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CANNIBAL CORPSE + KRISIUN + HIDEOUS DIVINITY Flensburg, Roxy 15. April 2016

Cannibal Corpse_01CANNIBAL CORPSE + KRISIUN + HIDEOUS DIVINITY
Flensburg, Roxy 15. April 2016

 

Mit solch einem Ansturm hatte keiner gerechnet, vor allem nicht die Veranstalter und das Flensburger Roxy-Team. Zu wenig Parkplätze, eine lange Menschenschlange am Einlass, zu wenig Personal… Der Auftakt der CANNIBAL CORPSE-Europatour brachte nicht nur das zahlreich erschienene Publikum ins Schwitzen. So voll hat man den Laden lange nicht gesehen. Nur die großartigen Bands machten die miserable Organisation wett. Schon der Mann am Eingang war gnadenlos überfordert, so dass HIDEOUS DIVINITY bereits zu spielen begonnen hatten, noch ehe die wartende Meute nach und nach den Saal betrat. Nicht viel besser erging es den Damen an den Zapfhähnen und deren Kundschaft. Wer etwas trinken wollte, musste sich in Geduld üben.


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Wie auch immer, die Opener HIDEOUS INFINITY legten gewaltig los und präsentierten sechs ausgefeilte Songs aus ihren ersten beiden Alben, wobei der aktuelle Longplayer "Cobra Verde" ganz klar im Vordergrund stand. Frei nach Klaus Kinski eröffneten die italienischen Musiker ihr Set mit "In My Land I Was A Snake", gefolgt von "Salt In The Martyr's Tear" und "The Alonest Of The Alone". Technischer Brutal-Death Metal vom Feinsten. Während das Licht mehr schlecht als recht war, kam der Sound erstaunlich gut. Herausragend bei HIDEOUS INFINITY ist die Rhythmusfraktion, bestehend aus Giulio Galati am Schlagzeug und Stefano Franceschini an der Bassgitarre. Während der Eine Doublebass-Sperrfeuer á la Nile raushaute, spielte der Andere dazu Fingertechniken, die man sonst eher im Soul-Funk-Bereich oder höchstens mal bei Cliff Burton oder Steve DiGiorgio gesehen hat. Auch die Gitarrenarbeit steht dem nicht viel nach. Enrico Schettino und Antonio Poletti machten ihre Sache perfekt und Sänger Enrico H. Di Lorenzo wusste das Ganze guttural zu komplettieren.

 

Hideous Divinity_04Vom "Obeisance Rising"-Album spielten die Jungs nur ein einziges Stück: "Enclosured", gefolgt von "The Somber Empire" und dem aktuellen Titeltrack "Cobra Verde". Aus Zeitgründen musste ein Song aus der Setlist entfallen. Resümierend kann man sagen, dass es sich bei HIDEOUS INFINITY um eine wirklich talentierte Live-Band handelt, die ihrem Job als Anheizer mehr als gerecht wurde.


Krisiun_05Nach einer kurzen Umbaupause wartete auch schon die nächste Granate darauf, abgefeuert zu werden: KRISIUN. Die Brasilianer liefern seit über zwanzig Jahren regelmäßig klasse Alben ab und haben sich damit ihren Namen in der Szene fest eingemeißelt. Es ist erstaunlich, wie drei Leute einen so heftigen Sound erzeugen können. Die geballte Energie ging förmlich ins Publikum über und vor der Bühne wurde es enger und enger.


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Richtig krass ging es ab dem ersten Ton vom Headliner CANNIBAL CORPSE ab. Bereits beim Opener "Evisceration Plague" mutierte das Roxy zu einem gigantischen Moshpit, aus dem man nicht ohne blaue Flecke rauskam. Mit der freigesetzten Energie hätte man sicherlich ganz Flensburg für ein Jahr beleuchten und beheizen können. Und wieder mangelte es an der Organisation. Ohne Fotograben und bei durchgehendem Rotlicht von hinten war es nahezu unmöglich, überhaupt etwas mit der Kamera einzufangen. An vorderster Front hatte man tatsächlich das Gefühl, dass Corpsegrinder George Fisher mit "The Time To Kill Is Now" Recht hatte. Der "Death Walking Terror" im "Pit Of Zombies" bewegte sich schnell wie bei World War Z und schien die Anwesenden zu einer einzigen wabernden Masse zu verschmelzen.


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Keinesfalls im Set fehlen durften die Klassiker "Hammer Smashed Face" und "Devoured by Vermin" mit denen die Amis ihren Auftritt ausklingen ließen. Ein geiler Abend, der mit kleinen Blessuren einherging. Ein Hoch auf die tapferen Mädels an der Getränkeausgabe. Aber eine ganze Reihe Daumen runter für die Organisatoren, die von der Death Metal-Walze nicht nur überrumpelt, sondern wahrlich plattgefahren wurden.

 

 

Bericht von DANU (dem Schattenmann)
Fotos von BIANCA (der Schattenfrau)




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Kommentare

by Brede am 28.04.2016 - 12:27
Ich hätte es nicht besser beschreiben können. Es war... der Hammer.