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Fish + Guests - Friedberg Stadthalle, 16.11.2015

Dreißig Jahre ist es nun schon her, dass MARILLION ihr wahrscheinlich erfolgreichstes Album „Misplaced Childhood“ veröffentlichten.
Wer kennt sie nicht, die Hits wie „Kayleigh“, oder „Lavender“, die sich mit anderen überirdischen Stücken die Waage hielten.
Nun, in diesen dreißig Jahren ist wahrlich viel passiert und bekanntermaßen ist ja Sänger FISH schon lange nicht mehr Teil der Band.
Jedoch noch lange kein Grund, dieses Meisterwerk nicht zu huldigen was er an diesem Abend im Zuge seiner aktuellen Tour mit dem sinnigen Titel „Farewell To Childhood“ auch tat.

 

Relativ kurzfristig bestätigt wurde indes die erste Vorband des Abends.
LAZULI aus Frankreich bestätigten mit ihrem Prog-Rock, dass es wahrlich eine sehr gute Entscheidung war, sie zu ordern.
Der Sound den sie mittels teils extravaganten Instrumenten erzeugten, hatte zur Folge, dass man sich alsbald in einer Welt aus Klang und Farben wiederfand.
Die Lyrics, die allesamt in französischer Sprache vorgetragen wurden, passend wahrlich hervorragend zu dem Sound, den sie offenbarten.
Lediglich ein Stück dieser begnadeten Band trägt einen englischen Titel, jedoch handelt es sich hierbei um ein Instrumental.
Doch alleine dieser Song ist es alleine schon wert, sich LAZULI doch einmal live anzuschauen.
Bei „9 Hands Around The Marimba“, so der Titel, ist der Name Programm, denn versierte Musikkenner dürften wissen, dass es sich bei einer Marimba um ein Holzschlaginstrument handelt und genau dieses Instrument wurde aufgebaut, um welches sich die fünf Musiker dann scharten, um dann mit insgesamt neun Schlägel darauf zu spielen.
Wer bisher noch nicht die Gelegenheit hatte, LAZULI sowohl auf CD, als auch live zu erleben, dem möchte ich dringend nahelegen, es in naher Zukunft zu tun.
Diese Band hat es wahrlich verdient, noch mehr Beachtung zu bekommen.
Mich haben sie vom Fleck weg auf ihre Seite gezogen.

 

Genauso wie auch die nächste Band des Abends.
Mit BEYOND THE BRIDGE kam eine Band auf die Bühne, deren Debüt mich im Jahre 2012 förmlich umgehauen hat.
Für mich war „The Old Man & The Spirit“, so der Titel des Albums, die Überraschung des Jahres schlechthin.
Leider hatten zwangen diverse Dinge im privaten Bereich der Band sie dazu, zu pausieren und so war besagtes Album auch bis jetzt das einzigste was sie veröffentlichten.
Doch nun sind sie offensichtlich wieder zu neuen Schandtaten bereit und somit hatte ich endlich die Gelegenheit Sänger Herbie Langhans, dessen Name auch in der Bandbesetzung von SEVENTH  AVENUE auftaucht, sowie seine Mitstreiter Live On Stage erleben zu dürfen.
Und was soll ich sagen, wenn man von einem Album wie eben „The Old Man & The Spirit“ so eingelullt wurde wie ich, kann man eigentlich nur davon ausgehen, es hier mit einem ganz besonderen Gig zu tun zu haben.
Genauso verhielt es sich dann auch, denn es versteht sich ja eigentlich von selbst, dass die Setlist dann mit Stücken vom Debüt gefüllt wurde, die sie mit solch einer Energie, ja ich würde fast schon von Magie reden, auf das Publikum losließen, dass ich permanent das Gefühl hatte, meinen Hut vor BEYOND THE BRIDGE zu ziehen.
Auch die weiblichen Vocal-Parts, die Maggy Luyten beisteuerte, wirkten perfekt platziert und werteten das Ganze nur noch weiter auf.
Sie ist ja bei Gott auch keine Unbekannte im Musikbusiness, denn wer sich z.B. mit den überirdischen AYREON befasst, dem dürfte spätestens jetzt ein Licht aufgehen, denn auch dort war die belgische Sängerin schon zu hören.
Es hatte zwar im Endeffekt den Anschein, dass BEYOND THE BRIDGE nicht ganz so viel Beifall bekamen wie LAZULI zuvor, würde dies aber sicherlich nur darauf zurückführen, dass die mit etwa 900 Personen gefüllte Halle doch vorrangig auf die Musik von FISH gepolt war und deshalb auch mit dem Progressive Metal von BTB vielleicht etwas überfordert war.
Sie hatten aber dennoch immer noch genug Fans am Start, die ihnen immer wieder zeigten wie sehr sie ihre Musik begeistert.
Ich bin einer davon.
Auf eine Zukunft mit einem hoffentlich bald fertigen neuen Album, welches ich mir dann wieder genüsslich verinnerlichen werde.

 

So blieb eigentlich nur noch der Hauptact des Abends.
Und nach einer überschaubaren Umbaupause legte dieser dann auch los.
Wie eingangs schon erwähnt, läuft die momentane Tour von Ex-MARILLION Sänger FISH unter dem Titel „Farewell To Childhood“, da es ein Jubiläum feiert und man sich dazu entschloss, dieses unglaubliche Werk ein letztes Mal in seiner kompletten Schönheit live auf die Bühne zu bringen.
Doch bevor es soweit war, sollte auch die Musik von ihm, genauer gesagt seiner Solokariere Erwähnung finden.
So legte er dann auch mit „Pipeline“ vom 1994 veröffentlichten Album „Suits“ los, gefolgt vom Titelstück des aktuellen Werks „Feast Of Consequences“, die mit einem enormen Beifall dankend angenommen wurden.
Gleiches gilt auch für die im Anschluss dargebrachten Stücke „Family Business“, welches auf dem ersten Soloalbum von FISH mit dem Titel „Vigil In A Wilderness Of Mirrors“ zu finden ist, als auch das auf dem 1997er Album „Sunsets On Empire“ beheimatete „The Perception Of Johnny Punter“, welches er zum Anlass nahm, etwas eingehender und durchaus persönlich auf die Terroranschläge in Paris kurz zuvor einzugehen.
Seine Rede bekam sehr großen Anklang und auch eine wahrlich ergreifende Schweigeminute mitten im Song wirkte nicht deplatziert, sodass man sich noch einmal vor Augen führen konnte, dass solch feige Anschläge zwar immer und überall passieren können, wir uns aber keinesfalls in unserem stillen Kämmerlein verstecken dürfen, denn sonst hätten diese Terroristen schließlich genau das erreicht was mit solchen Anschlägen auslösen wollen.
Nach diesen vier Ausflügen in die Welt der Sologeschichte von FISH war es nun an der Zeit, das wohl erfolgreichste Werk MARILLION’S noch einmal auf die Bühne zu bringen und so begann es auch logischerweise mit „Pseudo Silk Kimono“, gefolgt von den Hits „Kayleigh“, „Lavender“, bevor „Bitter Suites“ Appetit auf das gigantische „Heart Of Lothian“ machte.
Ich brauche wohl nicht extra betonen, welch ein magischer Moment es für einen Fan wie mich ist, diese Stücke noch einmal live erleben zu dürfen und so verfolgten sowohl ich, als auch die anderen Fans in der Halle die noch fehlenden Songs „Waterhole (Expresso Bongo)“, „Lords Of The Backstage“, „Blind Curve“, „Childhood’s End?“ und „White Feather“ genau und erfreuten uns in großem Maße daran.
Nachdem dieses unfassbare Album dann in dieser Form zu seinen Ehren kam, gingen FISH und seine Musiker mit „Market Square Heroes“ ein weiteres Mal weit zurück in der Zeit, um das Publikum erneut völlig in ihren Bann zu ziehen.
Mit „The Company“, welches genau wie das anfangs gespielte „Family Business“ auch auf  „Vigil In A Wilderness Of Mirrors“ zu finden ist, endete ein unvergesslicher Abend, vollgepackt mit sehr starken Bands, die allesamt auf sehr hohem Niveau angesiedelt sind und somit dafür sorgten, in bester Erinnerung zu bleiben.

 

Die Veranstalter konnten sich wahrlich selbst loben, denn dieses Package hatte alles was man sich als Musikbegeisterten Mensch erhoffte.
Ein absolut gelungener Abend mit traumhafter Musik, sehr guten Freunden und einer unglaublichen Menge an schönen Erinnerungen.

 

Pics by Hobbit Hauser




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