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CIRCLE II CIRCLE - Flensburg Roxy, 14.05.2013
CIIC_01CIRCLE II CIRCLE
Flensburg Roxy, 14.05.2013


War das geil! Zak Stevens und seine Jungs von CIRCLE II CIRCLE spielen das komplette SAVATAGE-Album "Edge Of Thorns" mit allen 13 Songs vom ersten bis zum letzten Ton... Ist das echt schon 20 Jahre her, dass diese Platte in Dauerrotation bei mir zuhause und als Kassette im Auto lief? Damals gab es nicht viel, was nicht nach Death Metal, Nirvana oder Soundgarden klang. Die 1990er waren musikalisch gesehen ein furchtbares Jahrzehnt. Clawfinger und Konsorten brachten den Hard Core-Style, der Seattle-Grunge wurde gehypt und traditioneller Metal war spätestens nach JUDAS PRIESTs "Painkiller" und dem seinerzeit grenzwertigen schwarzen Album von METALLICA gestorben. DREAM THEATER glänzte noch kurzzeitig mit "Images And Words", während meine Kumpels sich ihrer Metal-T-Shirts entledigten und teilweise anfingen, an den Wochenenden in irgendwelchen Techno-Schuppen abzuhängen. Allein schon wenn ich an das vergewaltigte "Somewhere Over The Rainbow" von Marusha oder Alex Christensens Bearbeitung von "Das Boot" unter dem Decknamen U96 denke, wird mir gleich schlecht. Culture Beat, Dr. Alban, Haddaway, DJ Bobo, Scooter, Snap usw. bescherten uns die Radiosender. Da war es am besten, die Antenne gleich abzureißen. ..

CIIC_02 Nicht nur deshalb war "Edge Of Thorns" das Highlight schlechthin. Jon Oliva hielt sich nach seinem offiziellen Ausstieg bei SAVATAGE dezent im Hintergrund und übergab den Posten am Mikrophon an den stimmgewaltigen Zak Stevens. Das Songwriting war perfekt. Criss Oliva brillierte an der Gitarre wie nie zuvor und setzte den Alben "Streets" und "Gutter Ballet" noch eins drauf. Sein tragischer Tod bei einem Autounfall im selben Jahr des  Erscheinens von "Edge Of Thorns" hinterließ einen gewaltigen Krater, machte ihn jedoch gleichzeitig in musikalischer Sicht unsterblich.

CIIC_03 Doch zurück in die Gegenwart. CIRCLE II CIRCLE landeten fast direkt vom FULL METAL CRUISE auf der Bühne im Flensburger Roxy. Zak hatte sich an Bord irgendetwas eingefangen, das zwar seinen Körper schwächte, seine ausdrucksstarke Stimme aber so gut wie nicht beeinflusste. Er sang wie ein junger Gott, während er seine Medikamente mit ein paar dänischen Slots Pilsner runterspülte. Im Gepäck hatte er die aktuelle CIRCLE II CIRCLE-Besetzung mit Hochkarätern der internationalen Musikerszene. Mitch Stewart am Bass, Christian Wentz und der in Brasilien geborene Bill Hudson an den Gitarren, Adam Sagan an den Drums und nicht zuletzt der deutsche Exportschlager Henning Wanner an den Keys.

CIIC_04 Jeder der Musiker hatte sein Instrument fest im Griff und versetzte die anwesenden Fans in eine Zeitreise der Extraklasse. Schon nach den ersten beiden Pianotönen des Titelsongs "Edge of Thorns" gab es kein Halten mehr. Das war die Mitsinghymne schlechthin, gefolgt von "He Carves His Stone" und dem schnellen "Lights Out" ging es direkt zu "Skraggy's Tomb" - Prost! "Labyrinths" leitete den Kracher "Follow Me" ein, dessen einziger Ausgang "Exit Music" sein konnte. Nach dem darauffolgenden "Degrees Of Sanity" sagte Zak Stevens fälschlicherweise "All That I Bleed" an, welches sicherlich jeder im Saal kenne und mitsingen dürfe. Die Band wies ihn dezent auf das übersprungene "Conversation Piece" hin, das Zak mit einem leisen "Okay!" im Sinne von "Na, gut!" kommentierte und damit die Albumreihenfolge der Songs einhielt. Das Publikum verzeihte mit einem Lächeln und sang weiterhin lauthals mit.

CIIC_05 Mit "Damian" und "Miles Away" schickten CIRCLE II CIRCLE nochmal zwei Knaller ins Rennen, ehe Mitch Stewart im Alleingang die Gitarre von Bill Hudson übernahm und zusammen mit Zak und "Sleep" das "Edge Of Thorns"-Set ausklingen ließ. So hatte die restliche Band kurz Gelegenheit, sich im Backstage-Bereich den Schweiß abzuwischen und nach überwältigendem Applaus noch die CIRCLE II CIRCLE-Songs "Diamond Blade" und "Epiphany" von der aktuellen Scheibe "Seasons Will Fall" zu performen.

CIIC_06Was für ein Abend! Dieser bleibt unvergessen, zwei hammermäßige Vorgruppen (ETERNAL FLIGHT und NIGHTMARE) und ein Headliner der Extraklasse mit einer Songauswahl vom Allerfeinsten. Wer an diesem Dienstagabend zuhause blieb ist selbst schuld. Da kann jeder Fernsehsender einpacken. Der Sound im Roxy war (im Gegensatz zu dem, was die Musiker auf der Bühne hörten) exzellent. Die Jungs vom Roxy-Team haben ihre Anlage im Griff und verstehen ihr Handwerk. Ein separater Monitor-Mix oder Sidefills für die Künstler wären wünschenswert gewesen, taten dem Erlebnis vor der Bühne jedoch keinen Abbruch. Wenn Zak und seine Jungs auch noch "Chance" vom SAVATAGE-Longplayer "Handful Of Rain"gespielt hätten, wüsste ich nicht, was diesen Abend musikalisch jemals noch würde toppen können.


Bericht von DANU (dem Schattenmann)

Fotos von BIANCA (der Schattenfrau)



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