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Festival-Berichte

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MELTDOWN FESTIVAL 2019

MeltdownMELTDOWN FESTIVAL 2019 Schuby, 6. bis 7. September

 

Es gibt ein paar Wochenenden im Jahr an denen gefühlt alles gleichzeitig stattfindet. Das Angeliter Open Air, das Wacken Brauerei-Fest, der Deaf Forever-Birthday Bash und das MELTDOWN Festival. Und das ist bestimmt nicht die ganze Liste. Da wir seit dem ersten MELTDOWN anno 2012 immer am Start sind, einfach weil es die beste Metal-Party mit tollen Bands und super Publikum ist, fällt die Entscheidung nicht schwer. Dieses Non-Profit-Festival muss weiterhin unterstützt werden. Denn wo sonst gibt's knapp zwanzig Bands an zwei Tagen für 25 EUR oder inklusive Festival-Camping für 'nen Zehner mehr? Und Bier für 1,50 EUR findet man sonst auch nicht auf einer ähnlichen Veranstaltung.
 

MeltdownDas Line-Up ist stets international und hat mindestens einen namhaften Act im Programm. Diesmal sind das IRON SAVIOR. Die einst von Piet Sielck und Kürbiskopf Kai Hansen ins Leben gerufene Kapelle darf man wohl nicht zum Underground zählen. Umso erfreulicher, dass die MELTDOWN-Crew sich diesen Headliner leistet. Ohnehin ist das ganze Festival immer bestens durchorganisiert und sämtliche Beteiligten arbeiten ehrenamtlich.
 

MeltdownMit MUMMLOX geht es am Freitag um 18 Uhr los. Nach diversen Wechseln an der zweiten Gitarre in den vergangenen Jahren hat sich die Band aus der "Canal Area", gemeint ist der Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg, zum Quartett entwickelt. So wirkt der Sound aggressiver und direkter, was dem Vierer gut steht. Mit ihrem Death Thrash der alten Schule heizen die Jungs dem Publikum im Zelt vor der "35 Stage" ordentlich ein. Nach kurzzeitigen Soundproblemen beim Start passt der Klang spätestens ab dem dritten Song. Sänger Schub gibt alles, feuert die Menge an und schwitzt, dass ihm die Tropfen regelrecht vom Körper und den Haaren spritzen. Opener-Mission erfolgreich ausgeführt. Schade, dass man MUMMLOX nicht öfter live sieht.
 

MeltdownNach einer viel zu kurzen Dreiviertelstunde schlagen TYSON auf der Hauptbühne auf. Was für ein Brett! Immer, wenn die Jungs aus Kiel ihren Zed Doomhammer mit im Gepäck haben, klingt das gleich viel fetter. Leider kann der Bursche aus beruflichen Gründen nicht bei allen Live-Gigs von TYSON dabei sein. Doch diesmal scheinen die Kieler wirklich "unbreakable" zu sein und die "Mosh Pit Alliance" vor der Bühne funktioniert ebenfalls prächtig. So macht das MELTDOWN-Festival Spaß!
 

Meltdown

 

METHODS OF MASSACRE aus Flensburg machen Modern Death Metal. Musikalisch gut, aber nicht so ganz unsere Kragenweite. Die tiefen siebensaitigen Gitarren schieben wie Bulldozer. Dennoch liefert der Fünfer eine gute Show und die Anwesenden vor der Bühne machen mit.

 

 

Für Einige sind die Chilenen THORNAFIRE der heimliche Headliner. Die Death Metal Combo aus Südamerika legt die Hauptbühne gefühlt in Schutt und Asche. Danach haben es OPHIS schwer. War das Bühnenlicht bei THORNAFIRE schon bescheiden, sieht man bei den Death-Doomern nur noch schwarze Schatten in Nebel eingehüllt. Stilistisch erinnert der Vierer stark an CATHEDRAL in den frühen 1990er Jahren, erreicht jedoch nicht ganz deren Klasse.

 

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Musikalisch top gibt sich Piet Sielck mit IRON SAVIOR. Keine große Action auf der Bühne, aber ein Sound, der sich gewaschen hat. Hamburger Power Metal vom Feinsten, wie es sich gehört. Drummer Patrick Klose ist heute nicht mit von der Partie. Der Mann am Schlagwerk (Sören Teckenburg von PARAGON) macht seine Sache aber so gut, dass der Wechsel nicht auffällt. Piet, Piesel und Jan Sören präsentieren einen Mix aus Stücken vom aktuellen Album "Kill Or Get Killed" und diversen Klassikern aus mehr als zwanzig Jahren Bandgeschichte. Das abschließende "Heavy Metal Never Dies" zieht einen Mitsingpart hinter sich her, der gefühlt die halbe Nacht andauert und bei dem Niemand auf dem Platz stumm bleibt. Kurz nach 0 Uhr ist dann aber auch schon Schicht im Schacht. Mit insgesamt sechs Bands ist der Freitag ein gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht.

 

MeltdownMit brachialem Death Metal eröffnen die Dänen WAYWARD DAWN den zweiten Festival-Tag auf der 35-Stage. Dabei schlägt sich der Vierer um Frontmann Rasmus Johansen gut. Von den Jungs wird man sicherlich noch öfter zu hören bekommen.

 

TOTAL VIOLENCE warten im Anschluss mit Old School Thrash auf der Hauptbühne auf. Gesehen hatte ich die Band noch nicht und die Kommentare im Vorfeld trieben die Erwartungen hoch. Übertroffen wurden sie leider nicht, da ich mit "Old School Thrash" die Bay Area der 1980er Jahre verbinde und nicht 90er geprägten Sound. Abgesehen davon passte das Ganze und vor allem Gitarrist "Minimee" ließ den Kopf als Dauer-Hubschrauber kreisen. Musikalisch nicht unbedingt hochkarätig, aber sehr kurzweilig und unterhaltsam.
 

MeltdownJetzt muss ich aufpassen, dass ich den Bandnamen richtig schreibe: THJODRÖRIR sind sowas wie die Fleetwood Mac des Pagan Metals. Sänger, Schwester, Frau oder so ähnlich… Bis auf Drummer Florian alle miteinander verwandt oder verschwägert, hab ich mir sagen lassen. Das inzwischen zum Trio zusammengeschrumpfte Band-Line-Up ist sehr sympathisch, aber deutschsprachig guttural vorgetragene Texte über Kleinwüchsige aus dem Land der Nordgötter sind nicht ganz "my cup of tea". Mit zwei Frauen an der Instrumenten-Front fallen THJODRÖRIR aber definitiv auf.

 

Eine Band fällt auf dem MELTDOWN grundsätzlich aus. Da EXTINCT 2019 nach zwei Jahren Abwesenheit nicht im Billing vertreten sind, trifft es diesmal MØRDER aus Kiel, die aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen, aber von den Veranstaltern gleich fürs MELTDOWN FESTIVAL 2020 gebucht wurden. Stattdessen spielen RECKLESS SURMA. Seit sich Drummer Sim und Gitarrist Nils, der heute den Bass zupft, den Gesang teilen, wirkt die Band noch stärker. Ihren Death Metal mit Thrash und Black Metal-Anleihen wissen die Jungs jedenfalls gekonnt rüberzubringen. Einen Song gibt erneut OBSKURA-Shouter Murphy zum Besten, der für diese paar Minuten vom (Meltdown-)Dienst befreit ist.
 

MeltdownMAJAK sind im Norden sowas wie die Ersatzband für alle Notlagen. Die blutverschmierten Jungs können anscheinend immer und haben deshalb schon einige Shows als spontaner Local Support ergattert. Stilistisch sind MAJAK nicht einfach einzuordnen und bezeichnen sich selbst als "Occult Heavy Death". Auf alle Fälle interessant.

 

 

MeltdownFestivals und Festival-Berichte sind immer so eine Sache. Bei der Menge von Bands ist es schwer, jeder und jedem gerecht zu werden. FUCKING HOSTILE und JARL sind diesmal die Leidtragenden, von denen wir so gut wie nichts mitbekommen. Dafür sind wir spätestens bei IRON KOBRA wieder vor der Hauptbühne. Durchaus NWoBHM-beeinflusst springt der Funke direkt zum Publikum über und die Menge rastet vollends aus. Schwupp, ist der Fotograben weg und die Absperrung direkt an den Bühnenrand gewandert bzw. gepresst. Da können auch die herbeieilenden Securities nichts mehr ausrichten. Krasser Scheiss! Umso mehr Spielfreude legen IRON KOBRA an den Tag und werden gnadenlos abgefeiert.

 

Weiter geht's auf der Zeltbühne mit den Death Metallern MORBITORY. Die Hamburger zelebrieren Schweden-Death der alten Schule. Und schon kurz darauf geht die Crowd vor der Hauptbühne wieder steil. Bei INDIAN NIGHTMARE flippen die Anwesenden völlig aus. Trotz seltsamer Lightshow trifft die Multi-Kulti-Kapelle aus Berlin mit ihrem Metal-Punk voll ins Schwarze. Und das Publikum tobt.
 

MeltdownBei GODLESS scheiden sich die Geister. Sicher ist Death Thrash aus Indien etwas Ungewöhnliches. Dennoch können mich die fünf Musiker nicht wirklich überzeugen. Das haut mich weder musikalisch noch stimmlich vom Hocker. Inzwischen ist es auch recht kühl geworden auf dem Platz. Gut, dass MADHOUSE eine Menge Pyros dabeihaben. Bescheidene Lichtverhältnisse, Bühnennebel und Riesensicherheitsabstand machen die Umstände leider nicht besser. Dennoch ziehen Carsten, Thomas, Lars, Paule und Didi eine Show ab. Vor 33 Jahren gegründet, wirken MADHOUSE wie das Metal-Urgestein im Raum Hamburg.
 

MeltdownNach 18 Bands an zwei Tagen ist dann aber auch genug. Das eine oder andere Highlight ist immer dabei und das MELTDOWN FESTIVAL ist es immer wert, andere Veranstaltungen sausen zu lassen. Wenn der Termin 2020 wieder am ersten September-Wochenende ist, fällt uns die Entscheidung jedenfalls nicht leicht. An dieser Stelle vielen Dank an die Veranstalter, Securities, Helfer, Bardamen und -herren, Zapfer, Köche und alle anderen Beteiligten für ein gelungenes, genussvolles Wochenende. Auch beim achten Mal war es wieder ein Riesenspaß!
 

Meltdown

 

Bericht von DANU

(dem Schattenmann)

Pics by Bianca Wamsler

 

 

 

 

 




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