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DIRKSCHNEIDER + ANVIL + DYING GORGEOUS LIES Hamburg, Markthalle 21. April 2016

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Hamburg, Markthalle 21. April 2016

 

Female Fronted Thrash Metal? Kann das funktionieren? Es kann! Nur wenige Frauen schaffen es, mich im Metal-Bereich stimmlich zu überzeugen. Mit all den Liv Kristines, Tarjas und Sharon Den Adels kann ich nichts anfangen. Im Gegenteil, da sträuben sich mir die Nackenhaare und rollen sich die Fußnägel. Da denkt man manchmal schon, dass es seinen Grund hat, warum in der Natur nur die männlichen Vögel singen. Neben KOBRA AND THE LOTUS als eine der positiven Ausnahmen gesellt sich seit dem Auftritt als Anheizer von ANVIL und DIRKSCHNEIDER auch Lisa Minet alias Liz Gorgeous von DYING GORGEOUS LIES dazu.


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Was für ein Organ! Die vier Jungs und das Mädel aus Oberfranken machen ihre Sache richtig gut. Das im Februar erschienene Album "First World Breakdown" konnte ich mir noch nicht reinziehen, werde das aber schnellstmöglich nachholen. Live jedenfalls sticht die vortreffliche Gitarrenarbeit von Bernd "E. Burned" Stübinger und Marcel "Mashl J." Völkel aus der Masse heraus. Sascha "Buzz'D Joe" Schulze und Stephan "J.J." Straubinger verpacken das Ganze in treibende Rhythmen. Leider blieben den Jungspunden nur dreißig Minuten Setzeit, um sich zu beweisen, so dass sogar der Titeltrack ihres aktuellen Longplayers gestrichen werden musste. Dennoch wussten DYING GORGEOUS LIES zu überzeugen und wurden vom Publikum abgefeiert.

 

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Wenn der personifizierte Wahnsinn im Metal einen Namen hat, dann muss dieser Steve "Lips" Kudlow lauten. Während sich die Rhythmusgruppe, bestehend aus Schlagzeuger Robb Reiner und Chris Robertson am Bass auf die Bühne begab, sprang Lips direkt ins Publikum und legte gitarrespielend los. Eventuelle Defizite bei Talent oder Songwriting gleichen ANVIL durch Verrücktheit und Entertainment mehr als aus. Chris und Lips schneiden dabei Grimassen, bei denen man sich fragt, aus welcher Heilanstalt die beiden wohl ausgebrochen sein könnten. Krass ist die inzwischen riesige Fanbase der Kanadier. So singt auch bei den neuen Songs wie "Daggers And Rum" der Letzte im Saal mit. Lips widmete den Klassiker "Free As The Wind" seinem verstorbenen Kumpel Lemmy Kilmister. Und natürlich durfte das Gitarrensolo mit dem Dildo bei "Mothra" nicht fehlen. Mit "Metal On Metal" zeigten die Jungs aus der kanadischen Ambossschmiede schließlich nochmal, wo der Hammer hängt und verabschiedeten sich fulminant.


Anvil_06Mit einem Endlos-Fax von Setlist, die sich - O-Ton Udo Dirkschneider: "keiner merken kann", erstürmten die Herren mit den Tarnklamotten die Hamburger Bühne. Ein gigantischer Auftritt der vermutlich besten und authentischsten ACCEPT-Tribute-Band der Welt! Im Gegensatz zum Geschwader Hoffmann/Baltes präsentieren DIRKSCHNEIDER die Songs nicht im übertriebenen heutigen Sound, sondern vielmehr im Originalgewand der 1980er Jahre. Die Fans nehmen das dankend an und feierten neben dreiundzwanzig weiteren klassischen Songs "Princess Of The Dawn" in einer nicht endend wollenden Schleife des Refrains ab. Sollte dieses Hit-Paket tatsächlich die Verabschiedung vom ACCEPT-Material sein, so ziehen U.D.O. alias DIRKSCHNEIDER damit alle Register.

 

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Zwei Generationen DIRKSCHNEIDER auf einer Bühne. Sohnemann Sven zeigt, dass ihm der Heavy Metal in den Genen steckt und er nicht nur bei SAXON als Tourdrummer aushelfen kann. Sein Schlagzeugspiel hinterlässt einen ebenso bleibenden Eindruck wie der gewaltige Käfigaufbau des Drumkits. Offensichtliche Freude am Spiel und an der Bewegung strahlte auch das internationale Gitarrenduo bestehend aus dem Finnen Kasperi Heikkinen und dem Russen Andrey Smirnov aus. Da saß jeder Ton und jede Pose. Udo scherzte zwischendurch übers Alter und verwies auf sich selbst und Bassist Fitty Wienhold. Letzterer ließ die Haare fliegen und holte sich bei "Screaming For A Lovebite" ein paar Küsschen von verschiedenen Damen aus dem Publikum ab.


UDO_09Für Gänsehaut-Feeling sorgte schließlich noch Udos Kommentar: "Der nächste Song geht so: Heidi-heido…", den die Anwesenden lauthals vollendeten und nicht aufhören wollten zu singen, bis Herr Dirkschneider irgendwann Einsicht zeigte und den Hai mit lautem Schrei losließ.

 

Insgesamt ein Erlebnis der ganz besonderen Art. Drei völlig unterschiedliche Metal-Acts, die zu keiner Sekunde Langeweile aufkommen ließen. Da hat sich der Trip an die Alster mal wieder vollkommen gelohnt. "Up to the limit", mindestens!

 

Bericht von DANU (dem Schattenmann)
Fotos von BIANCA (der Schattenfrau)

 

Setlist Dirkschneider:
Starlight
Living For Tonite
Flash Rocking Man
London Leatherboys
Midnight Mover
Breaker
Head Over Heels
Neon Nights
Princess Of The Dawn
Winterdreams
Restless And Wild
Son Of A Bitch
Up To The Limit
Wrong Is Right
Midnight Highway
Screaming For A Love-Bite
Monsterman
T.V. War
Losers And Winners
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Metal Heart
I'm A Rebel
Fast As A Shark
Balls To The Wall
Burning




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