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Meat Loaf - Stuttgart Schleyerhalle, 03.05.2013
Es kommt leider für jeden Musiker irgendwann mal die Zeit, wo er sich überlegen muss, ob er den Strapazen des Tourlebens überhaupt noch gewachsen ist.
Dies dachte sich wohl auch „Meat Loaf“, der sich nun gesundheitsbedingt dazu entschlossen hatte, auf seine letzte Tour zu gehen.
Sinngemäß wurde sie auf den Namen „Last At Bat Farewell Tour“ getauft, doch bei aller Trauer sei erwähnt, dass es sich „Meat Loaf“ nicht nehmen ließ, jeden Abend über 3 Stunden auf der Bühne zu stehen, um sich gebührend von seinen Fans zu verabschieden.

So auch am 03.05., als er mit seine Band die Schleyerhalle in Stuttgart beehrte, um sein unglaubliches Programm der wartenden Menge zu präsentieren.
Um kurz nach 20:00 Uhr ging es mit dem „Beatles“ Klassiker „When I’m 64“ vom Band los, bevor die Truppe mit dem Medley aus „Running For The Red Light“ und „Life Is a A Lemon (And I Want My Money Back)“ loslegte.
Zugegebentat sich „Meat Loaf“ sehr schwer mit dem Singen, was mein Respekt für ihn jedoch nur noch mehr steigen ließ, denn dafür schlug er sich unheimlich gut.
Doch gegen Schluss von „Life Is A Lemon“ musste er sich kurz hinter die Bühne begeben und die restlichen Bandmitglieder spielten den nächsten Song „Dead Ringer For Love“ im Alleingang.
Die kompletten Vocals übernahm hierbei Sängerin „Patti Russo“, die wie immer gekonnt das Publikum für sich gewinnen konnte.
Nach diesem überragenden Stück kam dann „Meat Loaf“ zurück auf die Bühne mit den Worten, er hätte hinter der Bühne gerade miterleben müssen, wie „Dead Ringer For Love“ ohne ihn gespielt wurde und das ja mal gar nicht geht und so spielten sie den Song gleich noch einmal und diesmal mit ihm.
Für mich ein Traum, obwohl „Patti“ einen sehr guten Job gemacht hat.
„Dead Ringer“ ist schließlich meine erste Berührung mit der Musik dieses Genies der Musik.
Als ich das Album im zarten Alter von 10 Jahren zum ersten Mal hörte, war für mich klar, dass dieser Mensch zukünftig ein wichtiger Teil meines Lebens sein wird.
Die nächsten 3 Songs, die die Band darbrachte, waren indes alle jüngeren Datums und so konnte sich das Publikum über „If It Ain’t Broke, Break It“, „Los Angeloser“ und dem unvergleichlichen „The Giving Tree“ vom letzten Album „Hell In A Handbasket“, welche mit einer wunderschönen Lightshow, sowie nicht minder fabelhaften Animationen auf dem Backdrop untermalt waren.
Wie übrigens bei wirklich jedem einzelnen Song dieser genialen Setlist.
Die nächsten beiden Stücke des Abends standen ganz im Zeichen der phänomenalen „Bat Out Of Hell 2 – Back Into Hell“.
Mit „Objects In The Rear View Mirror May Appear Closer Than They Are“ und Out Of The Frying Pan (Into the Fire)” kamen 2 perfekte Songs zum tragen.
Beinhalten sie doch alles, was “Meat Loaf” immer ausmachte.
Von Bombast bis zu verträumt balladesken Klängen bieten sie alles und dies würdigte selbstverständlich auch das Publikum lautstark.
Mit solchen Songs in den Ohren, konnte man die nun anstehende Pause von 15 Minuten gut verkraften um sich auf den Rest dieser unfassbaren Show.
Und die zweite Hälfte hatte es wahrlich in sich, denn nun wurde es Zeit für das komplette Album „Bat Out Of Hell“, welches den Grundstein des Erfolgs von „Meat Loaf“ im Jahre 1977 legte.
Was besonders erwähnenswert ist, ist die Tatsache, dass jedes Stück dieses Albums per Video auf dem Backdrop noch einmal genauer hinterfragt wurde und mit teils lustigen Anekdoten angereichert wurde.
Den Beginn machte natürlich wie auf dem Meisterwerk von Einst der Titelsong „Bat Out Of Hell“, bei dem eine überdimensionale Fledermaus hinter den Drums zum leben erweckt wurde, die mit rot glühenden Augen für einige große Augen sorgte.
Wer das übermächtige Album kennt (und das sind ohne Untertreibung Millionen von Menschen), dem brauche ich nicht erzählen, dass die nun folgenden Stücke über jeden Zweifel erhaben sind und live eine schier unfassbare Magie entfalten.
Wobei meinerseits natürlich noch genaueres Augenmerk auf „Paradise By The Dashboard Light“, welches „Meat Loaf“ im Duett mit „Patti Russo“ sang, die in einem Kleid der Swinging Sixties eingehüllt, über die Bühne tanzte.
Unbeschreiblich ist nicht mal Ansatzweise das passende Wort für die Aufführung dieses Stückes Musikgeschichte.
Jedoch sollte es noch emotionaler werden, denn mit der Ballade „For Crying Out Loud“ war wohl selbst für die Härtesten im Publikum, der Zeitpunkt erreicht, sich ein paar Tränen aus dem Gesicht zu wischen.
Vor allem die Lobeshymnen auf seinen Freund und Songschreiber „Jim Steinman“, der für einen gewaltigen Teil der „Meat Loaf“ Songs verantwortlich ist, waren sehr bewegend.
Mit dieser überragenden Ballade kam dann leider das Ende des Sets, jedoch nicht ohne einen Zugabenteil, der es noch einmal mehr als in sich hatte.
Mit dem wohl erfolgreichsten und bekanntesten Song „I’d Do Anything For Love (But I Want Do That)“ wurde diese eingeleitet und wie nicht anders zu erwarten, wurde dieses Meisterstück, sowie die Band zu vollem Recht abgefeiert.
Mit dem abschließenden Medley, bestehend aus „Boneyard“, „Freebird“ und „All Reeved Up With No Place To Go“, war dann jedoch leider wirklich das Ende dieser wahnsinnigen Show erreicht.
Es ist wahrlich schwer in Worte zu fassen, wie sehr mich dieser Abend bewegt hat.
Sicher ist jedoch, dass ich ihn wohl nie in meinem Leben mehr vergessen werde.

Es hat sich erneut gezeigt, mit wie viel Aufopferung „Meat Loaf“ an die Musik geht, denn es war ihm wahrlich anzusehen, mit welchen Schmerzen er die 3 Stunden überstehen musste.
Mein Respekt für diesen Menschen gilt aber nicht nur diesem Abend, sondern vor allem seiner Diskographie, die ich mir erwartungsgemäß nach diesem triumphalen Konzert mal wieder mehrere Male anhörte, um in Erinnerungen zu schwelgen.
Es ist zwar definitiv sehr schade, dass er nicht mehr auf Tour gehen wird, aber auch absolut nachvollziehbar und so verneige ich mich vor diesem großartigen Musiker.
Danke dass es solch ein Musikwunder wie „Meat Loaf“ gibt!!!

Pics by Heiko(PictureMonster)
www.heiko-bendigkeit.de/
 











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