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Monats-Krampe

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Krampe des Monats
Immer wieder gibt es Individuen, die sich abseits der allgemein üblichen Normen bewegen. Besonders auffällige wollen wir hier vorstellen. Ob uns das jeden Monat gelingt wissen wir nicht.
Aber nichts desto trotz... seid belustigt...






Juli 2007 - Kein Raum für Kultur?
Proberäume werden immer knapper. Und wenn sich doch ein Plätzchen finden, wird gut abkassiert. Dann gibt es diverse "Löcher" zu horrenden Mieten. Feuchte Mauern mit Schimmelbildung, marode Leitungen, Toilette - Fehlanzeige. Oder der Raum ist notdürftig schall- aber nicht wärmeisoliert. Da schmilzt einem im Sommer das Hirn weg und im Winter friert man sich den Arsch ab. Aufgrund fehlender Alternativen, müssen viele Musiker notgedrungen auf diese Baracken zurück greifen.

Schrumpfendes Raumangebot steht einer sich drängenden Schar von Hobby-Musikern gegenüber. Das bedeutet, dass sich insbesondere in Ballungsgebieten oft mehrere Bands einen Proberaum teilen müssen. Ein Betroffener aus Tübingen berichtet, dass auf 60 qm manchmal 6 (!) Bands kommen!

Da jeder nur mögliche Winkel vollgestellt wird, ergibt sich dann eine qualvolle Enge, die kaum noch Raum für Kreativität lässt. Außerdem kommt es vor, dass das Equipment eines anderen kurzerhand einfach "aus dem Weg geräumt" wird oder gar einfach ungefragt benutzt wird. Geht dann etwas zu Bruch, ist der Ärger groß. Keiner wills gewesen sein und der "Beliehene" bleibt auf dem Schaden sitzen. Chaos bei Mehrfachbelegungen sind auch bei den Terminabsprachen vorprogrammiert. Die Erfahrung zeigt, dass es immer wieder zu ungewollten Missverständnissen oder auch mutwilligen Zeitüberschreitungen kommt. Und das nervt auf Dauer gewaltig.

Leider sind Mietwohnung für Bandproben denkbar ungeeignet. Da fehlt zum Einen der Platz, zum Anderen darf man nicht immer mit der Toleranz der Nachbarn rechnen. Das Gleiche gilt auch für die Garage und die Gartenlaube. Denn kaum verhallen die ersten Riffs, des mit der Nase an die Scheibe gepressten Gitarristen, beenden die grün-weißen Schergen auch schon wieder die Session. Glück haben hier nur die Eigenheimbesitzer mit einem netten Keller-Untergeschoss.

Sind die Probe-Räume von öffentlicher Hand z.B. der Stadt gemietet, befinden sich diese meist in einer gesonderten Immobilie. Fällt dann aber die Entscheidung, das Gebäude anderweitig zu nutzen oder es zu abzureißen oder zu veräußern, verlieren gleich mehrere Gruppen ihre Proberäume. Oder es spielt sich die altbekannte Geschichte mit den Beschwerden von Anwohnern ab. Jahrelang spielte man im Einklang mit den Nachbarn. Aber dann zieht jemand neues her oder irgendwer kriegt einen "Koller" und schon ist das Problem da.

Fazit: Für zahlreiche Combos - insbesondere Nachwuchsbands - wird es immer schwieriger einen Proberaum zu finden. Sie können die Lücken der sich auflösenden "Kapellen" nicht mehr auffüllen, da ihnen einfach die Möglichkeit entzogen wird, als Bands zusammen arbeiten und wachsen zu können.

Im besten Falle wenden sich die Jugendlichen dann anderen Dingen zu und nutzen z. B. Sportangebote oder widmen sich Dingen wie Zeichnen, Töpfern, Filmen oder Lesen. Weniger kreative Geister setzen sich vor den Fernseher oder frönen Computer-Spielen. Wissen die Kids nichts Sinnvolles in ihrer Freizeit anzufangen versauern sie träge auf dem Sofa oder rotten sich zusammen und verzapfen irgendeinen Unsinn. Natürlich ist nicht jeder gelangweilte Teenager ein "Crash-Kid" oder erweitert sein Bewusstsein mit Drogen. Aber Sachbeschädigung, Pöbeleien und Raufereien sind ein häufig zu beobachtendes Ventil für angestauten Frust.

Aber mal abgesehen von einer gefrusteten Jugend veramt auch die kulturelle Vielfalt wenn nichts für die musikalische (Weiter-)Bildung getan wird. Ohne Proben keine Band, ohne Band kein Konzert, ohne Konzert keine Kulturveranstaltung. Da beißt sich die sprichwörtliche Katze in den Schwanz.
Es ist traurig, aber es scheint so als wäre die Öffentlichkeit nicht sonderlich an der Lösung dieses Problems interessiert. Wenn sich trotz Eigeninitiative von Schlagzeuger & Co. keine Möglichkeit mehr findet, dass es mehr recht als schlecht weiter geht, verdanken viele Bands nur den unverdrossen privat engagierten Personen ihren Fortbestand. Ansonsten werden sie meist allein gelassen.

Fragt sich nur, wann sich die Ignoranz von öffentlicher Stelle einmal rächen wird...


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Kommentare

by metalqueen am 30.08.2007 - 13:29
:bang: Also Leute, es müssen viele Proberäume her, oder wollt Ihr, das es keine Konzerte mehr gibt??? Für mich undenkbar! Metal forever! :fg: :bang: