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Beastival - Geiselwind,30.05 - 01.06.2013
Wenn die Geburt eines Festivals ansteht, ist man als Konzertgänger immer besonders interessiert, ob und inwieweit die Organisatoren ihre Hausaufgaben gemacht haben.
Das Beastival war genau so ein Kandidat, den es galt, genauer unter die Lupe zu nehmen, denn mit der Erstausgabe dieses Festivals wurde nämlich gleich mal eine Frage in den Raum geworfen.
Warum zum Teufel musste es 30 Jahre dauern, bis endlich mal jemand auf die Idee kommt, die „Big Teutonic 4“ auf einem Festival und sogar am selben Tag spielen zu lassen?!
Wer sich nun die Frage stellt, wer denn diese besagten „Big Teutonic 4“ sind, der bekommt nun die Antwort.

Doch bevor diese auf die Bühne des Beastivals kamen, waren erst einmal noch ein paar andere Bands am Start, die das Publikum auf das Unausweichliche vorbereiten sollten.
Den Anfang machten die Truppen „Hatred“, „Pessimist“, „Bleeding Red“ und „Lost Society“, bevor der Schwabengipfel „Brainstorm“ die Open Air Bühne in Anspruch nahmen und Granaten wie „Shiver“, „All Those Words“ und deren mehr in die Menge warfen.
Hatten „Brainstorm“ noch Glück mit dem Wetter, wurde es jedoch später leider zusehends schlechter, was sich auch die folgenden Tage nicht sonderlich ändern wollte.
Sie machten zumindest das Beste daraus und gaben der Menge, was sie verlangte, um dementsprechend auch den gebührenden Applaus zu ernten.
Danach ging es in der Halle mit „Screamer“ weiter, bevor sich die Pagan Metaller von „Varg“ daran machten, die Bühne draußen auf der Open Air Area zu stürmen.
Nicht wenige folgten dem Ruf der Wölfe und unterstützten die Band mit amtlichen Chören.
Nach dieser Schlacht ging es Indoor mit „Ex Deo“ weiter, die ihren gewaltigen Death Metal mit Nachdruck unter die Fans brachte.
Und nun war die Zeit auch endlich für diese „Big Teutonic 4“ angebrochen!
Den Anfang machten „Tankard“, die All-Time Classics wie „Zombie Attack“, „The Morning After“ und „Chemical Invasion“ genauso im Gepäck hatten, wie auch neueres Material z.B. ihres aktuellen Eisens „A Girl Called Cerveza“.
Mit ausgezeichneter Stimmung behaftet, gaben „Gerre“ und seine Jungs alles, um dem Publikum einzuheizen.
Selbst als zur Mitte des Gigs hin der Himmel seine Schleusen öffnete und es zu regnen begann, verließen die Fans ihre Plätze nicht.
Nachdem „Tankard“ den Auftakt zum Gipfeltreffen der deutschen Thrashversammlung machten, konnte man Indoor bei den Klängen von „Debauchery“ kurz durchatmen, um sich auf die nächste Thrash-Lawine vorbereiten, die sich langsam aber sicher auf der Open Air Bühne bereit machten.
Nach den letzten Klängen aus der Eventhalle, legten draußen „Destruction“ los.
„Schmier“ und seine Jungs zündeten trotz des bescheidenen Wetters ein Feuerwerk an Gottsongs, unter denen solch brachiale Stücke, wie „Spiritual Genocide“, „Nailed To The Cross“, „Eternal Ban“ und „Total Desaster“ waren.
Bei diesen Klängen konnte man sich einfach nur sagen:
„Scheiß auf dieses blöde Wetter und knall dir die Thrashgiganten rein!“
Und das dachten sich sehr viele, sodass „Destruction“ vom feinsten abgefeiert wurden, bevor sie sich zurückzogen, um der nächsten Truppe der „Big Teutonic 4“ Platz zu machen.
Bevor diese aber an den Start gingen, wurde es in der Eventhalle erstmal ein wenig modern.
Die Melodic Death Band „Insomnium“ zogen einen beachtlichen Gig ab, bevor sich die Anwesenden den nächsten großen Thrash-Act des Abends geben konnten.
Dieser hieß „Sodom“ und wie man es von „Tom Angelripper“ und seinen Mannen gewohnt ist, legten sie einen souveränen Gig hin, in dem solch amtliche Kracher, wie „In War And Pieces“, „Sodomy And Lust“, „Outbreak Of Evil“, „M-16“, „Among The Weirdkong“, „Agent Orange“, „Blasphemer“, sowie natürlich auch das unverwüstliche „Bombenhagel“ zu finden waren.
Somit hatte auch die dritte Band dieses Thrashbündnisses alle Trümpfe in der Hand und ließen sich feiern, wie es sich auch gehört.
Nach diesem starken Gig wurde es wieder Zeit, in die Halle zu wandern, wo „U.D.O.“ quasi schon auf die hungrige Meute wartete.
Mit erneuerter Mannschaft (genauer gesagt 2 neuen Gitarristen) und neuem Album im Gepäck, legte er mit „Steelhammer“ von selbigem auch gleich los, gefolgt von „Rev-Raptor“, welches ebenfalls begeistern angenommen wurde.
Bevor sich „Udo Dirkschneider“ und seine Jungs einer fast schon antiken Setlist bedienten, kam jedoch noch mal ein neuer Song Namens „Metal Machine“ zum Zug, der noch ein wenig Appetit auf das neue Werk machen soll.
Wenn man mal von dem eher ermüdenden „Leatherhead“ absieht, waren die restlichen Stücke auf hohem Niveau.
Namen gefällig?!
„Thunderball“, „Vendetta“, „Man And Machine“, „24/7“, „Animal House“, „Timebomb“, sowie die 3 Zugaben aus dem “Accept” Lager “Metal Heart“, „Balls To The Wall“ und „Fast As A Shark“.
Eine ausgewogene Setlist, möchte ich anmerken und solchermaßen konnte man sich nach diesem Gig des ehemaligen „Accept“ Frontmann’s wieder nach Draußen zur großen Bühne begeben, wo der letzte Act der „Big Teutonic 4“ schon in den Startlöchern stand.
„Kreator“ kamen, spielten und siegten!
Anders kann man es eigentlich nicht ausdrücken, denn wer bei so einem hundsmiserablen Wetter so viele Menschen vor der Bühne in Wallung bringen kann, der muss wohl irgendetwas richtig gemacht haben.
Nicht unwesentlich dürfte hierbei die Setlist dazu beigetragen haben.
In ihr fanden sich solch amtliche Dampfhämmer, wie „Phantom Antichrist“, „From Flood Into Fire“, dem Doppel „Coma Of Souls/Endless Pain“, „Hordes Of Chaos“, „Pleasure To Kill“, sowie auch „Violent Revolution“, „Phobia“, „Enemy Of God“ und dem abschließenden Gespann “Flag Of Hate/Tormentor“.
Also wie man sieht, ließen „Mille“ und seinen Jungs absolut nichts anbrennen und servierten beste Mucke bei strömendem Regen.
Denn Ausklang des Tages machten in der Halle noch „Milking The Goatmachine“, die ich mir aber nicht mehr reinzog, da ich einerseits kein Fan dieser Band und andererseits völlig durchnässt von diesem ekelhaften Regen war.

Der zweite Tag begann vom Wetter her etwas freundlicher, wie der vorangegangene geendet hatte, doch nahm der Regen nur eine kurze Auszeit, um am späten Nachmittag wieder für nasse Klamotten zu sorgen.
In musikalischer Hinsicht machten „Emergency Gate“ den Anfang in der Halle und knüppelten mit ihrem Melodic Death Metal schon mal einige Zuschauer in Grund und Boden, bevor mein Favorit „Bloodbound“ draußen die große Bühne in Beschlag nahmen.
Zwar wurde ihnen nur 35 Minuten Spielzeit zugedacht, diese nutzten sie aber mit Songs, wie „Moria“, In The Name Of Metal“, „Metalheads Unite“, „Metal Monster“ und „Nosferatu“ vom allerfeinsten und so wurde nicht nur ich glücklich gemacht und auch die Band hatte trotz des relativ frühen Gigs und der doch recht kurzen Spielzeit sehr viel Fun und ließen sich danach noch im Publikum blicken und auch feiern.
Nach dieser Power Metal Granate erster Güte, wurden die Freunde des Thrash Metal in der Halle schon von „Accuser“ empfangen, die ihnen feinstes Material um die Ohren haute.
Doch auch im Anschluss ging es draußen auf der großen Bühne nicht weniger derbe zur Sache, denn „Mercenary“ schlugen auf und servierten dem Publikum einen Querschnitt ihres bisherigen Schaffens und auch neues Material ihres demnächst erscheinenden neuen Albums „Through Our Darkest Days“ floss mit ein, welches auch sehr gut ankam.
Danach ging es wieder ab in die Halle, wo mein zweiter Favorit des Festivals „Winterstorm“ schon mit den Hufen scharrte.
Leider war auch ihnen keine wirklich lange Spielzeit vergönnt, doch mit Krachern, wie „Return To Glory“, „Winterheart“, „Into The Light“, oder dem legendären „Winterhumppa“ sorgten sie für amtliche Stimmung in der Eventhalle, sodass nicht nur ich voll auf meine Kosten kam.
Wieder draußen vor der großen Bühne angekommen, legten „Majesty“ mit „Metal Law“ los.
Die Band um Sänger „Tarek“, scheint langsam aber sicher wieder ein stabiles Line Up zu haben, was sich auch in der Spielfreude der Jungs widerspiegelte.
Mit aktuellem Album im Gepäck legten sie einen ordentlichen Gig hin, indem von selbigem Werk sowohl der Titelsong „Thunder Rider“, als auch „Make Some Noise“ und „Metal Union“ auftauchte, die in ältere Stücke wie „Into The Stadiums“, „Heavy Metal Battlecry“ und „Sword And Sorcery“ mit rein geschmuggelt wurden.
Nach dieser True Metal Geschichte ging es in der Halle extrem düster weiter.
Die Black Metal Combo „Imperium Dekadenz“ beglückten anwesende Schwarzträger mit ihrem Material, bevor es im Anschluss draußen wieder voll auf die Zwölf gab.
„Grand Magus“ gaben sich die Ehre und brachten eine Setlist zum Besten, die mit Stücken, wie „Kingslayer“, „I, The Jury“, „Starlight Slaughter“, „Like The Strikes The Water“, „Valhalla Rising“, oder „Hammer Of The North“ wahrlich keinerlei Grund zur Klage bot.
Vielmehr hatten sie das Publikum fest im Griff und dieses gröhlte die Songs auch lautstark mit.
Warum sich danach eine eher überschaubare Anzahl von Interessierten in der Halle zu „Mystic Prophecy“ bleibt mir indes ein Rätsel.
An der Setlist und der übergenialen Bühnenpräsenz von „Lia“ und seinen Jungs kann es sicher nicht liegen, denn die ist über jeden Zweifel erhaben.
Wie dem auch sei, diejenigen die den Weg in die Halle fanden wurden mit Abrissbirnen der Marschrichtung „Savage Souls“, „Die Now“, „Endless Fire“, „Ravenlord“ und „Evil Empires“ belohnt, die sie auch gerne annahmen.
Für mich waren „Mystic Prophecy“ somit erneut ein absoluter Favorit, der sich zu meinen anderen Schätzen „Bloodbound“ und „Winterstorm“ dazugesellen durfte.
Was sich jedoch den ganzen Tag bei mir schon ankündigte, wurde langsam aber sicher bittere Realität und so zog ich es vor, krankheitsbedingt den Heimweg anzutreten, sodass ich weder zu den, an diesem Tage noch auftretenden Bands „Eisregen“, „Vanderbuyst“, „Die apokalyptischen Reiter“, „Wolfchant“, „Kataklysm“, „Katatonia“, „Wintersun“ und „Trollfest“, als auch den am folgenden Tag spielenden Kapellen etwas genaueres sagen kann.
Aus Freundeskreisen wurde mir jedoch bestätigt, dass auch hier die Eine oder Andere positive Überraschung mit dabei war.

Dementsprechend würde ich mal vorsichtig von einem Erfolg dieser Erstausgabe des „Beastivals“ sprechen.
Vielleicht noch die Eine oder Andere Kinderkrankheit in den Griff bekommen und das nächste Mal auf einen Regentanz verzichten und einer weiteren Ausgabe dieses Events würde sicherlich nichts im Wege stehen.

Pics by Heiko (PictureMonster)
www.heiko-bendigkeit.de/







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