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Building A Force Festival 2012 Bad Rappenau - Mühltalhalle, 14.04.2012

Auch 2012 wurde die Mühltalhalle zu Bad Rappenau wieder Schauplatz des Building a Force Festivals. Konnte man schon in den Vorjahren Szenegrößen der Marke Powerwolf, Brainstorm und Hail of Bullets verpflichten, ließen sich die Veranstalter auch dieses Jahr nicht lumpen und konnten mit den deutschen Urgesteinen von Tankard einen würdigen Headliner verpflichten. Aber der Reihe nach.


Den Reigen eröffneten die Lokalmatadoren von SOILID, die mit ihrem modernen Metalcore die Exoten des Billings darstellten. Die noch überschaubare Zuschauerzahl sah eine bemühte Band; die trotz allem nur Höflichkeitsapplaus ernten konnte.

Danach enterten die Aachener von SCORNAGE die Bühne, die eine harte Mischung aus Thrash und Death Metal in die Menge schossen. Man merkte der Band ihre lange Bühnenerfahrung an und so konnte schon erste bangende Matten vor der Bühne erspäht werden.

Mit harten Riffs ging es auch bei ABANDONED weiter, denen man ihre 2 ½ Jahr Bühnenabstinenz nicht anmerkte. Routiniert wie eh und je zockten sich die Hessen durch ihre zwei Alben und hinterließen bei den anwesenden Fans positive Erinnerungen an einen starken Auftritt und die Hoffnung auf ein neues Album des Quartetts.

Auch danach wurde der Nackenmuskulatur keine Verschnaufpause gegönnt. Mit CONTRADICTION stand eine echte Institution der deutschen Thrash Metal Szene auf der Bühne. Die Wuppertaler Band kann bereits auf sechs Studioalben sowie auf Tourneen mit internationalen Größen wie OVERKILL oder SACRED REICH zurückblicken. Und auch in Bad Rappenau lies sich die Band nicht lumpen und walzte mit einem ordentlichen Thrash Hammer durch die Halle. Mit diesem Gig untermauerten die Mannen ihre guten Reviews in der Vergangenheit.

Nach diesen harten Klängen kam mit ALPHA TIGER einer der hoffnungsvollsten Newcomer im traditionellen Bereich auf die Bühne. Ihr Longplayer „Man or machine“ hat in der Fachpresse sehr gute Kritiken bekommen und auch auf einschlägigen Festivals wie dem Keep It True oder dem German Swordbrothers konnten die Sachsen ihr Können unter Beweis stellen. Den Auftritt in der Mühltalhalle können die fünf Jungs als weiteren Erfolg verbuchen. Stilecht angezogen, als wäre die Band frisch aus einer 80-ziger Zeitmaschine entsprungen zockten sie tight und routiniert und hatten die bangende Menge zu jeder Zeit im Griff. Das  80er Image wurde noch mit einem Cover der Thrash Metal Legende ANTHRAX untermauert.

Nach diesen schnell Klängen wurde es Zeit für eine Ladung Doom aus deutschen Landen. DAWN OF WINTER  spielten exklusiv ihre komplette neue EP „The Skull of the Sorcerer”. Zugegeben Doom ist nicht ganz meine Baustelle, allerdings hatte die Band um SACRED STEEL Sänger Gerrit Mutz auch objektiv mit ihrem Doom Metal einen schweren Stand. Die technischen Probleme taten ihr übriges.

HELLISH CROSSFIRE sind genauso wie ALPHA TIGER eine der aufstrebenden Bands in der Undergroundszene. In den bisher zwei Studioalben der Franken steckt wütender und harter Thrash Metal. Vor allem jüngere Maniacs versammelten sich vor der Bühne um sich hierzu die Rübe abzuschrauben. Die Band rechtfertigte ihre hohe Platzierung im Billing und zogen ihren Stiefel durch, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Ein energiegeladener Auftritt.

Danach wurde es international im beschaulichen Bad Rappenau. Es war Zeit für eine gehörige Portion Schwedenstahl. Mit DEMONICAL konnte ein Aushängeschild des schwedischen Death Metal für das Building a Force Festival 2012 verpflichtet werden. Auch hier konnte ich mir eine kleine Verschnaufpause gönnen, aber den Fans vor der Bühne hat es gefallen und darauf kommt es ja an. Und das die Schweden feiern können haben sie nach der Show noch bewiesen, also auch hier Daumen hoch.

Dann wurde es Zeit für den Headliner, die Frankfurter Bembel Thrasher von TANKARD, die 2012 ihr 30 – jähriges Bühnenjubiläum feiern. Tja, was soll man dazu sagen? Eine TANKARD Show ist wie eine self fulfilling prophecy. Gerre rennt wie hyperaktiv auf der Bühne, der Rest der Band bangt als gäbe es keinen morgen mehr und die Fans gehen zu den Saufhymnen ab. Mit Klassikern wie „Need money for beer“, „Chemical Invasion oder natürlich auch „Die with a beer in your hand“ kann es eigentlich kein schlechtes Konzert geben. TANKARD machen immer Spaß und so war es auch auf dem Building a Force. Als am Ende noch „Empty Tanakrd“ angestimmt wurde, brachen alle Dämme. Zurück blieben eine 80 minütige Setlist voller Thrash Gassenhauer, ein geiler Gig und zufriedene Fans. So muss das sein.

Die Aftershow Party gestaltete die Bathory Tribute Band BLOOD FIRE DEATH. Leider leerte sich die eh nicht gut gefüllte Halle nochmal merklich, sodas die BATHORY Hymnen nur von ca. 30 Fans abgefeiert wurden. Auf jeden Fall ein guter Abschluss.

Abschließend muss man das Building a Force wirklich loben. Die Beschreibung von „Fans für Fans“ bringt es genau auf den Punkt, wo sonst bekommt man heutzutage noch so ein Preisleistungsverhältnis und solche fairen Preise für Getränke und Mahlzeiten? Wo sonst werden Fans aus Hamburg schon vorher in die Halle gelassen, oder dürfen die ganze Nacht in der Halle bleiben und werden am Morgen noch mit Essen und Freibier versorgt? Was Fanfreundlichkeit angeht ist das Building a Force ganz vorne mit dabei. Es ist mir unbegreiflich warum bei diesen Bands nicht mehr Leute ihren Weg in die Mühltalhalle gefunden haben.
Sollte 2013 wieder so ein geiles Package geschnürt werden, werde ich auf jeden Fall wieder am Start sein.





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