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Hard Rock Session Colmar - Parc De Expositions, 10.08.2014
Es ist August und was heißt das für mich?!
Genau, Zeit für die Hard Rock Session in Colmar.
Seit geraumer Zeit schon für mich ein wichtiger Anlaufpunkt in Sachen Konzerte.
So war es auch diesmal keine Frage, dass es mich ins Elsass zog, wo diverse Bands nur darauf warteten, vor dem hungrigen Publikum spielen zu können.
Allen voran „Motörhead“, wobei es ja in der Vergangenheit leider Probleme gab, was den Gesundheitszustand von „Lemmy“, dem Frontmann der Kultband.
Daraus resultierten auch diverse Tourabsagen.
Doch diesmal ging alles glatt und das Publikum konnte sich auf einen tollen Abend mit coolen Bands freuen.

Für den passenden Einstieg sorgten diesmal „Blackrain“.
Ihren Sound würde ich mal vorsichtig zwischen Bands, wie „Mötley Crüe“ und „Hardcore Superstars“ einordnen.
Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt leider noch nichts von den Jungs gehört, doch was die Truppe da abliefert, war absolut erste Sahne.
Nicht unerwähnt bleiben, sollte auch die Tatsache, dass sie das Publikum dermaßen auf ihrer Seite und das schon von Beginn an, was wohl nicht unwesentlich daran gelegen haben dürfte, dass „Blackrain“ aus Frankreich kommen und somit amtlichen Heimvorteil genossen.
Dies nutzten sie auch voll aus und legten mit Songs, wie „Death By Stereo“, „Dancing On Fire“ und „Blast Me Up“ dermaßen los, dass es nur so eine Freude war.
Selten habe ich gesehen, wie ein Opening Act so derart abgefeiert wurde.
Für alle Fans, der oben genannten Bands eine absolute Hörempfehlung.
„Blackrain“ machen definitiv ihren Weg, wenn sie weiter solche Kaliber rauswerfen.

Die nächste Künstlerin passte rein von ihrer Musik, so sollte man denken, zwar nicht ganz in das ganze Programm, doch was „Tarja Turunen“ mit ihrer Band im Anschluss abzogen, war ebenso wenig von schlechten Eltern, denn auch sie hatte das Publikum von Anfang an auf ihrer Seite.
Überhaupt hatte man beim Anblick des Auditoriums, den ganzen Abend das Gefühl, dass es außer den alljährlichen Konzerten in Colmar, sonst keine weiteren Bands ihren Weg nach Frankreich ziehen würde.
Dem ist ja eigentlich ganz und gar nicht so, doch wie auch immer, die Party war in vollem Gange und so feierten die Anwesenden zu den Songs von „Tarja“.
Sie ließ es sich auch nicht nehmen, kurz einen Blick in ihre Vergangenheit zu gewähren, als sie noch Sängerin von „Nightwish“ war.
Dieser Einblick nennt sich „Over The Hills And Far Away“, den Übersong vom leider viel zu früh verstorbenen „Gary Moore“, den die Finnen ja bekanntlich sehr erfolgreich coverten.
Ich muss wohl nicht extra erwähnen, dass auch dieser Track mehr als gut ankam und so konnte sich „Tarja“ und ihre Band, in der nicht gerade unbekannte Größen, wie Ex-„Rage“ und „Axel Rudi Pell“ Drummer „Mike Terrana“, oder auch Gitarrist „Alex Scholpp“, den man ja noch von Bands, wie „Farmer Boys“ kennt zu finden sind, auch völlig zu Recht mit einem tollen Auftritt rühmen.
Dass sie auch wirklich Spaß hatte, konnte man ihr auch sehr gut ansehen, denn solch eine gute Laune versprühend, ist entweder erstklassige Schauspielerei, oder was ich eher glaube, wirklich ehrliche Freude, von dem Publikum so gut angenommen zu werden.
Nicht nur meiner Meinung nach also ein völlig überzeugender Auftritt, der Diva aus Finnland.

Bei der Band des Abends hingegen hatte ich bisher immer so meine Bedenken und auch diesmal fand ich einfach nicht den Draht zu dieser Band.
Die Australier von „Airbourne“ stürmten die Bühne und was die Jungs abziehen, ist normalerweise auch alles andere als langweilig.
Jeder Zentimeter der Bühne wird immer wieder von der Band genutzt.
So auch diesmal, doch wie gesagt, bei ihrem Sound bin ich leider raus.
Da das aber nur eine einzelne Meinung ist, kann man auch bei der dritten Band dieses Events, wohl von einem Volltreffer für das Publikum sprechen, denn auch „Airbourne“ hatten alle Trümpfe in der Hand und gaben den Anwesenden, wonach sie dursteten.
Rock’n’Roll bis zum Umfallen!

Genau mit dieser Art Musik, nämlich Rock’n’Roll ging es dann auch weiter!
Lemmy sagte ja vor Jahren schon, „Motörhead“ spielen keinen Heavy Metal, sondern Rock’n’Roll.
Und genau dieser Satz, auf den ich persönlich mich immer wieder freue, der da „We Are Motörhead And We Play Rock’n’Roll“ lautet, läutet dann immer wieder den Gig der Jungs ein.
Ich möchte jetzt gar nicht lange auf dem Gesundheitszustand von Frontmann „Lemmy Kilmister“ herum reiten, auch wenn er wirklich alles andere als fit aussah.
Die Setlist war über jeden Zweifel erhaben und selbst die Tatsache, dass etwas Tempo aus den Songs genommen wurde, konnte nichts an dem genialen Abend ändern.
„Damage Case“ war als Einstand perfekt gewählt und auch die nachfolgenden Klassiker „Stay Clean“, „Metropolis“ und „Over The Top“, kamen mehr als stabil an.
Nach einem kurzen Solo von „Phil Campbell“, der so langsam, aber sicher zum Sprachrohr von „Motörhead“ avanciert, kamen noch einmal zwei Classics in Form von „The Chase Is Better Than The Catch“ und „Rock It“ von den Alben „Ace Of Spades“, bzw, „Another Perfect Day“, bevor es Zeit für einen neuen Song vom aktuellen Longplayer „Aftershock“wurde.
Dieser war mit „Lost Woman Blues“ ebenfalls recht gut und vor allem passend zu den restlichen, im Mid-Tempo gehaltenen Stücken gewählt.
Leider war dies jedoch aber der einzige Ausflug in dieses Album.
Kein Grund um Trübsal zu blasen, denn weiter ging es mit einer Ansammlung von älterem Material, hinter der sich „Dr Rock“ (incl. Drum-Solo von „Mickey Dee“), „Just ‘Cos you Got The Power“, „Going To Brazil“, „Killed By Death“ und „Ace Of Spades“ verbargen.
Leider ließ die Spielzeit mit etwas über einer Stunde ganz leicht meine Stimmung trüben, doch wenn man als Zugabe „Overkill“ spielt, kann man den Jungs einfach nicht lange böse sein.
So war auch dieses Mal wieder alles bestens.

Die Veranstalter dieses Events hatten auch dieses Jahr wieder alles richtig gemacht und mit vier sehr attraktiven Bands eine sehr gute Wahl getroffen.
Mein persönlicher Favorit waren dabei natürlich „Motörhead“, denn mal ganz ehrlich, wer weiß wie lange man „Lemmy“ noch live auf der Bühne erleben darf, denn nicht selten hatte ich großes Mitleid mit ihm, denn die Auftritte mit der Band scheinen für ihn alles andere als eine lustige Veranstaltung  zu sein, wenn man seinen Gesichtsausdruck richtig deutete.
Sei es wie es ist, ich verneige mich trotzdem vor dieser Band!
So bleibt mir zum Schluss nur meine Vorfreude auf das kommende Jahr, denn dass die Veranstalter der Konzerte in Colmar wieder etwas interessantes auf die Beine stellen, davon bin ich absolut überzeugt.

Pics by Heiko (PictureMonster)
www.heiko-bendigkeit.de/















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