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IRON MAIDEN - The Book Of Souls - Review
Book Of Souls IRON MAIDEN - The Book Of Souls

IRON MAIDEN sind Meister ihres Fachs. Von daher ist es schwer, Kritik zu üben. "The Book Of Souls" polarisiert und ist weder ein zweites "Powerslave", noch "The Number Of The Beast".

Um es gleich vorwegzunehmen, die Songs der zweiten Scheibe gefallen mir wesentlich besser als die sechs Tracks auf der ersten CD. Das über 8 min andauernde "If Eternity Should Fall" macht seinem Namen alle Ehre und kommt eine gefühlte Ewigkeit nicht zum Punkt. Zwar ist es schön, dass Bruce Dickinson nach dreißig Jahren wieder einen Song im Alleingang geschrieben hat, aber dieser ist meiner Meining nach als Opener für ein Maiden-Album völlig ungeeignet. Kein Vergleich zu "Aces High", "Be Quick Or Be Dead" oder "Different World". Irgendwie scheint es, als wollten die Eisernen Jungfrauen mit ihrem Seelenbuch eine Metal-Oper herausbringen.

Da gibt es Parts mit Hörspielcharakter, gesprochenem Text und blubberig verzerrter Stimme. Die Sologitarren kommen nur selten ohne Wah-Pedal aus und sind durch die drei Gitarristen meist übermäßig lang. Da wünscht man sich als Fan die alten Zeiten von  "The Trooper" und Co. zurück. Ich fasse mal kurz zusammen: "Speed Of Light" ist ein etwas besseres "The Final Fronier", das nicht gerade vom Hocker reißt, "The Great Unknown" braucht etwas, bis es in die Gänge kommt. Die Strophen und das Gitarrenriff dazu sind relativ cool, es folgt ein langer Instrumentalteil und der Schluss zitiert ein bisschen "Fear Of The Dark". Steve Harris versuchte mit dem 13einhalbminütigen "The Red And The Black" vermutlich ein neues "The Rime Of The Ancient Mariner" zu zimmern, was ihm leider nicht ganz gelungen ist. Die Gitarren liefern sich ein Sologefecht und der Mitsing-Part hat Bierzeltatmosphäre, die IRON MAIDEN eigentlich nicht nötig haben sollten. "When The River Runs Deep" hat ebenfalls eine coole Strophe, dafür wirkt die Bridge recht unausgegoren und der Tempowechsel in Halftime kommt etwas heftig und unerwartet. Der Titelsong "The Book Of Souls" ist definitiv das beste Stück auf CD 1. Zwar ist der Einsatz von Gitarrensynthie und Streichern omnipräsent, man kann den Song aber gut anhören, auch wenn er sich nicht besonders zum Headbangen eignet.

Kommen wir zum positiven Teil. Anders als bei den bisher gehörten Stücken ist die Strophe von "Death Or Glory" nicht besonders, da Bruce Dickinson sich in grenzwertige Höhen schreit. Genial kommt dagegen die Bridge rüber und der tiefe Refrain geht auch in Ordnung. Auf alle Fälle etwas zum Mitwippen. Und endlich kommt auch etwas Tempo in das Ganze. Mit "Shadows Of The Valley" zitiert die Band den Anfang von "Wasted Years". Der Rest in ein solider Maiden-Song, der Spaß macht. Vielleicht wäre etwas weniger Synthesizer mehr gewesen. Aber, das ist eine Kleinigkeit, die das Hörvergnügen nicht schmälern darf. Progressive Anklänge machen sich bei "Tears Of A Clown" breit. Ein seichter Stampfer, kompositorisch hervorragend, der ebenfalls etwas mehr Tempo vertragen könnte. Der Refrain ist super! Das balladesk anmutende "The Man Of Sorrows" hätte auch gut auf Bruce Dickinsons Solo-Scheibe "Balls To Picasso" gepasst. Sehr geile Gesangslinien im ruhigen Teil und ein schöner Chorus. Das abschließende "Empire Of The Clouds" stammt wie der Opener aus der Feder von Bruce Dickinson und unterstreicht den Charakter der Metal-Oper erneut. Das Piano erinnert sehr an Jon Oliva und SAVATAGE. Ein wunderschöner, gefühlvoller Song von 18 min Länge.

Fazit:
Heavy Metal fürs Auto oder Wohnzimmer, aber garantiert nichts für die Tanzfläche und zum Headbangen. Die zweite Scheibe rotiert bei mir sicher noch oft im Schacht und die fünf darauf enthaltenen Songs plus der Titeltrack bekommen ganz klar meine Kaufempfehlung. Ich hätte mir dennoch insgesamt etwas mehr Härte und (auf-die-Fresse-)Metal gewünscht.




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