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Monsters Of Rock - Bietigheim-Bissingen Viadukt, 18.06.2016

Lange ist es her, dass der Name Monsters Of Rock“ zum letzten Mal in Deutschland in Erscheinung trat.
Doch Shooter Promotions änderten dies nun, indem sie eine Neuauflage starteten.
Wenngleich auch in einem etwas kleineren Rahmen (was die Anzahl der Bands angeht).
Doch die Qualität der auftretenden Künstler, bewies wie einst große Klasse.
In Anlehnung an das erste Monsters Of Rock, welches am 16.08.1980 in Castle Donnington über die sprichwörtliche Bühne ging und solch klangvolle Namen wie TOUCH, RIOT, SAXON, APRIL WINE, SCORPIONS, JUDAS PRIEST, sowie dem Headliner RAINBOW in sich barg, wollte man diesen Geist wohl noch einmal aufgreifen und holte RITCHIE BLACKMORE’S RAINBOW nach Bietigheim-Bissingen, wo dieses Event vor wunderschöner Kulisse, dem Viadukt stattfand.

 

Den Anfang machte indes HANS WERNER OLM, jener Comedian, der diesmal jedoch mit Begleitband auftrat und einige Gassenhauer alter Barden zum Besten gab.
Ob man dies nun wirklich brauchte, konnte man sehr schnell für sich selbst entscheiden.

 

Den richtigen Beginn dieses Events mit dem unverwechselbaren Namen, hatten danach THIN LIZZY für sich beansprucht.
Zu der Besetzung, die aus Scott Gorham, Ricky Warwick, Damon Johnson und Darren Wharton bestand, gesellte sich zudem noch AEROSMITH Basser Tom Hamilton.
Solchermaßen ließen natürlich Klassiker wie „Jailbreak“, „Killer On The Loose“, „Massacre“, „Waiting For An Alibi“, „Emerald“, „The Boys Are Back In Town“ und „Whiskey In The Jar“ nicht lange auf sich warten und wurden vom Publikum aus voller Kehle mitgesungen.
Frontmann Ricky Warwick besaß wie immer Klasse und wusste wie er die Zuschauer an sich binden konnte.
Doch selbstverständlich funktioniert so etwas nur, wenn man eine gewisse Stärke im Rücken hat.
Somit würde ich einfach mal behaupten, dass diese momentane THIN LIZZY Besetzung alles zu bieten hat, was man sich von jeher von der Band wünschte.
Was für ein grandioser Auftakt!

 

Da hatten es Manfred Mann’s Earth Band für mich persönlich etwas schwerer, denn so richtig wollte ihr Gig bei mir nicht zünden.
Natürlich hat die Band mit Klassiker wie „For You“, „Blinded By The Lght“ und „Davy’s On The Road Again“ zum ausgelassenen Mitgehen bewegt, doch irgendwie reichte mir dies an dem Abend nicht aus.
Nichtsdestotrotz eine sehr große Band, die es auch heute noch versteht, ihre Fans zu begeistern.
Was zählt da schon die Meinung einer einzelnen Person?!

 

Ganz anders hingegen ging es mir beim folgenden Headliner.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Ritchie Blackmore zum letzten Mal 1987, damals noch mit DEEP PURPLE live erleben durfte.
Und dies beim Monsters Of Rock in Pforzheim, wo sie als Hauptact im Zuge ihrer „House Of The Blue Light Tour“ auftraten.
Ihr seht, irgendwie schließt sich so der Kreis.
Deshalb war es mir auch sehr wichtig, ihn zusammen mit einer zugegeben völlig anderen Konstellation der Band RITCHIE BLACKMORE’S RAINBOW noch einmal auf der Bühne zu erleben.
Und eins vorweg, ich wurde nicht mal ansatzweise enttäuscht, denn die Musiker, die Ritchie um sich scharte waren ausnahmslos Talente, die es mit Leichtigkeit verstanden, denn Geist von Einst wieder aufleben zu lassen.
Zwar war ich beim ersten Song nach dem obligatorischen Intro „Over The Rainbow“, den die Schauspielerin Judy Garland einst so eindrucksvoll gesungen hatte, noch etwas überrascht, doch trotz allem ist und bleibt „Highway Star“ von DEEP PURPLE einer der Klassiker überhaupt.
Somit ging es letztendlich auch völlig in Ordnung, dass ein RAINBOW Gig mit einem DP Song begann.
Vor allem Sänger Ronnie Romero („LORDS OF BLACK“) verstand es, die Songs so in Pose zu setzen, dass man nicht nur einmal das Gefühl hatte, der Geist von Ronnie James Dio wäre in ihn gefahren.
Mit „Spotlight Kid“ kam dann aber der erste RAINBOW Song an diesem Abend über das Publikum in Bietigheim-Bissingen hereingebrochen.
Ich bin noch immer ergriffen davon wie die Band es verstand, diesen Abend zu einem ganz besonderen Erlebnis werden zu lassen.
Im Anschluss folgte ein Stück, welches zwar im Original von DEEP PURPLE stammt, jedoch auch auf einer meiner absoluten Favoriten in Sachen Live-Alben „RAINBOW - ON STAGE“ zu finden ist.
Die Rede ist natürlich vom Meilenstein „Mistreated“!
Was für ein unglaubliches Stück Musikgeschichte!!!
Natürlich ebenso wie damals in einer „etwas“ verlängerten Version, denn das muss schon sein.
Dafür war Ritchie Blackmore ja schon immer bekannt, dass ein Song, der normalerweise in der Studioversion irgendwie bei 4 Minuten oder so liegt, es live auch gut und gerne mal auf 20 Minuten Länge schafft.
Danach folgten mit „Sixteen Century Greensleeves“, „Since You’ve Been Gone“ und „Man On The Silver Mountain“ jedoch wieder 3 Perlen aus der RAINBOW Ära, die selbstredend ein weiteres Mal vom Publikum frenetisch abgefeiert wurden.
Auch das sich anschließende „Difficult To Cure“ war schon früher dafür bekannt, ebenso ausufernd auf der Bühne vorgetragen zu werden.
Und auch diesmal wurde es drastisch in die Länge gezogen, was zur Folge hatte, dass sich die Anwesenden über die Qualität eines David Keith an den Drums, sowie Jens Johansson an den Keyboards in Form von Solis ein Bild machen durften.
Nach dieser ergreifenden Darbietung und nachdem die Band auch offiziell von Sänger Ronnie Romero vorgestellt wurde, zeigte „Catch The Rainbow“, dass man es auch verständ, softe und andächtige Songs zu schreiben.
Der Gänsehaut Effekt ließ deshalb auch nicht lange auf sich warten.
Mit „Perfect Strangers“ läuteten DEEP PURPLE 1985 ihr Comeback ein und bewiesen, dass sie aus der Szene einfach nicht wegzudenken waren und sind.
Grund genug, das Titelstück auch an diesem Abend noch einmal zu ehren.
Dass dies eine gute Wahl war bewies der Chor, der aus dem Publikum zu hören war deutlich.
Es sind genau diese Meisterwerke, die der Musikwelt diese besondere Würze geben.
Genauso wie die nun folgenden Songs, bei denen ich alleine vom Ausschreiben der Titel noch immer ein Hühnerkombi bekomme.
Das monumentale „Stargazer“, sowie das nicht minder beeindruckende „Long Live Rock’n’Roll“ schickten sich an, die Anwesenden in einen Rausch zwischen Trance und lautstarken Mitsingen zu stürzen.
Dies gerade im Fall von „Stargazer“ noch einmal erleben zu dürfen, auch wenn es nicht wie einst von Ronnie James Dio vorgetragen werden konnte, war wohl nicht nur für mich etwas ganz besonderes und deshalb werde ich es auch nie mehr vergessen, wie sehr es mich an diesem Abend berührte.
Die letzten 3 Songs des Abends gehörten noch einmal ganz alleine der Band DEEP PURPLE.
Mit „Child In Time“ beginnend wurde gleich ein weiteres Stück Musikgeschichte auf die Bühne gebracht.
Im Live-Set von DP leider nicht mehr vorzufinden, verwandelte dieser Track das Gelände in Bietigheim-Bissingen ein weiteres Mal in eine Festung der Erinnerungen.
Der Geist des erwürdigen „Monsters Of Rock Festivals“ lebte erneut auf und machte unmissverständlich klar, dass eben dieser Name so wichtig für dieses Genre war und hoffentlich wieder sein wird.
Auch „Black Night“ hielt die Fahne hoch und wurde natürlich begeistert vom Publikum entgegengenommen.
Somit kamen RITCHIE BLACKMORE’S RAINBOW dann leider zu ihrem letzten Song des Abends und welcher dieser sein würde, war wohl keine große Überraschung.
Nachdem in den vergangenen über 100 Minuten immer wieder Stücke von DEEP PURPLE eingestreut wurden, war es natürlich klar, dass die Ehre der Zugabe „Smoke On The Water“ zuteilwurde.
Aber er wurde nicht einfach nur gespielt.
Vielmehr würde ich von einer Form des Zelebrierens sprechen, denn auch nachdem ich den Song wohl schon 100000 Mal in meinem Leben gehört und einige Male live gesehen habe, trifft er mich immer wieder ins Herz.
Genauso musste ein „Monsters Of Rock Festival“ enden!
Ritchie Blackmore hatte wieder einmal bewiesen, dass er aus der Musikwelt nicht wegzudenken ist und nach wie vor mit zum innovativsten gehört, was dieser Szene jemals entsprungen ist.

 

Ich hoffe so sehr auf eine Weiterführung des „Monsters Of Rock“.
Ob dies allerdings in die Tat umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.
Jedoch werde ich dieses Ereignis sicher nicht vergessen und noch lange von den Erinnerungen zehren!

 

Pics by Heiko Bendigkeit
http://www.heiko-bendigkeit.de/

 




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