ zu machen vermag.
Natürlich wie schon erwähnt in akustischem Gewande, doch schaffen sie es mit Leichtigkeit, den Stücken ihren ganz eigenen Stempel aufzudrücken.
Ich hab sie schon zweimal live erleben dürfen und wusste deshalb genau, was ich von den Jungs um „Threshold“ Sänger „Damian Wilson“ erwarten dürfte und wurde zu keiner Sekunde enttäuscht.
Nein ich würde sogar noch soweit gehen zu sagen, dass ich sie noch nie so dermaßen stark erlebt habe, obwohl ich bei den ersten beiden Gigs der Band schon dachte, das ultimative erlebt zu haben.
Sie schaffen es immer wieder, mich noch mehr zu beeindrucken, wenn sie Perlen der Marke „Only The Good Die Young“, „Revelations“, oder „The Evil That Men Do“ (um nur einige zu nennen) anstimmen.
Diese unglaubliche Dynamik innerhalb der Band, die mit solch einer Energie auf das Publikum transferiert wird, ist schon spektakulär.
Und wie viel Herzblut jeder einzelne Musiker dieser Band, in die Sache steckt, das konnte man auch diesmal wieder aus den Gesichtern, von jedem der Mitglieder herauslesen.
Wer „Maiden United“ bisher noch nicht live zu Gesicht bekommen hat, dem rate ich dies schnell nachzuholen, denn gefühlvoller kann man Stücke von „Iron Maiden“ kaum rüber bringen, als es diese Jungs tun.

Die nächsten 90 Minuten standen ganz und gar im Zeichen der „Iron Maiden“ Ära die sich auf die Jahre 1994 bis 1999 erstreckten.
In dieser Zeit hatte nämlich „Blaze Bayley“ das Zepter in Form des Mikros bei den eisernen Jungrauen in der Hand.
Zwar gibt es immer wieder Unkenrufe aus der Szene, dass die beiden Alben „The X-Factor“ und „Virtual XI“ nicht gerade zum besten zählen was die Band je veröffentlicht hat, jedoch bin ich (und zumindest der Rest des Publikums in der Halle) da völlig anderer Meinung.
Und so legte „Blaze“ eine Setlist hin, die wohl keine Wünsche offen ließ, denn sowohl „Man On The Edge“, als auch „Virus“, The Clansman“ und „Lord Of The Flies“ kamen an dem Abend zu Zug, die sich mit weiteren Stücken, wie z.B. „Sign Of The Cross“, oder auch „Futureal“ in guter Gesellschaft befanden.
„Blaze“ hatte wie immer sichtlichen Spaß, was er auch perfekt auf das Publikum projizierte, die jeden einzelnen Song dankbar und mit einem ordentlichen Applaus annahmen.
Zwar kamen an diesem Abend keine eigenen Songs seiner Solo-Alben zum Zug, das machte aber gar nichts, angesichts dieser Fülle an „Maiden“ Stücke, die mich immer wieder an die Konzerte aus der damaligen Zeit erinnern, als oben erwähnte „The X-Factor“ und „Virtual XI“ aktuell waren.
Es ist eine wahre Wohltat für die Seele, solch einen dankbaren Musiker auf der Bühne zu erleben, der nicht den kleinsten Hehl daraus macht, wem er dies alles zu verdanken hat.
Auf solch einer Basis der gegenseitigen Dankbarkeit beruht die Tatsache, es mit einem seiner größten Auftritte zu tun zu haben, die ich je mit ihm erleben durfte.
Ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Gigs von ihm in Deutschland, oder der Schweiz, wo ich sicherlich wieder zugegen bin.

Nach diesem denkwürdigen Ereignis war es nun an der Zeit, den letzten Act des Abends zu begrüßen.
Auch er war eng mit „Iron Maiden“ verbunden.
Zumindest von 1977 bis 1981 war dies so, als die zwei ersten Alben der Band „Iron Maiden“ und „Killers“ eingesungen hatte.
Der Rest ist bekanntlich Geschichte und so begann er mit einigen Umwegen, wie z.B. „Paul Dianno’s Battlezone“, oder „Murder One“ seine Solo-Karriere, bei der ebenfalls tolle Songs zum Vorschein kamen.
An diesem Abend jedoch spezialisierte er sich, wie schon „Blaze Bayley“ zuvor eher auf Stücke seiner Ära bei den eisernen Jungfrauen.
Zumindest größtenteils, denn ein paar seiner eigenen Stücke, wie z.B. „Children Of Madness“ und „Marshall Lockjaw“ verirrten sich dann doch auf die Setlist, die sich aber mit Meilensteinen, wie „Purgatory“, „Remember Tomorrow“, „Phantom Of The Opera“, Killers“ und „Prowler“ in bester Gesellschaft befanden.
Der Zugabenblock hatte es dann auch noch einmal in sich.
Den Anfang machte das Instrumental „Transylvania“, gefolgt von „Running Free“, bei dem sich sowohl „Thomas Zwijsen“, als auch ein paar Mitglieder von „Maiden United“ auf die Bühne verirrten, um zusammen mit „Paul“ und seinen Jungs den Song zu zelebrieren, bevor mit dem „Ramones“ Cover „Blitzkrieg Bop“ endgültig der Vorhang fiel.
Natürlich ist der Gesangsstil von „Paul Dianno“ reine Geschmackssache und nicht jeder kann mit der punkigen Ausrichtung der alten „Maiden“ Klassiker was anfangen, doch alleine schon die Anwesenheit dieses Mannes ist schon kultverdächtig und auch wenn ich nicht hundertprozentig zu seinem zwischenzeitlichen Gesangsstil stehe, so finde ich diesen Musiker trotzdem beachtlich.

So endete die erste Ausgabe vom „Music From The Beast“ in der Gewissheit, schon einmal einen sehr beachtlichen Grundstein gelegt zu haben.
In der Hoffnung, dass diesem Festival noch weitere folgen mögen, was wohl auch im Sinne des Veranstalters sein dürfte.
Selten habe ich ein solch gut durchorganisiertes Event erleben dürfen, bei dem vom Sound in der Halle, über die Verpflegung, bis hin zum gesamten Ablauf des Festivals einfach alles passte.
Ich freu mich schon auf eine Fortsetzung und bis dahin erinnere ich mich sehr gerne an dieses großartige Festival zurück.

Pics by Hobbit Hauser



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