MELTDOWN Festival 2017 - Schuby, 1. bis 2. September 2017
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MELTDOWN Festival 2017 - Schuby, 1. bis 2. September 2017

MELTDOWN00MELTDOWN 2017
Schuby 1. bis 2. September 2017

 

Zum ersten Mal geht das MELTDOWN Festival über zwei Tage. Diesmal gibt es einen Camping-Ground und, wie gehabt, zwei Bühnen. Einerseits die große Main Stage und andererseits die überdachte Tent Stage 35 in Anlehnung an das alte Gebäude 35 auf dem Gelände der Freiheit, wo früher die kleineren Clubkonzerte stattfanden. Der Bierpreis liegt mit anderthalb EUR immer noch deutlich unter allem, was man auf sonstigen Festivals berappen muss und auch der Eintritt mit 10 EUR im Vorverkauf bzw. 15 EUR an der Abendkasse für insgesamt 16 Bands ist ein Schnäppchen. Wer da zuhause bleibt ist selbst schuld.


Meltdown2017-01 Am Freitag um 19 Uhr eröffnen SACRIFIZED aus Bad Segeberg das MELTDOWN Festival. Das Trio macht einen herrlichen Krach mit deutlichen Anklängen von 1990er Black Metal und wirkt genauso gut oder schlecht wie seinerzeit Burzum, Belphegor und wie sie noch alle heißen. Der Drumsound ist etwas seltsam, aber vielleicht so gewollt. Alles not my cup of tea, aber dennoch unterhaltsam. Bei den Fans in der ersten Reihe kommt das, was SACRIFIZED abliefern, jedenfalls gut an.


Meltdown2017-02 Meltdown2017-03Aus den unendlichen Weiten von Kohlköpfen, Deichschafen und Windrädern, auch bekannt als Dithmarschen, kommen CASKET INC. und fegen in bester Black Label Society-Manier mittels Gitarrenbrett den Staub aus den Gehörgängen. Die Jungs wissen, wie man groovt. Während Sänger Lars das Publikum anfeuert, haut Mathias an der Gitarre die Riffs raus und Oliver und der andere Lars geben den Takt mit wohligem Wummern vor. Der Frontmann lässt sich im Laufe des Auftritts immer wieder zu etwas Mikrofonständer-Akrobatik hinreißen. Mit Songs wie "Black Widow" haben CASKET INC. das eine oder andere Ass im Ärmel, um nicht zu sagen, den einen oder anderen Hit auf der Pfanne. Der Vierer liefert eine gelungene Show, die Bock auf mehr macht.


Meltdown2017-04Ebenfalls nicht meins sind CYBORG aus Hamburg. Viel Showeffekt, der zum Sci-Fi-Metal passen mag, aber musikalisch vielleicht doch zu abgespacet ist. Für mich klingt das leider Gottes eher wie eine Mischung aus Berliner Hausbesetzer-Szene mit ein bisschen Metal und Rammstein. Wenn die Jungs damit Erfolg haben, sei es ihnen gegönnt.

 

Meltdown2017-05 Meltdown2017-06 Meltdown2017-07Auf den Trip ins All folgt der post-apokalyptische Metal von SHADOWBANE. "Under Bleeding Skies" ist inzwischen schon eine Hymne, zu der die beiden Mr. Radiations die Shadowbane-Fahnen schwingen. Leider erfährt Gitarrist Markus gleich zu Anfang eine technische Panne, so dass sein Amp stumm bleibt. Dennoch zieht der Rest der Band das Programm professionell durch.

 

Etwas Kritik gibt es für den Sound, der auch, nachdem die zweite Gitarre wieder funktioniert, nicht optimal ist. Das haben Mike und Co. von der Meltdown-Crew in der Vergangenheit an den Reglern schon deutlich besser hinbekommen. Auch der hüpfende Stevie am Mikro packt nicht alle Töne dorthin, wo sie hingehören. Von diesen kleinen Abstrichen abgesehen, liefern SHADOWBANE erneut ein solides Spektakel und lassen passend dazu grünes Gebräu aus Reagenzgläsern reichen. Etwas vorgezogen kommt schließlich der Abschluss-Song "Dystopia", damit es pünktlich auf der Hauptbühne weitergehen kann. Live sind SHADOWBANE eine Mannschaft, die Laune macht und ihr musikalisches Handwerk versteht. Nicht umsonst holten die MELTDOWN-Veranstalter die Jungs aus Hamburg zum bereits vierten Mal in die Schleswig-Schuby-Gefilde.


Meltdown2017-08 Meltdown2017-09Als einzige Kapelle spielen REZET am Freitag auf der Hauptbühne. Die gigantische Lightshow erhellt die Nacht. Leider ist auch hier der Sound nicht wirklich gut. Drums zu leise und man hört fast nur die Gitarre und die Vocals von Fronter Ricky. Die Soli von Lucas an der zweiten Gitarre kann man auch nicht viel mehr als erahnen. Das enttäuscht dann doch ein wenig, da ist man von vergangenen MELTDOWN-Veranstaltungen besseres gewohnt. Das tut dem Auftritt aber keinen Abbruch und der Sound wird nach einigen Songs auch etwas harmonischer. Die Fanbase geht ab wie Sau inklusive Stagediving und Crowdsurfing. So liefern REZET nicht nur eine gelungene Release-Party ihrer aktuellen EP, sondern feiern mit den Fans ein ausgelassenes Thrash-Fest, das durch die Nacht schallt und auch ein bisschen die spätsommerliche Kälte vertreibt. Die vier Musiker haben sich ihren Headliner-Status jedenfalls redlich verdient.


Meltdown2017-10 Mit insgesamt 11 Bands ist der MELTDOWN-Samstag stressig. BRAZING BULL legen um 15 Uhr mit ihrem Nu Metal los und Bassist Julian verdreht sich die Kniescheibe so, dass der Krankenwagen kommen muss. Das nenne ich mal körperlichen Einsatz. Irgendwie scheint heute auf der Hauptbühne der Wurm drin zu sein, denn EXTINCT sagen ihre einzige Show im Jahr 2017 kurzfristig ab und suchen gleichzeitig per Facebook jemanden für den Posten an Gesang und Gitarre. Als Ersatz treten die MUTANT REAVERS auf. Dadurch kommen Duniel und Moritz in den Genuss von zwei Auftritten am selben Tag, da die beiden noch bei DIVIDE spielen.


Meltdown2017-08 Meltdown2017-09Da wir am Abend erst zum Auftritt von TYRANEX auf dem Gelände sind, bekommen wir von den o.g. Geschehnissen nicht viel mit. Der zweite Tag soll auch entspannt verlaufen, zumindest für uns. So war es abgemacht. Keine Kamera, keine 11 Bands, keim Stress! TYRANEX sind cool. Zwei Jungs und zwei Mädels aus Schweden, die stark an "Kill 'Em All"- und frühe Bay Area-Thrash-Zeiten erinnern. Dazu kreischt Sängerin Linnea mit einer Mischung aus Doro Pesch meets The Great Kat gekonnt ins Mikro. Das Stage Acting wiederum hat etwas von Suzi Quatro. Für mich das Highlight an diesem Samstag.


Meltdown2017-10 Mit CTULU und STEEL INFERNO klingt der Abend bzw. das MELTDOWN FESTIVAL aus. Letztere sind zwar musikalisch interessant, die Vocals klingen mir aber zu sehr nach Annette Humpe zu Ideal-Zeiten und zu wenig nach Metal. Schade, denn den Rest machen die Dänen echt gut. Auf alle Fälle hat das Festival auch 2017 viel Spaß gemacht und wir führten mal weniger und mal mehr tiefgreifende Gespräche mit vielen Bekannten. Der Underground rumort und ist nicht aufzuhalten. Weit weg vom Kommerz hat die MELTDOWN-Crew mal wieder erstaunliches geleistet. Danke an alle Beteiligten, vom Veranstalter über die Damen und Herren am Ausschank, diejenigen die das Klopapier und das Händedesinfektionsmittel im Dixiland aufgefüllt haben, den Merchandise, die Security, die Sanitäter, Ordner usw. Das MELTDOWN 2018 u.a. mit VLADIMIR HARKONNEN, NIGHT LASER, METAL WITCH, OBSKURA u.v.m. kann kommen. Thumbs up!

 

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Bericht von DANU (dem Schattenmann)
Fotos von BIANCA (der Schattenfrau)




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