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EDGUY - "Tinnitus Sanctus Tour 2009" 30.01.09 Halle Gartlage, Osnabrück
Doch zurück zum Anfang. Gehen wir 5 Tage in der Zeitrechnung zurück. Es ist Montag 17.00 Uhr - Feierabend! Jetzt noch schnell etwas einkaufen, bevor mein Besuch am Bahnhof abgeholt werden wollte...

Nach langen Monaten schlugen Zuzana und Magdalena wieder die Zelte bei mir auf. Dieses mal für eine ganze Woche. Genauer gesagt, nahmen sie (von mir angeboten) mein Schlafzimmer in Beschlag. Während sie sich in einem großen Doppelbett räkelten, machte ich es mir auf meiner Couch gemütlich. Musste ich doch morgens früh raus und zur Arbeit. Da wollte ich die Hardcore-Schläfer natürlich nicht vor dem natürlichen Aufwachpunkt aus den Träumen reißen... ;o)
Eigentlich war angedacht, dass Magda und Zuzi meine Wohnung als Headquarter nutzen, um Konzerte in der Umgebung zu besuchen. Daraus wurde aber nichts. Denn Tobias, der Sänger von Edguy, und auch einzelne Crewmitglieder wurden von einer bösen Erkältung heim gesucht. So konnte man im Internet auch lesen, dass die Konzerte in Oberhausen und Köln kurzfristig abgesagt werden mussten und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wurden. Das bedeutete für mich: Zwei tief fliegende Stimmungskanonen durchschlugen 6 Tage lang meinen begrenztem Wohnraum. Täglich erweiterten sie ihr Habitat. Bald hatten sie auch in Küche und Bad die Oberhand gewonnen und markierten ihr neues Revier mit Zahnbürsten, Cremetöpfen, diversen Kleidungsstücken und Kuscheldecken. Der mitgebrachte (!) Proviant wurde einstweilen im Kühlschrank deponiert. An zwei Einkaufstagen wurde der Vorrat der Gebrauchs-Utensilien noch aufgestockt. Gleich tütenweise wurden Bettwäsche, weitere Kuscheldecken, pink-schwarze Zebra-Cowboyhüte, drei (!) Paar Stiefel und allerlei Krims Krams angeschleppt und irgendwo im Weg abgestellt. Eigentlich war ich schon von diesen paar Tagen geballter Schwestern-Power ausgeglüht. Aber am Freitag beschwor ich meine letzten Lebensgeister herauf und ließ mich von der unermüdlichen Feierlaune meiner Freundinnen anstecken.

Schon um 15.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum 153 km entfernten Ziel. Dank Navigationsgerät war die Routenplanung ein Kinderspiel. Aber bereits nach einer viertel Stunde standen wir im dicksten Stau. Baustellen und zähfließender Verkehr ließen uns sage und schreibe erst um zehn vor sieben auf den Parkplatz in der Schlachthofstraße rollen. Wir stiegen aus und kriegten erstmal einen Schreck. Als wir die Türen aufstießen empfing uns eine unerwartete Geräuschkulisse. Wir hörten eine riesige Menschenmenge johlen, schreihen und gröhlen. Es dauerte einen Augenblick, bis wir erleichtert feststellten, dass das Gröhlen vom nahe gelegenen Fußball-Stadion herüber wehte. Vom kurzen Schrecken erholt steuerten wir zielstrebig zum Eingang. Bei diesen ungemütlichen Temperaturen fanden es auch die Fans der "spaßigsten Metal-Band der Welt" nicht lustig draußen. In der Vorhalle war es zwar nicht viel wärmer aber man war vor dem Wind geschützt. Wem nach Pommes und Currywurst war, konnte sich am Imbiss den Magen füllen. Wahlweise konnte dann mit Bier oder süßer Brause nachgespült werden. Eine Garderobe gab es nicht. Aber man war eh gut beraten seine Jacke an zu behalten. Zur Ablenkung gab es zwischen den beiden Toren zur Halle einen Stand an dem allerlei Zeug verkauft wurde, was der Wikinger der heutigen Zeit so alles braucht. Armschoner aus Leder, Trinkhörner in verschiedenen Größen und Ausführungen, Wurfäxte, einen Thor-Hammer als Wandschmuck und Teller, Näpfe, Löffel und Gabeln aus Holz. Außerdem gabs noch einen Merchandise-Stand mit Band-Stuff. Allerdings ließ eine meiner Begleiterinnen später verlauten, das die Qualität der Shirts, dem geforderten Preis nach stand.

Um kurz nach sieben öffneten sich die Tore zur Halle und die Menge strömte hinein. Magdalena, Zuzana und meine Wenigkeit platzierten uns erstmal ganz geschmeidig in der ersten Reihe. Das war nicht schwer, da sich die Besucherzahl in Grenzen hielt. Gemütlich verbrachten wir die Zeit bis 20.00 Uhr und bis zur ersten Band. Es gab weder Gedränge noch Langeweile. "Hille" hielt uns mit seinen Wortbeiträgen bei Laune. Seines Zeichens Schlagzeug-Rowdy und Stimmungskanone ließ er eine Lachbombe nach der anderen platzen. Irgendwann überkam ihn der Impuls mit konzentrierter Miene und konzentriert herausgestreckter Zunge, den Ringfinger (!) seiner rechten Hand nach oben zu biegen und begleitete dies mit einem herausgeschossenen: "FIGGER!" Worauf dann eine heiße Diskussion entbrannte, wie der "Stinkefinger" doch eigentlich richtig gezeigt wird. Als er inbrünstig beteuerte, das dies die einzig wirklich richtige Art war, einigten wir uns einvernehmlich darauf, dass er als Kind zu heiß gebadet worden ist.



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