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Festival-Berichte

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Bang Your Head Festival - Balingen Messegelände, 12.-13.07.2013
Man kann sich halt einfach auf das Bang Your Head Festival verlassen!
Nicht nur was die dort auftretenden Bands angeht, nein auch mit dem Wetter haben sie so gut wie immer Glück (wenn man mal von dem lauen Lüftchen 2005 absieht…grins).
Und nachdem ich dieses Jahr schon 2x während eines Open Airs im Regen stand, waren diese beiden Tage eine mehr als willkommene Abwechselung, da der Planet erbarmungslos auf das Messegelände in Balingen knallte.

Eingeläutet wurde das Festival wie in den letzten Jahren so üblich, mit der Warm Up Show Tags zuvor in der Volksbankmesse.
Diesmal mit den 5 Bands „Candlemass“, „Vicious Rumors“, „Tokyo Blade“, „Maiden United“ und „Snake Ride Rodeo“, die alle Anwesenden auf die folgenden 2 Tage gehörig einstimmen sollten.

Der erste Festivaltag begann relativ früh mit den Gewinnern des Bandvotings für den diesjährigen Opener.
 „Wanted Inc.“, so der Name der Truppe, legten eine, für diese Uhrzeit mehr als respektable Performance hin und hatten deshalb sicherlich nicht unverdient die Position des Openers für sich entschieden und auch „Artillery“, die mit ihrem gnadenlosen Thrashgewitter, im Anschluss auftraten, legten einen souveränen Gig hin.
Mit „Crazy Lixx“ ging es in die Sleaze Ecke und auch ihre Setlist zeigte Wirkung und so sorgten ihre Songs dafür, dass sich die Laune beim inzwischen recht ordentlich angesammelten Publikum noch weiter steigerte.
Von „Dream Evil“, die danach auf die BYH Bretter kamen, war ich persönlich etwas gespaltener Meinung.
Einerseits hatten sie eine vortreffliche Setlist in der Songs, wie „Made Of Metal“, „The Chosen Ones“, „Chasing The Dragon“ und natürlich „Bang Your Head“ zu finden waren, doch legten sie meiner Meinung nach eine sehr steife Show ab.
Man hatte ständig das Gefühl, sie wollten nur ihren Gig runterreißen und so schnell wie möglich wieder abhauen.
Sehr schade, wie ich finde, denn eigentlich bin ich das von dieser Band gar nicht gewohnt.
Musikalisch jedoch wie immer erste Sahne.
Ganz anders erging es mir und dem Publikum bei den folgenden „H.E.A.T.“, die absolut nichts anbrennen ließen und von Beginn an klarmachten, wer an diesem Tag ganz vorne mitspielte.
Neuzugang „Erik Grönwall“ sorgte mit seiner sehr charmanten Art und seiner eingängigen Stimme dafür, dass ihm wohl einige Frauenherzen entgegen flogen.
Ich war von Anfang an der Meinung, dass die Band sich einen großen Gefallen damit taten, „Erik“ als Sänger zu verpflichten und nun konnte ich mich auch live davon überzeugen, welch eine Power er an den Tag legt.
„Masterplan“ hatten es in der Vergangenheit“ ja nicht wirklich leicht und so drehte sich das Bandkarussell vor nicht allzu langer Zeit erneut, da die bisherige Besetzung es einfach nicht zuließ, in dem Maße auf Tour zu gehen, wie man das gerne getan hätte.
Mit Neuzugang „Rick Altzi“ („At Vance“) am Mikro, sowie „Ex-Stratovarius“ Viersaiter „Jari Kainulainen“ und „Cradle Of Filth“ Drummer „Martin Skaroupka“ scheint das Touren nun wieder möglich zu sein und wie gut sich die neuen Mitglieder machen, davon konnte man sich an diesem Tag ein erstes Bild machen, auch wenn ich mir einbilde, der Gig hätte noch eine Spur mehr Agilität besitzen können.
Mit einer Latte an sehr guten Songs im Gepäck (incl. Stücke ihres neuen Albums „Novum Initium“) hatten sie auf jeden Fall einen Großteil der Anwesenden gut im Griff und hinterließen einen mehr als guten Eindruck und das nicht nur bei mir.
Anders als bei den danach auf der Liste stehenden „Entombed“, die ich mir aus der Ferne gab, da sie an dem Tag nicht so richtig bei mir zünden wollten.
Dass sie das aber bei anderen Metalheads im Publikum umso mehr taten, davon konnte ich mich ohne Probleme überzeugen.
Ich weiß nicht, wie oft ich „Pretty Maids“ nun schon live gesehen habe, doch eines ist sicher, Langeweile ist bei den Dänen sicherlich nie angesagt.
So auch an diesem Tag, denn „Ronnie Atkins“ und seine Jungs gaben wieder einmal alles, um ihren Fans das zu geben, wonach sie dürsteten.
Von „Mother Of All Lies“, über „I.N.V.I.“, bis hin zu „Yellow Rain“, „Future World“ und „Red, Hot And Heavy“ war so einiges dabei, was die Anwesenden in Jubelstürme ausbrechen ließen.
Deshalb ist es für mich keine Frage, dass auch diesmal wieder einer meiner absoluten Favoriten in Sachen Bang Your Head!!! ganz klar „Pretty Maids“ heißt.
Die danach auftretenden „Stratovarius“ wurden kurzfristig für „W.A.S.P.“, die leider ihren Gig canceln mussten auserkoren und machten ihre Sache mehr als gut, auch wenn so einige gerne „Blackie Lawless“ und seine Gesellen live gesehen hätten.
Auch an den dargebotenen Songs der Finnen gab es nicht das Geringste zu bemäkeln und so konnte man sich sowohl über aktuelles Material ihres recht neuen Albums „Nemesis“ freuen (u.a. „Abandon“, „Unbreakable“), als auch über Klassiker, der Marke „Against The Wind“ und „Hunting High And Low“.
Auch wenn manche Anwesenden das anders sahen, waren „Stratovarius“ für mich ein sehr guter Ersatz für „W.A.S.P:“.
Während in der Halle der erste Act des Tages mit „Fleshcrawl“ die Death Metal Begeisterten anzog, gab es auf der Open Air Bühne das krasse Kontrastprogramm.
Nachdem „Lordi“ 2 Jahre zuvor schon die Halle rockten, war es nun an der Zeit, die Monster auf die große Bühne des BYH zu wuchten, um den Massen zu geben, wonach sie verlangten.
Eine Monstershow gepaart mit Monsterhits ihrer Laufbahn.
Natürlich durften unvermeidliche Stücke, wie „Would You Like A Monsterman“, „Blood Red Sandman“, „It Snows In Hell“ und „Hard Rock Halleluja“ nicht fehlen.
Doch auch ihr aktuelles Werk „To Beast Or Not To Beast“ wurde mit Songs, wie „“We’re Not Bad For The Kids“, „The Riff“ und „Sincerely With Love” würdig vertreten und so hatte man zusammen mit der üblichen Horrorshow der Akteure einen sehr guten Gig zu bestaunen, auch wenn ich persönlich der Meinung bin, dass der Auftritt in der Halle vor 2 Jahren etwas mehr Zug hatte.
Aber das ist reine Ansichtssache.
Für alle Freunde der schwerfälligen und dunklen Töne ging es danach in Richtung Halle, wo „Lake Of Tears“ ihre Aufwartung machten.
Leider überschnitten sich die Gigs von ihnen und dem Headliner des ersten Festivaltages „Saxon“, sodass man gezwungen war, sich zu entscheiden, wen man denn nun ansehen wollte.
Meine Wahl fiel auf „Saxon“, da ich diese Band zu einer der besten Livebands auf diesem Planeten halte.
Natürlich konnten „Biff“ und seine Jungs mal wieder ordentlich punkten, was nicht zuletzt an der recht ansprechenden Setlist lag.
Jedoch hatten sie noch mehr zu bieten, denn sowohl der übergroße Adler von ihrer „Bombers And Eagles Tour“ (einigen sicherlich auch von ihrer Wacken Show bekannt), als auch einige andere Specials hatten sie mit dabei.
Wer „Saxon“ kennt, der weiß mit wie viel Songs sie einen Headliner-Gig bestreiten, doch alle 21 Stücke aufzuzählen, würde den Rahmen dann doch sprengen und so verweise ich auf einzelne Tracks, wie z.B. „Sacrifice“, „Heavy Metal Thunder“, „The Eagle Has Landed“, „Solid Ball Of Rock“ und „Princess Of The Night“, nur um mal erahnen zu lassen, was da auf die Anwesenden einprasselte.
Ein würdiger Headliner für den ersten Festivaltag.
Im Anschluss daran kamen in der Halle noch „Die Apokalyptischen Reiter“ und „Onslaught“ an die Reihe, die den ersten Tag mit heftiger Kost ausklingen ließen.

Den zweiten Tag eröffneten die Lokalmatadoren von „Rebellious Spirit“, die schon mal für gute Laune sorgten und auch die zweite Band des Tage „Alpha Tiger“ gaben kein Grund zur Klage und boten mit ihrem leicht angestaubten, aber exzellent gespielten Metal schon Einiges für die unchristliche Uhrzeit.
Danach kam mit „Hell“ eine Band, mit der ich einfach nichts anfangen kann.
Sicherlich hatten sie auch an diesem Tag ihre Fans im Rücken, doch meine Musik ist das einfach nicht und so verkrümelte ich mich in die Metalbörse, um nach der Einen oder anderen Rarität Ausschau zu halten.
Nach meiner Exkursion in Sachen Vinyl Raritäten hieß es dann aber wieder ganz vorne mitmischen, denn „Angel Witch“ waren an der Reihe und legten wie gewohnt erstklassig los.
Wer die Band kennt, weiß dass man bei ihnen immer erstklassiges Material serviert bekommt und so kamen auch diesmal Granaten, wie „White Witch“, „Sorcerers“, „Dr. Phibes“, „Angel Of Death“ und „Angel Witch“ aus allen Rohren geschossen, die vom Publikum natürlich auch bestens angenommen wurden.
Womit mal eben wieder bewiesen wurde, dass der NWOBHM auch heute noch allgegenwärtig ist.
Nicht wenige der BYH Besucher erwarteten gespannt den Gig von „Morgana Lefay“, die danach die Stage enterten.
Hatte ich schon immer meine lieben Probleme mit den Vocals von Sänger „Charles Rytkönen“, so muss ich sagen, hatten sie mich diesmal doch relativ positiv überrascht und mit Songs, der Marke „Master Of The Masquerade“, „Angel’s Deceit“ und „Maleficium“, konnte ich mehr als gut leben und ich wage mal zu behaupten, dass diejenigen, die sich auf „Morgana Lefay“ gefreut haben, auch voll auf ihre Kosten kamen.
Ebenso wie die Fans von „Rage“, die danach ihren Set bestritten.
Mit dem Intro „House Wins“ vom noch aktuellen Album „21“ und dem Titelstück von besagten Werke begann die Maschinerie zu laufen, bevor mit „Forever Dead“, „Straight To Hell“, „Feel My Pain“, „Soundchaser“, „Refuge“ und dem nicht wegzudenkenden „Higher Than The Sky“ die restlichen Tracks dieses Gigs folgten.
Mit 55 Minuten Spielzeit für mich zwar leider zu kurz, aber da ich sie ja bald wieder wiedersehe (u.a. mit ihrem Lingua Mortis Orchestra in Pratteln-Z7) war es zu verschmerzen.
Wer „Thunder“ kennt, der weiß, auf was er sich einstellen kann.
Geradliniger und erdiger Hard Rock, der immer zündet.
Vor allem live finde ich die Band immer wieder ein Erlebnis.
So auch bei diesem Gig, der im Anschluss von „Rage“ vonstatten ging.
So hatten es die Jungs nicht sonderlich schwer, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen, indem sie eine ausgewogene Zusammenstellung ihre Künste auf das Auditorium losließen.
Wie immer ein sehr guter Gig von „Thunder“, aber ehrlich gesagt habe ich persönlich die Band auch noch nie wirklich schlecht erlebt.
Der krasse stilistische Umbruch vollzog sich danach, als „At The Gates“ die Bühne stürmten.
Ehrlich gesagt war es an diesem Tag nicht so meine Baustelle und so verschanzte ich mich sofort in der Halle, wo die NWOBHM Legende „Raven“ schon Gewehr bei Fuß standen und mich mit Stücken, wie „Take Control“ und „Live At The Inferno“ deutlich mehr zu beeindrucken, als das der Death Metal auf der Open Air Bühne tat.
Nach den letzten Klängen von „Raven“ ging es flux wieder zur Hauptbühne, wo der Gig von „Iced Earth“ anstand.
Wenn mich mein Erinnerungsvermögen nicht trügt, dürfte die Setlist von „Jon Schaffer“ und seinen Jungs zwar dieselbe, wie die vom Rock am Härtsfeldsee 3 Wochen zuvor gewesen sein, wo ich sie ebenfalls live erleben durfte, doch was solls, denn gekillt haben die Songs allemal, sodass sich das Publikum auf Granaten, wie „Dystopia“, „Dark Saga“, „I Died For You“, das göttliche „A Question Of Heaven“, oder auch „The Hunter“ freuen durfte.
Auch wenn immer noch viele „Matt Barlow“ hinterher trauern, halte ich „Stu Block“ für einen sehr guten Sänger und vor allem ist er eine amtliche Rampensau, was der Band insgesamt sehr zugute kommt.
Im Anschluss daran spaltete sich das Publikum mal wieder und während die Einen auf den Headliner des zweiten Tages „Accept“ vor der Bühne warteten, zog es die Anderen in die Halle, wo „Exumer“ die Stage enterten.
Über „Accept“ braucht man wohl wirklich nicht mehr allzu viele Worte verlieren, denn wer die Sohlinger Stahlschmiede mit Wahlheimat USA kennt, der weiß, dass die Jungs immer wieder aufs Neue begeistern.
Sei es nun mit neuerem Material, wie z.B. „Hung, Drawn And Quartered“ „Hellfire“, „Stalingrad“ und „Pandemic“, oder natürlich auch ihre Klassiker, wie „Losers And Winners“, „Breaker“, „Fast As A Shark“, „Metal Heart“ und „Balls To The Wall“, die sie allesamt, sowie noch einige Stücke mehr in den Balinger Abendhimmel abfeuerten.
Von daher selbstverständlich ein gebührender Headliner, der das Festival auf der Open Air Bühne abschloss.
Doch am Ende waren die Veranstalter des BYH deshalb noch nicht angelangt, denn als letzte Band des Festivals im Ganzen waren „Crematory“ verpflichtet worden, die danach noch in der Halle auftraten und auf düstere Art und Weise das Event ausklingen ließen.

Auch dieses Jahr fuhren die Macher des BYH wieder einige Geschütze auf und servierten ihren Gästen und Fans eine breite Palette an musikalischen Stilrichtungen.
Somit sollte wohl für jeden etwas dabei gewesen sein.
Als einzigstes Manko sehe ich persönlich den Sound, den man leider so gut wie nie im Griff hatte.
Natürlich höre ich schon wieder die Unkenrufe, die da lauten, dass bei Wind sich der Sound nun mal negativ verändert.
Dann wundere ich mich nur, wieso es bei anderen Open Airs trotz Wind und Wetter trotzdem mit dem Sound hinhaut.
Aber wie gesagt, dies ist mein einzigster Kritikpunkt, denn der Rest war wie immer vom allerfeinsten und deshalb fiebere ich auch jetzt schon wieder dem nächsten Jahr entgegen.

Pics by Heiko (PictureMonster)
www.heiko-bendigkeit.de/









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