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Monats-Krampe

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Krampe des Monats
Immer wieder gibt es Individuen, die sich abseits der allgemein üblichen Normen bewegen. Besonders auffällige wollen wir hier vorstellen. Ob uns das jeden Monat gelingt wissen wir nicht.
Aber nichts desto trotz... seid belustigt...






Februar 2008 - Hochmut kommt vor dem Fall(obst)
In der dritten Januarwoche 2008 betrat der Robert Pant (Vocals - Led Zeppelin) mit einer unbekannten Dame die "Fifty Five Bar" in Camden, im Norden Londons und setzte sich mit ihr an einen Tisch. Zu diesem Zeitpunkt schallte ein Song von RADIOHEAD aus den Boxen, was dem Rock-Veteran überhaupt nicht gefiel. Er beschimpfte die Musik als "rhyming cr*p" - gereimte Sche*ße - und verlangte einen sofortigen Interpreten-Wechsel.


Ein Augenzeuge berichtete was dann geschah: "Es wurden die RED HOT CHILIPEPPERS aufgelegt, von denen man dachte, dass sie eher seine Kragenweite sein könnten. Aber er mochte ihr Zeug auch nicht und sagte, dass wären doch "Kinderlieder". ("They put on the Red Hot Chili Peppers, who they thought might be more up his street. But he didn't like their stuff either and said it was like a 'nursery rhyme.")


Und dann bestand er darauf, "Captain Beefheart" (Don Van Vliet) zu hören. - Ein Avandgardist, der seltsame Songs mit merkwürdigem Takt und weltfremdem Text schrieb. Ein Freak, der auch mal mit Frank Zappa gemeinsame Sache machte. Mittlerweile ist er 67 Jahre alt und hat sich bereits in den 80ern vollständig aus dem Musik-Geschäft zurück gezogen.


Legt man nun Mr. Plants Alter von derzeit 59 Jahren zu Grunde, könnte dies eine Erklärung für seine Intoleranz "moderner" Musik gegenüber liefern. Diesen Punkt führt zumindest "The Sun" an. Vielleicht steht auch der ganz eigene musikalische Anspruch dahinter, der mit den Jahren einen hohen aber auch sehr eigenenwilligen Status erreicht hat.


Aber gerade ER müsste wissen, dass Musik ohne neue Einflüsse und frische Sounds zum Aussterben verurteilt wäre. Wie ein Dinosaurier, der sich weigert, sich neuen Umweltbedingungen anzupassen. Bei allem Respekt für ein Rock-Ur-Gestein, finde ich seine verbalen Äußerungen völlig unqualifizert. Denn spielten die Verachteten auf dermaßen niedrigem Niveau, hätten sie sich sicherlich nicht in der Branche etablieren können. Und auch als Nicht-Fan von Radiohead und den Chilipeppers muss ich zumindest respektieren, dass sie zwei der erfolgreichsten Gruppen im Business sind.


Es spricht mir aus der Seele, wenn ich lese: "Aber wenn Radiohead, Anthony Kiedis und die Chilis sch*iße sind, will ich nicht wissen was Robert über den größten Teil, der aktuellen Charts denkt. Er beurteilt jeden anhand des hohen Standarts seiner eigenen Band." ("But if Radiohead and ANTHONY KIEDIS and the Chilis, are c**p, I would hate to hear what Robert has to say about most of the rest of the current chart. He obviously judges everyone by his own band's high standards.")


Und ich schließe mich dem Redakteur der Sun auch in diesem Punkt an: "Aber Chili-Tracks zu "Kinderliedern" zu degradieren? Ist "old Percy" jetzt womöglich total durchgeknallt?" ("But comparing Chili tracks to nursery rhymes? Has old Percy finally lost the plot?")


Da kann er wirklich froh sein, dass die "jüngere Generation" etwas mehr Toleranz zeigt als er selbst. Denn beim bei der Reunion im letzten Jahr, haben Led Zeppelin eine neue Generation von Fans gewonnen. Bei ihnen hat auch das "Alte" neben dem "Neuen" Bestand!


Mit Musik ist das wie mit Obst - Es gibt viele verschiedene Sorten und Geschmacksrichtungen unter diesem Oberbegriff. Dabei kann man Birnen nicht mit Äpfeln vergleichen. Und schon garnicht kann man behaupten diese oder jene Sorte sei generell unappetitlich, weil sie einem selber nicht schmeckt. Solange es anderen mundet, haben diese Früchte auch das Recht weiterhin an ihrem Baum zu wachsen und anschließend von einem Liebhaber abgepflückt und genussvoll verspeist zu werden. Nur weil man eine Züchtung nicht ausstehen kann, muss man sie doch nicht gleich von den Zweigen reißen und zertrampeln.


Und vielleicht hat er auch noch keinen einzigen Gedanken daran verschwendet, dass alte Bäume manchmal morsch sind, was man ihnen von außen kaum anmerkt. Beim nächsten Sturm fallen sie dann einfach um.

Quelle: THE SUN


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Kommentare

by Iceman am 06.03.2008 - 17:21
Na, ich denk mal das is ne grundsätzliche Sache derer sich UK Bands gern bemächtigen. Schon der Umgangston in der englischen Presse ist bekanntermassen sehr rau!
Unvergessen wie die OASIS-Brüder, als sie irgendnen Preis von Michael Hutchence übereicht bekommen hatten....
Vor nem Millionenpublikum via MTV...
Sie nahmen den Presi in Empfang und konnten es sich nicht verkneifen laut und deutlich...
"Alter, Stars von gestern, sollten Superstars von Heute keinerlei Preise überreichen!"
zu verkünden.......