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KISSIN' DYNAMITE + CHÂLICE Hamburg, Knust 22.10.2016

KD_02KISSIN' DYNAMITE + CHÂLICE
Hamburg, Knust 22.10.2016

 

Bei ekligem Schleswig-Holstein-typischem Herbstwetter hatte sich bereits vor 20 Uhr eine mächtige, lange Menschenschlange auf dem "Lattenplatz" vor dem Hamburger Knust gebildet. Und schleppend verlief der Einlass durch die schmale Tür des ausverkauften Hauses. Dementsprechend voll war es anschließend im Innenraum und auf der Empore. Wo sonst der Comedy Contest des NDR stattfindet, spielen immer wieder auch geile Bands wie beispielsweise SIXX A.M., Sebastian Bach oder KISSIN' DYNAMITE.


KD_03 KD_04Pünktlich um 21 Uhr sollte es losgehen. Als Support hatten KD die Lokalmatadoren von CHÂLICE erkoren. Mit einer Bandgeschichte von fast einem Vierteljahrhundert, jedoch ohne den ganz großen Durchbruch, legten die fünf Jungs einen Wahnsinnsauftritt hin. Routiniert und professionell, mit genügend Spielfreude und einem Sound nahe an der Perfektion, punkteten Gino Naschke und seine Begleiter mit eigens mitgebrachtem Mann am Mischpult und einem Top-Backgroundgesang. Die meisten der Songs stammten vom letztjährigen siebten Album "Overyears Sensation" inklusive des Openers "You Better Get Used To It", zu welchem die Band auch ein Video parat hat. Nach vierzig kurzweiligen Minuten und dem abschließenden "Hollywood Days" vom 2005er Album "Shotgun Alley", endete das Set und CHÂLICE wurden mit begeistertem Applaus von der Bühne entlassen.

 

KD_05Während der obligatorischen Umbaupause drängten immer mehr junge Mädels in die ersten Reihen. Und so bestand die vorderste Front mit einer einzigen Ausnahme ganz in der Ecke bald aus purem, kreischenden Östrogen und weiblichen Pheromonen. KISSIN' DYNAMITE heizten ein, so dass keine Achsel und kein Höschen trocken blieb. Manche der Fans waren extra aus Niedersachsen und Bayern angereist. Sänger Hannes kündigte ein Zwei-Stunden-Set an, bei dem sowohl neue als auch alte Songs nicht zu kurz kommen sollten.


KD_06Der Titeltrack des aktuellen Longplayers "Generation Goodbye" läutete das Set ein, dicht gefolgt von "Money, Sex & Power" und "DNA" vom "Megalomania"-Album. Und so jagte ein Hit den nächsten und eine Mitsing-Hymne die andere. Jim Müller hatte wieder seine an Steve Stevens angelehnte Haarspray-Frisur und es war eine wahre Freude zuzusehen, wie er den Platz auf der Bühne voll nutzte. Er und Bassist Steffen Haile hauten sich die Riffs und Grooves gegenseitig um die Ohren. Eine gigantische Professionalität, kein schiefer Ton, wie ein Uhrwerk, so präsentieren sich KISSIN' DYNAMITE anno 2016.

 

 

 

KD_07 KD_08Die Powerballade "If Clocks Were Running Backwards" wurde vom Publikum dankend angenommen und jede Silbe lauthals mitgesungen. Und das Teil klingt live weit besser als auf CD, finde ich. Das anschließende "She's a Killer" mit Ande an der Leadgitarre beendete die ruhig angehauchte Stimmung umgehend. Das leicht an Matthias Jabs von den SCORPIONS erinnernde Solo ist einfach nur geil, ebenso wie der ganze Song und sein Refrain. Laut Hannes wurde während der letzten Tour das von Desmond Child mitgeschriebene "Deadly" oft gewünscht. Ein guter Song, wobei KD wesentlich bessere aus eigener Feder im Katalog haben. Kurzer Gitarrenwechsel für Jim Müller, der die dumpfen Laute für "She Came, She Saw" aus einer 7-saitigen Ibanez-Gitarre holte.


KD_09 KD_10Nach "Somebody to Hate" und "Operation Supernova" schoben Tourmanager Jomi und Co. ein Piano auf die Bühne. Während sich bei anderen Bands die Sänger bei Auftritten zwischendurch oft eine kurze Auszeit nehmen und die Musiker solange ihre Solodarbietungen an Drums, Bass oder Gitarre zum Besten geben, dreht Hannes des Spieß um und liefert ein Medley aus älteren KD-Stücken, allen voran "Only The Good Die Young", dessen Akustik-Version bereits als Bonus auf der limited Edition der aktuellen CD zu finden ist. So verbreitete er eine Gänsehautstimmung á la Jon Oliva am Anfang von SAVATAGEs "Chance" oder wie Freddy Mercury bei QUEENs "Bohemian Rhapsody". Ganz großes Kino und ganz großes Gefühl! Gegen Ende des Medleys steigt Ande mit der Akustikgitarre und Backgroundgesang ein. Nach und nach kommen auch die Anderen wieder auf die Bühne und beschließen den balladesken Ausflug mit schwermetallischem Bombast.


KD_11Hannes' Schreien zu "Supersonic Killer" fehlte nur das Halvord'sche "Pain…", ansonsten war er recht nah dran am Metal God zu dessen Hoch-Zeiten. Bei "Sex Is War" schienen die jungen Mädels im Publikum voll auszurasten und in Anbetracht des Alters so manches Fans stellte sich einem die Frage, ob die wirklich wussten, was sie da singen. Egal, ein männlicher Fan neben mir zückte ausgerechnet zu "Hashtag Your Life", dem Anti-Smartphone-Lied und Hannes' dementsprechender Ansage sein Handy und begann zu filmen. Der hatte den Sinn offensichtlich "voll" kapiert, was dem Song jedoch keinen Abbruch tat. Der kommt live einfach fett! Mit "Steel of Swabia" und "Ticket to Paradise" verabschiedeten sich KISSIN' DYNAMITE.


KD_12Doch so wollte niemand die Jungs gehen lassen. Drummer Andi kam dann auch als erster zurück und sorgte mit seinen Handbewegungen für die entsprechende Lautstärke, damit auch seine vier Mitstreiter den Weg auf die Bühne fanden. Als Zugaben lieferten KD "Six Feet Under", "I Will Be King" und "Flying Colours", ehe das Outro aus der Konserve ertönte.

 

Wie immer waren KISSIN' DYNAMITE ein Erlebnis und die Reise nach Hamburg definitiv wert. Im Anschluss gaben die Jungs noch fleißig Autogramme und plauderten mit den Leuten, die geduldig gewartet hatten. Von der Bühne aus hatte mir Jim während des Auftritts ein Plektrum zugeworfen, welches jedoch an meiner Hand abprallte. Das Mädel zwei neben mir hat sich dementsprechend gefreut und es stolz herumgezeigt. Ansonsten gab's noch das eine oder andere nette, kurze Gespräch mit Steve, Axel und Gino von CHÂLICE, KD-Fans aus Hannover, Rendsburg und Kropp, den Leuten vom Metal-Tigger und natürlich den KD-Jungs selbst. Rock und Metal verbindet eben. In diesem Sinne: \m/

 

Bericht von DANU (dem Schattenmann)
Fotos von BIANCA (der Schattenfrau)




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