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Hard Rock Session Colmar - Parc De Expositions, 15.08.2013
Die Hard Rock Session in Colmar ist im Laufe der Zeit zu einem festen Ziel meiner alljährlichen Konzertreise geworden und so trieb es mich auch in diesem Jahr wieder nach Frankreich, wo auch dieses Mal wieder 5 Bands darauf warteten, den Zuschauern das zu bieten, wonach sie verlangten, nämlich starke Songs, gepaart mit einer klasse Show.
Im Einzelnen waren dies „Rage“, „Sonata Arctica“, „Gamma Ray“, „Helloween“ und die Headliner „Anthrax“!

Den Anfang machten mit „Rage“ eine Band, die schon seit Jahrzehnten nicht mehr aus der Metalszene wegzudenken ist.
Dies machten sie auch diesmal wieder deutlich und bewiesen mit Stücken, wie „Straight To Hell“, „Feel My Pain“, „Refuge“, oder auch „Higher Than The Sky“, wie hoch der Qualitätsstandard der Herren ist.
Für mich persönlich ist es immer wieder ein Erlebnis, wie eine Band, die gerade mal aus 3 Personen besteht, solch einen unglaublich kompakten Sound hinbekommt und so manche Truppe, die aus 5-6, oder sogar noch mehr Mitgliedern besteht, so richtig dumm dastehen lässt.
So bleibt mir nur zu sagen, dass mich „Rage“ auch dieses Mal begeistert haben (alles andere hätte mich auch gewundert) und frage mich immer noch, warum die Jungs „nur“ den Slot als Opener bekamen.

Weiter ging es mit „Sonata Arctica“, die mit ihrem noch aktuellen Album „Stones Grow Her Name“ bisher doch recht viele positive Reaktionen für sich zu verzeichnen hatten und mit „Only The Broken Hearts (Makes You Beautyful)“ aus eben diesem Werk legten die Finnen los.
Weitere Beachtung fand das Album in Songs, wie „Shitload Of Money“, „Alone In Heaven“, „Losing My Insanity“, „I Have A Right“ und „Cinderblox“, die sie geschickt mit älteren Stücken, wie etwa „Black Sheep“, „Replica“, „Full Moon“ und „Don’t Say A Word“ verbanden und so einen sehr guten Gig hinlegten.
Lediglich mit dem Sound an sich wollte es nicht so recht hinhauen, was sich leider über den ganzen Tag hinziehen sollte.
Aber davon abgesehen legten „Sonata Arctica“ einen guten Abschluss ihrer „Stone Grows Her Name Tour“ hin, sodass man sich nun also so langsam auf ein neues Album freuen darf.

Im Anschluss an die Finnen wurde nun wieder das deutsche Banner hochgehalten und das von der ebenfalls fest in Metalszene eingepflanzten Band „Gamma Ray“, die ebenfalls schon in den Starlöchern abhängen, was die Produktion ihrers neuen Albums angeht.
Doch zuvor rissen sie noch einmal einen sehr souveränen Liveset runter, in dem sie 9 Zeugnisse ihrer musikalischen Karriere mit „Anywhere In The Galaxy“, „Men, Martians And Machines“, „Spirit“, „Dethrone Tyranny“, „Master Of Confusion“, „Empathy“, „Rise“, „To The Metal“ und „Send Me A Sign“ abgaben, die sie mit den unentbehrlichen „Helloween“ Classics „Future World“ und „I Want Out“ anreicherten. Leider war der Sound auch bei den Jungs nicht so ganz überragend.
Ich habe keine Ahnung, wieso der gute Mann am Mischpult dies nicht in den Griff bekam, aber davon abgesehen waren „Gamma Ray“ auch diesmal wieder erste Sahne, sodass man sich nun auf die nächste Band des Tages freuen durfte.

Die kamen ebenfalls aus Deutschland und sind ebenso fester Bestandteil der Szene. Die Rede ist von „Helloween“, die mit „Straight Out Of Hell“ ein beachtliches Album aus der Taufe hoben und dies natürlich noch einmal promoten wollten.
Hierfür hatten sie den Titeltrack „Straight Out Of Hell“, sowie „Waiting For The Thunder“ und „Live Now!“ auserkoren, die sie unter weitere Highlights, wie z.B. „Where The Sinners Go“, „If I Could Fly“, “Power”  und “Are You Metal?” mischten. Auch älteres Material hatten die Jungs im Gepäck.
“Leider” muss ich da aber fast schon sagen, den so gut die Songs „Eagle Fly Free“, „I’m Alive” und „Dr. Stein“ an sich auch sind, der gute „Andi Deris“ die Songs leider nie wirklich so hinbekommt, wie seinerzeit „Michael Kiske“.
Doch abgesehen von diesen 3 Ausfällen haben „Helloween“ auch diesmal wieder einen ordentlichen Gig bestritten und dank einer überdimensional großen Bühne in Colmar, kamen auch die beiden mehr als übergroßen Kürbisse, incl. hämisch grinsender Fratzen, die links und rechts des Drumkits thronten wieder zum Einsatz, was dem Bühnenbild insgesamt meines Erachtens gar nicht schlecht zu Gesicht stand.

Auf den Headliner des Tages freute ich mich ganz besonders, denn mit „Anthrax“ verbinde ich sehr viele schöne Erinnerungen aus meiner Jugend und mit der Rückkehr von „Joey Belladonna“ ging für mich ein kleiner Traum in Erfüllung, ohne dass ich hier die Qualität eines „John Bush“, der zwischenzeitlich als Sänger für die Band tätig war schmälern möchte, denn das wäre mehr als unfair.
Mit einer Setlist, die mir teilweise eine Zeitreise zurück zum Monsters Of Rock 1988 bescherte, erfüllten sie mir beinahe jeden Traum.
Lediglich mein Favorit „A.I.R.“ war nicht vertreten, doch das machten die Klassiker „Medusa“, „Indians“, „Caught In A Mosh“, „Deathrider“, „Evilnikufesin (N.F.L.), „Among The Living“, „Got The Time“, „I’m The Law“, „Madhouse“ und „Antisocial“ wieder wett. Gerade „Antisocial“ funktionierte in Colmar fantastisch.
Stammt dieser Song im Original doch von der französischen Band „Trust“.
Doch nicht nur die Classics waren zu meiner vollen Zufriedenheit, sondern auch ihr neues Material trifft absolut meinen Nerv und so konnte natürlich nicht nur ich mich über „In The End“, „The Devil You Know“ und „Fight Em Till You Can’t“, die auf ihrem aktuellen Album „Worship Music“ zu finden sind freuen.
Leider ließ der Sound auch bei ihnen etwas zu wünschen übrig.
Jedoch ließ ich mir die gute Laune dadurch nicht verhageln und bin noch immer ergriffen von diesem genialen Gig. „Anthrax“ haben bewiesen, dass sie zurecht zur Speerspitze der Szene gehören und ich freue mich schon auf zukünftige Konzerte dieser Band.

Abschließend würde ich die Hard Rock Session in Colmar auch diese Mal wieder als vollen Erfolg bezeichnen, auch wenn der Sound nicht wirklich gut war. An der Qualität der einzelnen Bands ändert das nichts und dass man in Colmar auch mit einem genialen Sound verwöhnt werden kann, davon konnten sich die 2 Tage zuvor Anwesenden beim Konzert von „Deep Purple“ und „Blue Öyster Cult“ ein gute Bild machen. Deshalb auch diesmal wieder meinen größten Respekt an die Veranstalter aus Colmar!

Pics by Heiko (PictureMonster)
www.heiko-bendigkeit.de/








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