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Konzert-Berichte

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Gamma Ray, Nocturnal Rites, Powerwolf, 21.10.2005, Hydepark, Osnabrück
Büchsenmusik - Für Einspringer leicht gemacht...

Es regnete und der Parkplatz wirkte verwaist. In den Schlaglöchern der Kiesfläche bildeten sich große Pfützen. - So ein Scheißwetter!!! - Ich mochte gar nicht aus dem Wagen steigen. Doch die Aussicht auf einen schönen Konzertabend veranlasste mich dann doch, mich Richtung Haupteingang zu bewegen. Es war nicht viel los. Auch als die Türen mit einer halben Stunde Verspätung geöffnet wurden, war die Besucherzahl von 30-40 Personen noch sehr überschaubar.

Als POWERWOLF dann als erste Band die Bühne betraten, hielt sich die Stimmung daher leider noch in Grenzen. Die eingängigen Refrains, wie zum Beispiel "Oh hoooo - this is the kiss of the cobra king...", machten es der ersten Reihe aber nicht schwer, Sänger Attila lautstark zu unterstützen. Trotz einer Erkältung holte er das Letzte aus sich heraus. Das Bühnenoutfit und die bleich geschminkten Gesichter passten dann auch zu den Song-Inhalten, die allerhand mystische Themen behandeln. Auch musiktechnisch konnte man zufrieden sein. Was mich allerdings stutzen ließ war, dass statt des herkömmlichen Schrimpers, der Gitarrero von Nocturnal Rites von der Bühne herunter grinste.



Matthew Greywolf (Powerwolf - Lead Guitar)



Falk Schlegel (Powerwolf - Keyboards)



Attila Dorn (Powerwolf - Micro)



Fredrik Mannberg (Nocturnal Rites - Guitar)



Stefane Funèbre (Powerwolf - Drums)

Nach diesem ersten Act des Abends wechselte dieser dann von der linken auf die rechte Bühnenseite und zerrte bei seiner Stammformation NOCTURNAL RITES die Saiten. Mittlerweile war die Halle gut gefüllt und die Menge kam so richtig in Fahrt. Neue Stücke wurden mit Klassikern gut durchgemischt. Der aktuelle Kracher "Fools Never Die" und "New World Messiah" von der letzten Platte durften dabei natürlich auch nicht fehlen. Ab und an kommentierte Sänger Jonny die Zwischenrufe mit neu gelernten deutschen Wörtern. Ein herausforderndes: "Was?" oder ein "bedrohlich" anmutendes: "Alter!" entlockte dann doch so manchem ein kleines Schmunzeln. Denn von dem, was die Leute ihm da auf deutsch zuriefen, hat der Schwede natürlich keine Silbe verstanden.



Nils Norberg (Nocturnal Rites - Lead Guitar)



Nils Ericsson (Nocturnal Rites - Bass)



Jonny Lindkwist (Nocturnal Rites - Vocals)



Jonny Lindkwist (Nocturnal Rites - Vocals)



Lustig weiter ging es dann mit den Hamburger Frohnaturen GAMMA RAY. Als sie die Planken enterten, schlugen die Wellen im Saal förmlich bis unter die Decke. In der Zwischenzeit war es richtig voll geworden. Für die Fans in den ersten Reihen wurde es eng, was aber der Begeisterung keinen Abbruch tat. Von Anfang an legten sie eine Energie an den Tag, die sofort ins Volk übersprang. Viele Klassiker bescherten der Halle eine tobende Menge. Als "Fight" gerade durch die Boxen geknattert war, schallte wenig später "Blood Religion" bis in die hinterste Ecke. Und mit "Heavy Metal Universe" wurden die Ohren dann so richtig sauber gefegt. Für kleine Verschnaufpausen sorgte Front-Barde Kai mit ein wenig Smalltalk: "Hey, ihr da in der letzten Reihe, ihr könnt ruhig auch mitsingen! Oder findet ihr das peinlich - Hände in die Luft und mitgröhlen...?!! - Nee, is' garnich' peinlich!" Am Ende brach ein Begeisterungssturm los, der seines Gleichen suchte. Nachdem dann die Scheinwerfer auf der Bühne zum letzten mal erloschen und im Saal das Licht hoch gefahren wurde, kehrte erst langsam wieder Ruhe ein.



Kai Hansen, Henjo Richter (Gamma Ray)



Dirk Schlächter, Kai Hansen (Gamma Ray)



Kai Hansen, Henjo Richter (Gamma Ray)



Kai Hansen, Henjo Richter (Gamma Ray)



Daniel Zimmermann (Gamma Ray)



Kai Hansen, Dirk Schlächter, Henjo Richter (Gamma Ray)



Daniel Zimmermann (Gamma Ray)

Im Anschluss an die Veranstaltung erkundigte ich mich dann nach dem abwesenden Bandmitglied von Powerwolf. Falk klärte mich auf: "Dadvid ist gestern mit einer Lungenentzündung nach Hause gefahren. Es geht ihm aber den Umständen entsprechend gut. - Zum Glück ist der "Friedrich" kurzfristig für ihn eingesprungen." Wie ich weiter erfuhr, grassierte in den Bussen kurz zuvor eine Grippewelle und fast jeder war irgendwie angeschlagen.

Irgendwann gesellte sich besagter Gitarrist zu uns und ließ sich kauend nieder. Er mampfte sich sein Butterbrot rein und ich habe nun wirklich kaum jemanden in meinem Leben jemals so dabei schmatzen sehen! So habe ich dann auch mehr erahnen als hören können als es zwischen den Brotkrümeln hervorkam: "Das ist mein Lieblingsessen: Schwarzbrot mit Butter und Käse.Meine Güte - und ich dachte immer, so richtig echte Rocker essen nur rohes Fleisch...

Ich sprach ihn auf die Vertretung an: "Hey, du hast heute aber einen echt guten Job hin gelegt!"Ja," sagte er, biss wieder von seinem "smörgås" ab und sprach mit vollem Mund weiter: "...*schmatz*... hat gestern Nachmittag, bevor ... *kau*... gefahren ist, noch ...*kau weiter*... Gitarrenpart eingespielt...So langsam dämmerte mir was...
"Wie, was meinst du...?"
Dann ließ er die Bombe platzen: "Na, ein Tape!" entgegnete er und aß ungerührt weiter.
"WAS??? - Du hast die ganze Zeit Playback gespielt???! - Mir entgleisten sämtliche Gesichtszüge.
Plötzlich hörte das Kieferkreisen auf: "Wie, hast du das etwa nicht gemerkt?Ich musste gestehen: "Nein, ich habe in dem ganzen Konzertgewühle nicht das Geringste davon mit bekommen, obwohl ich in der ersten Reihe direkt vor dir stand! Und ich wette mit dir, es hat auch sonst keiner registriert.Jetzt war die Verwunderung auf der Gegenseite: "Echt nicht...?Das nun folgende kurze betretene Schweigen wandelte sich aber dann schnell in allgemeines Geschmunzel.
Ups, da hat man wohl den sprichwörtlichen Wald vor lauter sprichwörtlichen Bäumen nicht gesehen...

Ich persönlich bin kein Freund von "Büchsenmusik" weil ich der Meinung bin, dass dies einen Betrug am Zuschauer darstellt, der ja sein gutes Eintrittsgeld hergibt um ein Live-Konzert zu sehen. Wenn es allerdings in Notsituationen wie hier zum Einsatz kommt, habe ich Verständis dafür.
Meine besondere Sympathie gilt, unter anderem, Menschen die bei Bedarf spontan Hilfe anbieten. Daher meine vollste Anerkennung für diesen beherzten Einsatz.

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Und jetzt noch etwas in eigener Sache:

Im Namen aller nochmals "Herzlichen Dank IRON HEIKE!", dass du uns diese Bilder zur Verfügung gestellt hast!!!!!! :grin:



Birgit, IRON HEIKE, Suzanna, Nils, ich (Sandy) :grin:


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Kommentare

by Unbekannt am 25.04.2006 - 21:38
Dirk ist der Sohn meiner Englischlehrerin