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METAL DAYZ 2015 - Hamburg Markthalle, 25. bis 26.09.2015

METAL DAYZ00METAL DAYZ 2015
Hamburg Markthalle
Fr. 25. bis Sa. 26.09.2015

 


Die Wacken-Veranstalter Thomas Jensen, Holger Hübner & Co. luden zu den 4. Metal Dayz nach Hamburg ein. Ein Aufgebot an Bands und parallel laufende Panels, Vorträge und Diskussionsrunden mit Szenegrößen und Branchenkennern lieferte ein unterhaltsames und abwechslungs- reiches Programm. Mit dabei: AXXIS, PANZER, ULI JON ROTH, BEYOND THE BLACK und W.A.S.P.


Eigentlich trafen wir relativ pünktlich zum offiziellen Start um 16:45 Uhr in der Hamburger Markthalle ein. Leider war kein Fotopass für uns hinterlegt worden, so dass wir ob der Klärung erstmal etwas warten mussten. Auch konnten wir von der zweitätigen Veranstaltung nur den Samstag mitnehmen. Also, durch die Menge gedrückt bis fast ganz nach vorne, nebenbei die Kamera ausgepackt und los ging's.

 


MetalDayz2015-01 Meltdown2015-02 Der leere, gesperrte Fotograben machte deutlich, dass AXXIS bereits mindestens drei Songs gespielt hatten. Sänger Bernhard Weiss bewies sich als echter Entertainer und holte ein Mädel aus dem Publikum auf die Bühne. Diese teilte mit, dass sie wegen PANZER und W.A.S.P. gekommen sei, was der AXXIS-Fronter mit Humor nahm und ihr ein Tamburin bzw. einen Schellenkranz in die Hand drückte. Gemeinsam stimmten sie dann eine Akustik-Version des AXXIS-Hits "Touch The Rainbow" an. Für die Gastmusikerin gab's dann auch noch ein Gruppenbild mit dem zahlreich erschienenen Publikum im Hintergrund. Mit den Klassikern "Living In A World", "Little Look Back" und dem Überflieger "Kingdom Of The Night" beendeten AXXIS ihren gelungenen Auftritt.

MetalDayz2015-03 MetalDayz2015-04 Nach kurzer Umbaupause enterten die Teutonenmetaller von PANZER die Bühne. Stefan Schwarzmann, Herman Frank und Schmier braucht man nicht vorzustellen. Haben die jung- gebliebenen Urgesteine des deutschen Metals sich ihre Hörner doch schon bei DESTRUCTION, HEADHUNTER, ACCEPT, VICTORY, RUNNING WILD, HELLOWEEN usw. abgestoßen. So ballerten PANZER routiniert ein Feuerwerk nach dem anderen ab. Auch schien es, dass es den beiden Ex-ACCEPTlern mehr Spaß macht bei PANZER zu spielen. Insbesondere Herman Frank legte ein bislang noch nicht gesehenes Stageacting an den Tag, so dass der Funke sofort übersprang. Der Titel des Openers "Hail And Kill" weckte Assoziationen zu einer anderen Metalband, doch hatte damit ansonsten nicht viel gemein. Das Mitsingen klappte aber mindestens genauso gut, so dass PANZER vom Publikum regelrecht abgefeiert wurden.

MetalDayz2015-05 MetalDayz2015-06 Als nächstes waren die Metal Hammer-Awards 2015 Gewinner in der Kategorie "Best Debut" BEYOND THE BLACK dran. Mit ihren "Songs Of Love And Death" schlägt das Sextett um Sängerin Jennifer derzeit ein wie eine Bombe. Hits wie "In The Shadows" sind zwar nett anzuhören, haben für mich persönlich aber nicht viel mit Metal zu tun. Auftritte beim ZDF-Fernsehgarten und im Sat.1-Frühstücksfernsehen halte ich ebenfalls für fragwürdig. Keine Frage ist jedoch, dass die Musiker begabt sind und die Gitarren fett klingen. Tobias Derer aus Oberböbingen macht am Schlagzeug eine gute Figur und trommelte schon bei UMC (ULTIMATE MUSIC COVERS) wie ein Besessener. Dennoch ist das Ganze in meinen Ohren zu sehr radiotauglich und Jennifers Dancemove-Mix á la Lena Meyer-Landrut und WITHIN TEMPTATION sind eben kein Metal! Trotzdem gönne ich den Jungspunden ihren Erfolg. Vielleicht bietet sich im November in Kiel die Gelegenheit zu einem kleinen Umtrunk oder Gespräch.

MetalDayz2015-07 MetalDayz2015-08 MetalDayz2015-09 MetalDayz2015-10 Von der Gegenwart ging es dann fast direkt zurück in die 1970er Jahre. Denn ULI JON ROTH schickte uns ganz ohne Flux-Kompensator und Zeitmaschine zurück in die Zeit, als er bei den SCORPIONS aktiv war. Ich frage mich immer, ob jemand überhaupt das Frühwerk der Scorps kennt. Nachdem der erste Gitarrist von (einem) UFO entführt wurde, wirkte Gitarrenvirtouse Uli Jon Roth maßgeblich an den Alben "In Trance", "Virgin Killer" und "Taken By Force" mit. Während mich "He's A Woman, She's A Man" und Konsorten beim ersten Hören nicht besonders vom Hocker rissen, fand ich "Dark Lady" und "In Trance" richtig klasse. Die Vinyl-Platte hatte ich Mitte der 1980er Jahre auf einem Flohmarkt erstanden. Im Teenie-Alter (bzw. kurz davor) war ich fasziniert von der Blonden auf dem Cover, die sich mit blankem Busen über einer Gitarre räkelt. Die Musik war etwas anderes als das, was ich von "Blackout" und "Love At First Sting" her kannte.

In der Hamburger Gegenwart meldete sich meine Blase. Vor den Toiletten hatte sich eine Schlange gebildet und es dauerte lang, bis ich wieder in der Halle war. Und was vernehme ich da? Den Schlussrefrain von "In Trance", sehr ärgerlich. Zumal das, was es da zu hören gab richtig geil klang. Vor allem Niklas Turman, zusammen mit Uli Jon Roth am Gesang ist der Hammer. Die alten Klassiker strahlten in neuem Gewand. Niklas' Stimme gefällt mir wesentlich besser als die von Klaus Meine. Der Sound und die Stimmung, insbesondere auch durch den Bühnenaufbau in der Markthalle passten perfekt und verströmten ein Flair irgendwo zwischen JIMI HENDRIX und RAINBOW.

MetalDayz2015-11 MetalDayz2015-12 MetalDayz2015-13 Zeit für ein Snikkers… Im Gegensatz zu den anderen Bands wurde die Umbaupause für Diva Blackie Lawless und seine W.A.S.P.-Mannschaft auf eine volle Stunde angesetzt. Aber das ist man schon gewohnt, wenn man den Gesetzlosen in den dreiunddreißig Jahren seines Schaffens öfter live erleben durfte. Als Intro lief diesmal nicht "This Is The End" von den Doors, sondern ein Zusammenschnitt der größten W.A.S.P.-Hits quer durch die Jahre. Nicht gerade förderlich, da dies den Eindruck, dass alle W.A.S.P.-Songs irgendwie gleich klingen, nur verstärkte. Egal, zum Auftakt brachten Blackie und seine Jungs "On Your Knees", dicht gefolgt von "Inside The Electric Circus". Spätestens jetzt waren die Zuschauer aus dem Häuschen. "The Real Me" und "L.O.V.E. Machine" beendeten den klassischen Ausflug und "Last Runaway" von der aktuellen Scheibe feierte Premiere. Ohne Stiländerung geht der Song in Richtung "Sleeping In The Fire" und "The Idol". Im Hintergrund sah man während der gesamten Show Videoclips, meist von den dazugehörigen Songs auf zwei LED-Großleinwänden. Insgesamt spielten W.A.S.P. drei Tracks vom neuen Album "Golgotha". Nach heftigen Zugabe-Rufen enterte die Band erneut die Bühne und entließ das Publikum mit "Wild Child" und "I Wanna Be Somebody".

MetalDayz2015-13 Alles in allem ein gelungener Tag mit geilen Bands, viel Spaß und ein paar interessanten Gesprächen, u.a. mit Blaze Bayley und Christof Leim. Letzterer ist derzeit mit seiner Band THE NEW BLACK im Studio und war nur zur Moderation der Panels im Marx, quasi dem Club 2 der Markthalle, angereist. Ex-IRON MAIDEN-Fronter Blaze Bayley moderierte u.a. den Airguitar-Contest, bei dem es als Preis eine echte Les Paul-Gitarre zu gewinnen gab.

 

Bericht von DANU (dem Schattenmann)
Fotos von BIANCA (der Schattenfrau)




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