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BRAINSTORM - Scary Creatures - Review

BRAINSTORM BRAINSTORM
Scary Creatures

 

Review Redakteur Danu:

Mannomann, die Hirnsturm-Jungs aus Gerstetten machen es einem nicht einfach. Ein geiles Grundgerüst mit einer starken Mannschaft an den Instrumenten und einem Top-Sänger am Mikro. Woran kann es also liegen, dass die Songs auf "Scary Creatures" bei mir nicht gleich zünden? Der Grund ist, dass Mr. Ihlenfeld und Co. mich in den 1990er Jahren regelrecht verwöhnt haben.  Im "dark age", wie SAXON-Fronter Biff Byford dieses Jahrzehnt unlängst bezeichnete, war BRAINSTORM eine Truppe, die ihr Ding ohne Kompromisse durchgezogen hat. Ich hab immer noch die Gesichter des überforderten Biker-Publikums beim Auftakt von "Valley Of The Kings" in Erinnerung. Damals hat noch Stefan "Blacky" Fronk gesungen. Gitarrenhexer und Hauptsongwriter Todde hat einen geilen Chorus nach dem anderen rausgehauen und bei jedem Live-Auftritt war die Setlist komplett anders.

 

Deshalb frage ich mich heute, wo solche Hooklines wie bei "Heart Of Hate", "Nails In My Hands", "Holy War" und dem bereits erwähnten "Valley Of The Kings" geblieben sind? Während alle anderen auf den "Runaway Train" und anderen Seattle-beeinflussten Kram der Marken Soul Asylum (okay, die sind aus Minnesota, aber das macht es auch nicht besser), Nirvana usw. gesetzt haben, spielten BRAINSTORM Power Metal mit aktiven Gitarren und einer Wahnsinns-Zerre. Leider hat das vor HAMMERFALL nur Wenige interessiert. Ihrem Stil sind BRAINSTORM all die Jahre über definitiv treu geblieben. Und der Erfolg sei den Jungs allein schon deshalb gegönnt, weil sie sich nie haben verbiegen lassen.

 

Die Songs auf "Scary Creatures" muss man ein paarmal anhören, um sich reinzufinden. Trotzdem das Ganze hier im Schnelldurchlauf: "The World To See", ein solider Opener zum Mitsingen. "How Much Can You Take" drosselt das Tempo, ebenso wie "We Are", das mit einem coolen Gitarrenriff beginnt und mit einem Kinderchor ähnlich U.D.O.s "They Want War" oder "The Wall" von Pink Floyd aufwartet. "Where Angels Dream" folgt mit einem Doublebass-Gewitter und enthält die typischen BRAINSTORM-Trademarks. Der Titeltrack "Scary Creatures" hat mir etwas zu viel Orchester und Hörspielcharakter. "Twisted Ways" gefällt mir recht gut, nur der Refrain ist etwas zu "lala". "Caressed By The Blackness" ist ebenfalls solide. Beim Flanger-Effekt am Anfang von "Scars In Your Eyes" denkt man unweigerlich an JUDAS PRIESTs "Turbo Lover", auch wenn der Song ansonsten nicht viel damit zu tun hat. Der Refrain ist auf alle Fälle der Beste auf dieser BRAINSTORM-Scheibe. Der Background für "Take Me To The Never" klingt, als hätten die Morlocks aus H.G. Wells' "Die Zeitmaschine" ihn eingesungen, so dass erstmalig eine Beziehung zum CD-Titel erweckt wird. Beim abschließenden "Sky Among The Clouds" drückt Andy B. Franck seine Stimme in der Strophe wie Zak Stevens seinerzeit bei Songs wie "Damian" von SAVATAGE.

 

Fazit: Insgesamt ein solides Werk, das sich gut hören lässt, aber nicht ganz an Klassiker wie "Downburst" heranreicht. Ich hätte mir da an vielen Stellen mehr in Richtung "Kill The Day" von VICIOUS RUMORS gewünscht. Einfach mal voll auf die Fresse. Wenn Andy, Todde, Mille, Toni und Dieter mit PRIMAL FEAR auf Tour kommen, bin ich am Start, in der Hoffnung, dass sie vielleicht zwischendurch einen ihrer ganz alten Hits ausgraben. Mich würd's freuen.

 

 

Review Redakteur Heiko:

Am 15.01.16 heißt es Vorhang auf für "Scary Creatures", das 11. Studioalbum der fünf sympathischen schwäbischen Metaller. Mit "Scary Creatures" holen die Schwaben mit voller Wucht zum nächsten Schlag aus. Und ich muss schon mal vorab sagen: das neue Album schlägt ein wie eine Bombe. Aber näheres dazu gleich.

 

Für das neue Album holten BRAINSTORM abermals Achim Köhler an Bord, der  für das Album Mix und Mastering übernahm. Die Band fütterte die schon ungeduldig wartende Fangemeinde (mich eingeschlossen) im November 2015 mit der ersten Single/Video "The World To See". Das hörte sich schon mal verdammt gut an und machte Appetit auf mehr. Im Dezember gab es dann das zweite Häppchen für die Fans mit der nächsten Single/Video "We Are“. Dieser Track knallt ohne Ende - eine abartig geile Hymne mit sehr hohem Suchtpotenzial!

 

Aber auch die anderen Lieder wie "How Much Can You Take", "Scary Creatures" und "Twisted Ways" finden sich im typischen BRAINSTORM-Sound wieder. Bei  "Where Angels Dream" bekommt man eine geballte Ladung Schnelligkeit und Doublebass-Attacken zu hören.


Alles in allem haben die Jungs mit ihrem neuen Album nicht nur einen würdigen Nachfolger  von "Firesoul" produziert. Nein, sie haben sogar noch eine Schippe drauf gelegt! "Scary Creatures" ist noch konsequenter, härter und hymnenhafter als der Vorgänger "Firesoul". Wer auf abwechslungsreichen Power-Metal steht, für den ist das neue BRAINSTORM-Album ein "must have"! Im Februar werden BRAINSTORM zusammen mit PRIMAL FEAR und STRIKER auf Europatour gehen und den Fans das neue Werk live präsentieren.

Note: 1
 




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