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Heavy-Metal-Heaven - Farewell Anthem

 

... it's time to say goodbye...

 

… weiterlesen...

Liebe Metal-Fans, Bands, Managements, Agenturen...

nach rund 26 Jahren haben wir beschlossen unser Portal "Heavy-Metal-Heaven" einzustellen.

Dieser Schritt ist uns nicht leicht gefallen, da wir viele Jahre mit Herzblut bei der Sache waren und im Dienste des Heavy-Metal und der Bands allen Widrigkeiten getrotzt haben. Leider ändert sich das Leben und auch die anderen Aufgaben ändern sich oder nehmen immer mehr zu.

Neue Leute zu finden, die einen unterstützen können, wird immer schwieriger und die Flut an Neuigkeiten im Heavy-Metal Bereich nimmt kontinuierlich zu. Alleine zum Sortieren der vielen täglichen E-Mails geht immer mehr Zeit verloren, so dass wir nicht mehr hinterher kommen.

Der Abschied fällt schwer, aber öffnet auch neue Türen. Vielleicht starten wir ein kleineres Projekt mit neuem Anfang. Das Ausmaß von Heavy-Metal-Heaven ist mit der Zeit einfach zu groß geworden und die Redakteure immer weniger. Das ist euch Fans und der Musikbranche gegenüber nicht mehr vertretbar.

Nun ist die Überlegung, ob wir Heavy-Metal-Heaven.de so als Archiv stehen lassen oder die Seiten ganz schließen.
Die Domain würden wir dann zum Verkauf anbieten. Angebote dürfen gerne an webmaster(at)heavy-metal-heaven(dot)de eingereicht werden, bevor wir entscheiden.

Wir blicken mit Stolz zurück und erinnern uns gerne an die vielen schönen Momente bei Konzerten oder Interviews. Herzlichen Dank an alle, die uns bis hierhin unterstützt haben.

… now it's time to say goodbye...

 

Euer HMH-Team
Holger + Stefan

 

 

04.03.2026

 

MENERRA / SCULPTED / NEKROMANTIC), 14.02.2009, Graffiti, Soest
Wer Bock hat, jetzt bei mir im Auto mitzufahren und diverse Abenteuer auf dem Weg nach Soest zu erleben, der steige bitte ein. Alle anderen die sich direkt nach Soest zoomen möchten, klicken bitte hier ->

Bereits eine Straße entfernt von zu Hause versperrte ein Kleinwagen die enge Fahrbahn. Der Fahrer (in diesem Falle wohl eher FahrerIN) hielt in aller Seelenruhe ein Pläuschchen mit einer vorbeigehenden Passantin. Da keine Anstalten gemacht wurden mich vorbei zu lassen, startete ich langsam rollernd einen "Frontangriff". Diese Taktik zeigte dann Wirkung. Denn alsbald ging die Passantin wieder ihrer Wege und der Kleinwagen tat, was für ein Miniauto das Beste ist: Platz auf der Straße machen! ;o)

Nach etwa 6 km die erste Zwangspause am Bahnübergang. Kennt ihr das? - Da hat man einen Termin und steht vor einer roten Bahnampel, eine Schranke versperrt den Weg und......... - es kommt KEIN Zug......!!! Vier Minuten ließ das Dampfross auf sich warten bis es vorbeistampfte. Endlich hob sich der Schlagbaum und ich konnte geschlagene 2 km weiter fahren, bis eine Fußgängerampel auf Rot sprang,.................... - an der sonst NIEMAND um diese Uhrzeit über die Straße geht!!!

Naja, da machste nix dran. Jetzt aber schnell weiter und aus der Stadt raus. Jetzt gings eine kurvige Strecke durch ein Naturschutzgebiet. Eingeschneite kahle Bäume links und rechts, kein Gegenverkehr. Bis auf die Lichtkegel der Scheinwerfer alles stockduster. Irgendwie fühlte ich mich zeitweilig in einen "Jason Dark"-Roman versetzt. Und ich sah schon fast die Werwölfe, Golems und Zombies leibhaftig hinter den Bäumen hervor auf die Straße hüpfen.
Aber irgendwo weit vorn sah ich plötzlich rote Lichter auf der Straße und von irgendwo dahinter strahlte indirektes weißes Licht. - Etwa ein UFO??? Nein, also zumindest die roten Lichter entpuppten sich als Bremsleuchten zweier PKW. Meine Fahrt verlangsamte sich also wieder und ich reihte mich wartend in die Fahrzeugschlange ein. Zu diesem Zeitpunkt ergab ich mich in mein Schicksal und machte mir keine Hoffnungen, noch rechtzeitig im Graffiti anzukommen. Bald sah ich im Rückspiegel weitere Scheinwerfer näher kommen. - Hä? Wo kamen die denn jetzt plötzlich alle her? - Als vorhin die Monster hinter den Baumstämmen lauerten war verflixt nochmal KEIN Auto zu sehen...

Egal jetzt! - Mich interessierte nur: Warum muss ich hier warten? Und vor allem: Wie lange noch? - Schließlich hatte ich wichtige Termine....
Irgendein Kleintransporter stand da quer auf der Fahrbahn. Und da war ein - nein nicht grünes - Männchen in reflektierender Weste, was wild gestikulierend den Verkehr anhielt. Nach einer ganzen Weile fuhr mein Vordermann dann an und es ging langsam an dem Kleintransporter vorbei. Dahinter stand ein großes Fahrzeug, mit hellen Scheinwerfern - das war also das weiße Licht gewesen...
Aber das war mir jetzt schnurz und euch wahrscheinlich auch. Denn ihr wollt den Bericht weiter lesen. - Kommen wir also zum Wesentlichen....

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In Soest angekommen fand ich eine Parkmöglichkeit am Straßenrand fast direkt gegenüber vom Graffiti Als ich das Gebäude betrat, saß ein Mann an einem Tisch im Eingangsbereich. Der hatte einen "Waschbärbauch" und ein sympatisches Gesicht. Zwar hatte mich meine Mutter früher immer vor "Onkelz" gewarnt die mir Süßigkeiten anboten aber hier wurde mir lediglich ein kleiner Zettel entgegen gestreckt. Ein kurzer Blick genügte: "Einladung" stand da drauf. Voll bepackt mit Tasche, Kamera und noch immer den Autoschlüssel in der Hand klemmte ich mir das Stück Papier zwischen zwei freie Finger und enterte die Location.

"Angenehmes Ambiente!" dachte ich reflexartig. "Aber um sich umzuschauen, dafür gibt es später noch genügend Zeit. Jetzt erst mal den Daniel finden und die Kameratasche abstellen." Und kaum vom Teufel gesprochen bzw. an ihn gedacht lief ich direkt auf einen Stehbiertisch zu und an dem stand..... - der Daniel! Nach einer kurzen Begrüßung führte er mich in die öffentlich zugängliche "Backstage-Ecke". Im hinteren Bereich des Ladens hatten die Bands ihr Lager aufgeschlagen. Da lagen und standen überall, Kästen, Kisten, Koffer, Hocker und Klamotten auf dem Boden herum. Ich machte noch mein "I-Tüpfelchen" oben drauf, indem ich meine sieben Sachen auch noch in einer jetzt nicht mehr freien Ecke verstaute und verschaffte mir danach erstmal einen groben überblick.

Das Graffiti besteht aus drei Räumen. Einem kleinen Vorraum, einem großen Raum mit einer laaaaaangen Theke und einem kleinen angegliederten halb offenen Raum. Passiert man das Vorzimmer mit samt dem "netten Onkel", dann weitet sich der Blick. Rechter Hand befindet sich die bereits erwähnte Biermeile mit zahlreichen Barhockern. Fast über die gesamte Längsseite zieht sich diese Biertankstelle. Wer hier durstig bleibt, ist selber schuld! Rechter Hand befindet sich eine schwarze Sitzgruppe mit niedrigem Couchtisch - echt heimelig. Ein Stück weiter steht ein Tischfussball-Gerät und noch ein paar Meter weiter ein Billiardtisch. Der war für den Konzert-Abend jedoch mit weißen Schutz-Platten abgedeckt und diente als Merchandise-Stand. Hinter dem Billiardtisch ging es dann links zu dem halboffenen Raum mit einem Dartautomat, einer Sitzmöglichkeit und dem ganzen Kram der Bands. Im großen Raum, waren die Stühle und Tische "vor Kopf" weg geräumt worden um Platz für eine ebenerdige Bühne zu schaffen. Links und rechts waren zwei mannshohe Boxentürme aufgebaut worden. Als Hintergrund prangte das jeweilige Transparent mit den Bandnamen über dem Schlagzeug.

überall im Raum hingen künstliche Fackeln an den Wänden. In ihnen brannte Feuer aus hauchdünnem Stoff, das von farbigem Licht entfacht und mit Mini-Ventilatoren zum flackern gebracht wurde. Die weißen Wände zierte ein rötliches Muster und überhall hingen kleine Blechschilder. Auch die eine oder andere luftgefüllte Gitarre wurde gesichtet. - Bitte nicht zu verwechseln mit der "gemeinen Luftgitarre".

Schon jetzt huschte ein "rotes Etwas" durch den Raum, entschwand aber schon im nächsten Augenblick wieder aus mein Sichtfeld. Zu schnell um etwas Genaueres erkennen zu können. Ich unterhielt mich mit Tessa und ihrem Freund, die ich dort kennen gelernt hatte. Sie ist verwandschaftlich mit einem der Musiker verbandelt und war sehr gespannt auf den Auftritt. Normalerweise haben die zwei keine Vorliebe für Metal, gingen aber sehr aufgeschlossen an die ganze Sache heran.

Als die erste Band dann endlich angekündigt wurde, lag man mit ca. 20.00 Uhr dann auch im Zeitplan. Die Menge sammelte sich vor der Bühne und ich hielt meine Kamera schussbereit. Da hüpfte wieder dieses "rote Etwas" an mir vorbei und ich erhaschte einen Blick auf eine wehende Frisur und einem roten Trikot mit weißer Schrift: "MENERRA 69".

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Aber jetzt waren erstmal SCULPTED dran. Die vier "Söhne Lippstadts" gaben heute den Support. Seit 2007 gibt es sie in dieser Kombination. Stefan "Stiwi" Brinkhoff, der Mann mit dem "Hahnenkamm" gab den Takt an und legte bei "Broken" und "The Force" erstmal ein ordentliches Tempo vor. Mit der großen Dum-Dum-Maschine in den Händen schaffte Jonas Berkenbusch spielend die Basis für die Songs. Dabei bediente er seinen Tieftöner in ziemlich lässiger Pose und sprang bei Bedarf auch bei den Backing Vokals ein. Genauso wie sein Bandkollege Michael "Hinki" Brink. Der rockte in zerissener Jeans und schwang seine Metal-Axt zu eingängigen Stücken wie "Headshock" und "Nightmare". Den Gitarrenpart teilte er sich mit Sebastian "Milli" Militzer. Der Riese mit der Ganoven-Mütze ist zugleich der Leadsänger. Weil die Band für lange Zeit keinen Sänger hatte, übernahm er vor einer ganzen Weile kurzerhand diesen Part. Um den Stil von SCULPTED zu beschreiben, bedient man sich am Besten der Melodic-Death-Metal -"Schublade". Diese relativ junge Band hatte zwar mit dem Sound zu kämpfen (wie später auch die anderen), hat sich aber ansonsten tapfer geschlagen. Mit "Darkfall" und "Golden" war ihre Setlist nach einer guten dreiviertel Stunde abgearbeitet. Wer jetzt interessiert aufhorcht, darf auf das angekündigte Demo-Tape gespannt sein, welches 2009 erscheinen soll.

Jetzt gabs eine kurze Umbaupause. Viele Leute halfen mit, sie so kurz wie möglich zu halten. Das Banner hinter dem Schlagzeug wurde ausgetauscht und mit Kabelbindern fest gezurrt. Kurzerhand wurde der offene Raum zur Umkleidekabine mit Unterhaltungswert umfunktioniert. Da kehrte mir der Trikot tragende "rote Blitz" seine Kehrseite zu und eh ich mich versah, stand ein Trikot tragender "roter Blitz" in fescher Unterhose vor mir. Zum Glück war diese farblich auf das Trikot abgestimmt. - Auf weitere Details wird zum Schutz aller Beteiligten an dieser Stelle großzügig verzichtet. ;o) Außerdem verwandelte sich der "rote Blitz" gerade in den "schwarzen Rächer". Und dann war Sven fertig für den Auftritt!



Wie, was..... - Sven??? - Der Sänger von MENERRA? - Ja, genau der! - Denn die waren jetzt an der Reihe! Die "Könige des Abends" stellten ihr neues Album vor. Das Werk mit dem Namen "Revelations" beinhaltet acht Songs und einen Bonustrack. Die Stücke von der neuen Scheibe wurde aber nicht stur herunter gespielt. Die Auswahl und die Reihenfolge wurden leicht variert. Begonnen wurde mit dem Bonustrack "Black is Everything". Dieser Song stammt aus der Feder von Keyboarder Christian und entstammt seinem Projekt "Kreuzversuch". Bei der Menerra-Performance wurde es dabei in ein schickes Gothic-Gewand gehüllt. Dann ging der "Full Moon" auf und warf "Shadows" bevor mit "Kiss of Death", "Cowardice" und "Fight" weitere neue Stücke vorgestellt wurden. Bei "Hear me" kam zu dem eine Sängerin mit einer engelsgleichen Stimme zum Einsatz. Das ergab einen krassen Gegensatz zum Knurren des "schwarzen Rächers". Wie die beiden sich da so direkt gegenüber standen konnte man meinen, man sähe und höre einem Duell zwischen Gut und Böse zu. Dabei war die "Bestie" garnicht böse.

Ganz friedlich gab er den Geburtstag seiner anwesenden Mutter bekannt, die darauf hin gleich nach vorne stürmte und ihren Sohn mit einer herzlichen Umarmung bedachte. Gleich nach dieser rührenden Szene, ging es aber mit druckvollen Drums und "The devil is you" weiter. Der Mann mit dem harten Schlag ist der überaus sympatische und so garnicht "schlagfreudige" Daniel. Die schroffen Girarrensounds haben wir Christopher und Alexander zu verdanken. Ersterer legt mit der Leadgitarre vor und Zweiterer pusht mit der Rhythmusgitarre. MENERRA wären nicht sie selbst, wenn sie auf ihren Keyboarder Christian verzichten müssten. Er vermag mit seinem sphärischen Spiel dem Ganzen noch eine Krone aus Dramatik aufzusetzen. Menerra erschaffen sich ihren ganz individuellen Melodic Metal. Die harten abwechslungsreichen Songs leben aber nicht zu letzt auch vom variablen Gesang, der von tiefem Grunzen und Grollen über "normalen Gesang" bis hin zu Screams reicht.


Das Mikrophon wurde, wie bereits zu Anfang erwähnt, von Sven, dem "schwarzen Rächer" aka "roter Blitz" bedient. (Und... lieber Sven, diese Spitznamen kommen wirklich von Herzen!!! - Anm. v. Sandy. ;o) Wie der Sound, so sind auch die Themen der einzelnen Songs sehr verschieden. Insgesamt überzeugt "Revelations" mit einer gelungenen Zusammenstellung von hart bis gefühlvoll, über melancholisch bis agressiv. Was der begrenzte Raum an Bühnenperformance zuließ wurde genutzt. Sven stand eigentlich IMMER einen Schritt vor der ebenerdigen Bühne und um ihn herum hatte sich eine kleine freie Fläche gebildet. Es war auch jeder gut beraten einen Schritt zurück zu treten, weil er sehr bewegungsfreudig war. Und auch die anderen Bandmitglieder sorgten für Dynamik. Da flogen auch mal Haare wie Propeller durch die Luft. Richard am Vierseiter trägt mit seinem fetten Bass-Sound ebenso unentbehrlich zum Sound von MENERRA bei. Der Funke zum Publikum sprang auf jeden Fall gleich am Anfang über und auch eine kurze Unterbrechung wegen Rückkopplungsproblemen konnte die Stimmung nicht trüben. Für viele hätten MENERRA auch noch länger spielen können. Aber alles hat einmal ein Ende. Und nachdem auch "Take care" und "Reflection" verklungen waren, musste fairerweise die Bühne für die nachfolgende Band frei gemacht werden.

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NEKROMANTIC hatten wohl mit Abstand die meisten Fans mitgebracht. Oder aber die lautesten... - Seit rund vier Jahren grunzen sie sich die vier Warsteiner Matthias "Ösi" Oeselke ( b.), Sascha Bigge (v.), Matthias Becker (d.) und Roland "Kuddel" Höttecke (g.) in die schwarzen Seelen ihrer Fans. Einen melodischen Death- und Black Metal haben sie sich auf die blutigen Fahnen geschrieben. Ihr präsentiertes Material bestand aus neueren und älteren Stücken. So wurde z.B. "187" vom gleichnamigen ersten Demoalbum zum Besten gegeben. (In Amerika ist "187" der numerische Polizei-Code für Mord - Anm. v. Sandy.) In diesem Stück geht es um den Tod und seine zahlreichen Gesichter. Dass sich Mörder zu Komplizen des Todes machen aber ebenso selbst auf seiner "Abschussliste" stehen. Denn der Tod macht keine Unterschiede und Widerstand ist zwecklos.
Ohne Pause donnerten die Todesbleier nach "187" "Auf schwarzen Schwingen" über die Zuhörer hinweg. Erst danach gabs erstmal ein großes Hallo, was auch von Fanseite wirklich nicht zu überhören war. "Kalte Herzen" schlugen ihnen also nicht entgegen, leiteten aber "Das Leiden" ein, welches über ein Intermezzo mit "Der Ausweg" endete. Dieser Dreierpack beschäftigte sich offensichtlich mit den Höhen und Tiefen zwischenmenschlicher Beziehungen. Die nachfolgenden drei Songs "Kindergrab", "Im Kreuzschatten" und "Blutlegenden" habe ich nur mit einem Ohr verfolgen können, denn es sprach mich eine sehr charmante junge Dame an. Haare schwarz wie Ebenholz, Haut weiß wie Schnee und Lippen so rot wie Blut.

Sie wäre die perfekte Besetzung für "Schneewittchen" gewesen. Nur heißt "Schneewittchen" Annicka und hat einen Gitarristen zum Freund. Also nix mit Prinz auf weißem Ross. (An dieser Stelle nochmal: "Danke Annicka! - Du weißt warum!") Nach diesem kurzen Plausch war ich wieder ganz Ohr als "Heilige Kriege" gespielt wurde. Ein bedrückender Song, der einen religiös begründeten Krieg aus der Sicht eines Soldaten oder Kämpfers beschreibt. Er sieht Frauen und Kinder sterben, verzweifelt an der Hoffnungslosigkeit seiner Welt und er kann den Kampf selbst im Augenblick seines eigenen Todes noch immer nicht aufgeben. "Die dunkle Gabe" reihte sich dann ohne Pause an. Kurze Ansage und es ging mit "Koma 23" von ihrem aktuellen Demo-Album weiter. EINE Zugabe hatten sie mit "Midsommernachtsmassaker" eingeplant. Aber die Menge tobte und die "Zu-ga-be!"-Rufe und die "Neeee-kromantic!"-Sprechchöre ebbten einfach nicht ab. Und so wurden noch einige andere Songs improvisiert.

Improvisation war aber auch groß geschrieben, denn die vorhandene Setlist kam garnicht zum Einsatz. "Kuddel" (Gitarre) schmunzelte: "Da hat man vorbereitete Setlists und dann verbummelt man im letzten Moment einfach, die Dinger auch mit auf die Bühne zu nehmen. Ich musste die ganze Zeit krampfhaft aufpassen welche Songs von Sascha (Vocals) angesagt werden....!
Das nur mal so als lustige Anekdote am Rande. Auch "der rote Blitz", sprang wieder quietschfidel in seinem MENERRA 69-Trikot umher. Zwar hat er auch zeitweilig mal auf seinen "vier Buchstaben" gesessen aber ich glaube einen Sack Flöhe zu hüten ist wesentlich einfacher! ;o)

Einfach aber nicht ganz so lustig war dann noch das obligatorische Zusammenpacken, wobei die Schlagzeuger natürlich wieder die Gelackmeierten der Nation waren. Zum Glück kamen von allen Seiten helfende Hände, die mit anpackten. Ich habe mich dann aus all dem Getümmel zurück gezogen um nicht im Weg zu stehen und verdrückte mich in diesen besagten halboffenen Raum. Kaum saß ich auf einem der hohen Hocker schepperte es hinter mir. Ich drehte mich um und mein Blick schweifte nach unten. Da saß der Daniel und verstaute geräuschvoll seine Becken in einer Tasche. "Na Daniel, bist du zufrieden...???" fragte ich. - "Najaaa, man selber ist ja nie so ganz zufrieden mit dem eigenen Spiel. Aber es ist ganz gut gelaufen...!" bemerkte er.

Alles in allem kann man sagen, dass die Besucher an diesem Abend wirklich viel Spaß hatten und eine stimmungsvolle Atmosphäre herrschte. Die PA war der Räumlichkeit zwar lautstärkemäßig gewachsen, allerdings war der Sound recht "matschig". Doch das hat kaum jemanden gestört. Oft war der Gesang nicht zu verstehen und einzelne Instrumente kaum zu hören. Aufgrund der unzureichenden Beleuchtung war es nur möglich mit Blitz zu fotografieren, was bei größeren Konzerten eigentlich nicht nur unüblich sondern auch verboten ist. In diesem Falle hat sich aber niemand aufgeregt. Und auch die funzelige Beleuchtung störte außer den Fotografen wohl niemanden.

Es mag der eine oder andere Miesmacher jetzt vielleicht mäkeln: "Ja, warum veranstalten die denn ein Konzert mit so einer Trümmer-Ausstattung?" Dem sei gesagt, dass eigentlich nur das Stimmungs-Barometer ein Rolle spielt. Wenn die Leute Spaß haben ist das Event ein voller Erfolg. Pyroeffeckte, geschliffener Sound und Spotlights kann man ja auch nicht im gemütlichen Graffiti erwarten. An dieser Stelle sei jedem versichert, dass alle Beteiligten mit den vorhandenen technischen Möglichkeiten gearbeitet und ihr Bestes gegeben haben. Und die Besucher hatten ihrerseits Spaß.

Und mit dieser positiven Erkenntnis und einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen trat ich dann auch die Heimfahrt an. Und wäre mir da ein Werwolf, Golem oder Zombie vor das Auto gesprungen - ich hätte ihm so lange von diesem "geilen Konzert" erzählt, bis seine Ohren geblutet hätten...

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Hier gehts zur Gallerie ->

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SCULPTED






















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MENERRA






















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NEKROMANTIC






















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