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Kerstin Bischof im Interview mit Heavy-Metal-Heaven.de
Nachdem sie just ihr erstes Solo-Album „Project Ava“ auf den Markt brachte, welches mich durchweg positiv überraschte, wurde es nun Zeit für mich, Kerstin Bischof ein paar Infos zu ihrer Person und ihrem Schaffen zu entlocken.
Viel Spaß beim nun folgenden und wie ich finde sehr informativen Interview mit ihr.


Hallo Kerstin, schön dass du die Zeit für ein paar Fragen gefunden hast. Für all diejenigen, die mit deinem Namen im ersten Moment noch nicht soviel anfangen können, erzähl doch mal kurz was über dich und deinen musikalischen Werdegang.

Hallo Stefan, Mein musikalischer Werdegang war sehr vielseitig, aber die meisten Fans aus dem Metal/Rock-Genre kennen mich wohl von meiner Zusammenarbeit mit Axxis unter dem Pseudonym Lakonia. Nach mehreren Platten und vielen Live Gigs gingen wir 2007 getrennte Wege und kurze Zeit später wurde der Sängerinnen-Posten bei Xandria vakant. Offiziell wurde mein Einstieg bei Xandria erst viel später und nach einigen Live-Erfahrungen trennten sich auch diese Wege 2010 wieder. Seitdem saß ich mit Volldampf an meinem Solo-Debut und war zwischenzeitlich nur durch familiäre Angelegenheiten abgelenkt ;).

Am 31.10.2012 erschien ja dein Solo Debüt mit Namen „Project Ava“. Kannst du unseren Lesern mit ein paar (gerne auch mehr) Worten schildern, was sie von dem Album erwarten dürfen?

„Project Ava“ ist 100% ehrliche Rockmusik mit verträumten und sphärischen Elementen. Guido und ich sind sehr stolz auf die Platte, da sie keine Kompromisse eingeht und wir einfach die Musik gemacht haben, die wir selber lieben. Wir hängen uns nicht an Klischees auf oder rennen veralteten Trends nach. Es geht einfach nur um die Musik und das Gefühl selbst. Wer also auf der Suche nach purer, ehrlicher Musik ist und bereit ist, sich von uns musikalisch, textlich und seelisch entführen zu lassen, dem sei „Project Ava“ ans Herz gelegt!

Bist du mit den bisherigen Reaktionen bezüglich „Project Ava“ zufrieden?

Ja, das bin ich. Ich hatte keine großen Erwartungen, da ich das Album eigentlich nur für mich rausbringen wollte. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich eigentlich nicht damit gerechnet, dass den meisten Fans von früher, sei es jetzt aus der Axxis-Ära oder dem Xandria-Intermezzo, das Album gefällt. Es ist weder typisch female-fronted symphonic Metal noch klassischer Heavy Metal, sondern eher etwas komplett neues, dass sich nicht an Genre-Vorgaben hält...so wie ich ;) Ich hasse Schubladen und hasse vorhersehbare Images...Es wäre kein Problem gewesen eine sichere Bank zu fahren und ein symphonischen Metal-Blaster mit ordentlich Opern-Gesang rauszubringen, aber dazu hatte ich einfach überhaupt keinen Bock. Von daher bin ich sehr positiv überrascht, dass doch mehr Leute als erwartet das Album genießen!  

Wie lange warst du insgesamt an diesem Album dran?

Das ist wirklich schwierig zu sagen...rein zeitlich waren es jetzt etliche Jahre, allerdings gab es lange Phasen, in denen ich nicht an den Songs arbeiten konnte, z.B. während meiner Schwangerschaft und kurz danach oder während ich an meiner Master-Arbeit schrieb. Einige Songs sind schon relativ alt, z.B. „Keep you from harm“. Der ist kurz nach meiner Trennung von Axxis entstanden. Oder „Over the stars“, den ich schrieb, während ich mit Xandria zugange war. Aber alle haben ihre eigentliche Form erst vor kurzem zur Fertigstellung des Albums bekommen.

Es gibt ja, soviel ich weiß, ein paar Musiker, die dir erfolgreich unter die Arme gegriffen haben, damit aus „Project Ava“ wurde was es schlussendlich ist. Um welche Musiker handelt es sich da im Einzelnen?

Vor allem Guido Wehmeyer (Ex-Axxis, Ex-Eschenbach) ist maßgeblich am Songwriting, der Produktion und dem Sound unserer Musik beteiligt. „Project Ava“ ist unser gemeinsames Musik-Baby und ohne ihn wäre es nicht zustande gekommen. Ich liebe Guidos Gitarrensound und –spiel. Ich hätte mir nie vorstellen können, mit einem anderen Gitarristen zu arbeiten!
Lisa Middelhauve war vor allem an der visuellen Umsetzung von “Shrink“ beteiligt. Sie hat die Looks, das Make-up und die Frisuren für das Video gemacht. Das hat sie ganz großartig gemacht, ich bin immer noch total begeistert und froh, dass sie Lust hatte, daran mitzuwirken! Ohne sie wäre das Video lange nicht so toll geworden. Für die Zukunft wünsche ich mir allerdings auch musikalische Zusammenarbeit ;)
Sandra Jochheim, eine ehemalige Gesangsschülerin und nun gute Freundin von mir, hat im Chorus von „Over the stars“ mitgewirkt und dem Song eine unvergleichbare Note verliehen. Sie hat eine tolle, ganz reine Stimme ohne irgendeine falsche Attitüde. Wenn sie will, klingt sie so unglaublich unschuldig und das fand ich für den Song einfach super!

Welche Inspirationsquellen hattest du für die Lyrics deines neuen Werks?

Meine Lyrics handeln immer von persönlichen Erfahrungen und Dingen, die verarbeitet werden müssen. So ist es nicht verwunderlich, dass ich mich auf „Project Ava“ textlich mit meiner musikalischen Vergangenheit auseinander setze. Und wenn man etwas zu verarbeiten hat, sind das ja in aller Regel eher die schwierigeren Situationen und Enttäuschungen. Darum geht es bei dem Großteil der Songs. Wenn ich mit etwas abschließen möchte, packe ich es in einen Song, wie eine Art Tagebuch.

Beim Hören von „Project Ava“ stellte ich mir persönlich immer wieder die Frage, welche Bands die Person „Kerstin Bischof“ eigentlich beeinflussen, bzw. sie zu dem machten was sie ist?

Die Künstler, die mich momentan am meisten beeinflussen sind Tori Amos, Placebo und Moloko. Aber auch Jugendlieben wie The 3rd and the mortal und The Gathering  haben mich musikalisch immer beeinflusst. Es steckt auch jede Menge von Guido in dem Album, der mich als Künstler unglaublich beeinflusst und der wiederum auch seine Vorlieben und Einflüsse mit ins Album trägt. Allerdings kann ich nicht sagen, welche Künstler ihn wohl am meisten beeinflussen.

Zu dem Song „Shrink“ habt ihr ja auch ein tolles Video abgedreht. Wer kam denn auf die Idee zu diesem stylischen Clip?

Die ursprüngliche Idee stammt von mir. Ich wollte unbedingt die Veränderung, die in den Lyrics von „Shrink“ beschrieben wird, in eine visuelle Form bringen und zwar von einer natürlichen und hübschen Frau hin zu etwas, das Verfall symbolisiert (der Zombie...). Als ich Lisa davon erzählte, hat sie dann diese grandiose Umsetzung vollbracht und die Idee mit mehreren verschiedenen Looks gehabt, die dorthin führen.

Siehst du dich mit den Songs vom neuen Album eigentlich in Gedanken schon auf den Bühnen dieser Welt, oder ist „Project Ava“ erstmal nur ein Studioprojekt?

Ich würde wahnsinnig gern mit den Songs auf die Bühne gehen und hoffe, dass es nächstes Jahr endlich klappen wird. Eigentlich war für dieses Jahr eine Show in Deutschland geplant, die dann aus spektakulär ärgerlichen Gründen nicht zustande kam. Das will ich nicht öffentlich breittreten, aber ich bin echt immer noch mächtig sauer... Also, ja, ich will gern auf die Bühne mit den Songs J!

Ich hoffe mal, wir werden in Zukunft noch mehr von dir hören?

Ganz bestimmt!

Somit sind wir leider auch schon am Ende des Interviews angelangt. Hast du noch ein paar wichtige Worte, die du unseren Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

Ich freue mich echt riesig darüber, dass das Album auch vielen Fans von früheren Tagen gefällt, die mir über Jahre die Treue hielten! Danke dafür! An alle anderen: Hört fleißig in „Project Ava“ rein und wenn es gefällt, kauft es euch und erzählt allen davon ;) Damit helft ihr uns, eine CD-Pressung zu ermöglichen und das Ding auf die Bühne zu bringen :D
 
Dann bleibt mir nur dir viel Erfolg zu wünschen, dass sich auch recht viele mit diesem tollen Album befassen.
Ich bedanke mich für dieses tolle Interview.


Ich habe zu danken!


Und für all diejenigen, die sich ein Bild von dem im Interview angesprochenen Video-Clip von „Shrink“ machen wollen, hier noch der Link zu selbigem:

www.youtube.com/watch






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