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Bang Your Head Festival 2018 – Balingen Messegelände, 11.07.-14.07.2018

Im Vorfeld des diesjährigen Bang Your Head Festivals, gab es ob des verwirrenden Titels „End Of An Era“ wahrlich die wildesten Spekulationen.
Jedoch bezog sich dieser Unruhe stiftender Satz nicht direkt auf den Standort Balingen, sondern vielmehr das Problem, dass man langsam, aber sicher ohne bezahlbare Headliner da steht.
Aber das ist ein Thema, über das man an anderer Stelle diskutieren kann.
Hier geht es vorzugsweise um das Festival als solches.

 

Bevor jedoch die Open Air Sause begann, war erst mal Tags zuvor, wie üblich die Warm Up Show in der angrenzenden Volksbank Messe am Start,
Als erste Band des Abends gingen BLOODGOD auf die Bühne und gaben schon mal erste Einblicke preis, was den geneigten Besucher bis zum Ende der Woche erwarten würde.
Richtig...Metal...Metal...und nochmals Metal!
Auch die darauffolgenden THUNDERMOTHER hoben die Stimmung mit ihrem Vollgas Rock'n'Roll ordentlich an.
Bevor mit TWILIGHT FORCE der Power Metal Einzug fand.
In den Medien als Nachfolger alter RHAPSODY Alben gekürt, kann ich mich mit dem Vergleich gut anfreunden.
Gute Songs, die wirklich Laune machten, was man auch am Publikum ausmachen konnte, denen das Material sichtlich zu gefallen schien.
Auch der Hauptact des Abends konnte ein weiteres Mal mehr als ordentlich punkten.
LORDI standen auf dem Plan und sie machten auch diesmal wieder das was sie schon immer gut konnten.
Geile Songs, gepaart mit ihrem Style-geprägten Shock Rock Bühnenoutfit und einem livehaftigen Horrorfilm stand nichts mehr im Wege.
Die Band gab von Anfang an Vollgas und knallte einen Hit nach dem anderen heraus.
Ich denke, ich muss wohl nicht extra erwähnen, welche Stücke dies im Einzelnen waren.
Aber auch Tracks, neueren Datums, wie z.B. „Naked In My Cellar“ und „Sexorcism“ vom aktuellen Album, oder auch „The Riff“ von „To Beast Or Not To Beast“ und weitere mehr, passten perfekt in die Setlist.
Von daher ein würdiger Headliner für die neueste Ausgabe der Warm Up Show.
Zum Abschluss gaben BÖMBERS noch richtig Gas und verbreiteten mit ihren MOTÖRHEAD Coversongs noch ein letztes Mal beste Stimmung, bevor sich die Tore schlossen und man sich langsam, aber sicher auf die nächsten drei Tage unter freiem Himmel einstellen konnte.
 
Die begannen gleich mal mit einer Veränderung im Line Up, welche sich kurz vor dem Festival noch ergab.
Da die eigentlichen Opener KICKIN VALENTINA leider nicht auftreten konnten, sprangen die aus der Schweiz angereisten BLACK DIAMONDS kurzfristig für sie ein und zeigten den Anwesenden, dass man auch in heutiger Zeit sehr wohl noch guten Glam Metal auf die Bühne bringen kann.
Danach hatten BURNING WITCHES, die Horst bei der letztjährigen BYH Christmas Party, wo sie mächtig Eindruck hinterließen, ohne Schnickschnack gleich für das diesjährige BYH verpflichtete, die Bühne ganz für sich und ließen das Publikum an ihren Songs und ihrem Können teilhaben.
Somit bewiesen sie auch mit Leichtigkeit, dass Horst, sie mit ins BYH Boot zu holen, eine richtige Entscheidung war.
Im Anschluss gab es mit ECLIPSE, sowie RECKLESS LOVE zwei weitere Hochkaräter, die ebenfalls nichts anbrennen ließen und für eine mega Stimmung auf dem Gelände sorgten.
Von ALESTORM, die nach den beiden die Stage mit einem überdimensionalen Quietscheentchen krönten, war ich indes nicht wirklich angetan und beschloss, in der Zeit mal den Metal Market zu besuchen.
Mit EXODUS auf der Hauptbühne, sowie den darauffolgenden DEBAUCHERY, die am Donnerstag übrigens den Auftakt der Konzerte in der Halle machten, setzte sich dann die derbere Seite des Metal durch.
Um 18:15 Uhr hieß es für mich dann ganz klar, an der Hauptbühne in der ersten Reihe einfinden, denn AMORPHIS waren an der Reihe und die wollte ich um nichts in der Welt verpassen.
Und selbstverständlich wurde ich auch diesmal nicht enttäuscht.
Mit ihrem neuen Album „Queen Of Time“ im Gepäck, legten sie das BYH quasi in Schutt und Asche.
Auf einzelne Songs einzugehen, würde den Rahmen sprengen, weshalb ich einfach mal auf folgende Setlist verweise:
The Bee
The Golden Elk
Sacrifice
Silver Bride
Bad Blood
Wrong Direction
Heart of the Giant
Against Widows
The Castaway
Daughter of Hate
Death of a King
House of Sleep
Ein Brecher folgte dem nächsten und wurde von der Meute vor der Bühne mehr als wohlwollend aufgenommen, was der Band sichtlich gefiel, denn die Spielfreude und Dankbarkeit, die AMORPHIS an den Tag legten, war wirklich beeindruckend.
Nach meinem heimlichen Headliner AMORPHIS, war es danach Zeit, die deutsche Metal Queen zu begrüßen.
DORO stand auf dem Plan und sie ließ von Beginn an keinen Zweifel, dass sie auch diesmal das Publikum mit Leichtigkeit auf ihre Seite ziehen konnte.
Und genau das tat sie auch!
Mag sie auch von einigen belächelt werden, so habe ich einfach Respekt vor ihr, denn was sie schon alles geleistet hat und dabei stets für ihre Fans da war, das ist leider absolut nicht alltäglich.
Deswegen kann ich für mich zumindest sagen, dass sie auch diesmal alle Register zog und zusammen mit ihrer Band so richtig die Hütte brennen ließen.
Auch hier sei die Setlist einfach mal genauer betrachtet:
Earthshaker Rock
I Rule the Ruins
Burning the Witches
Raise Your Fist in the Air
True as Steel
East Meets West
Für Immer
Hellbound
All for Metal
Burn It Up
Breaking the Law
(Judas Priest cover)
All We Are
Metal Tango
Wer sich jetzt verwundert die Augen reibt, dem sei gesagt, dass von den dreizehn Songs, tatsächlich neun von WARLOCK waren, was nicht nur mich begeisterte.
Das war schon eine ergreifende Tour in die Vergangenheit!
Danach wurde es für mich erst mal Zeit für eine kleine Pause.
Später ging es dann in die Halle, wo sich gerade SKELETONWITCH auf der Bühne austobten.
Mit dieser Truppe hatte ich bisher noch nichts zu tun, doch ich muss sagen, dass sie ihre Sache richtig gut machten.
Sicherlich hatten sie keinen leichten Stand, da zu diesem Zeitpunkt auf der großen Bühne EUROPE spielten.
Da ich Joey Tempest und seine Herren jedoch schon oft live gesehen habe, wollte ich mir diesmal das Kontrastprogramm geben.
Nach SKELETONWITCH war es für mich Ehrensache, dass ich gleich in der Halle blieb, denn nun wurde es Zeit für AMARANTHE.
Und sie enttäuschten mich auch diesmal nicht.
Es macht einfach so dermaßen Spaß zuzuschauen, was bei denen auf der Bühne abgeht, denn hier ist der Slogan: „Stillstand ist der Tod“ wahrlich wörtlich zu nehmen.
Permanent von einer Ecke zur anderen rennend, sind alle drei Vocalakrobaten in der Band sicherlich nicht weit davon entfernt, einen kompletten Marathon in jedem ihrer Gigs abzuleisten.
Ich brauche ja sicherlich nicht zu erwähnen, dass selbstverständlich nur Oberkracher, wie „Maximize“, „Digital World“, „Dynamite“, „1000000 Lightyears“, „Hunger“ und „Drop Dead Cynical“ zum Zug kamen, die allesamt richtig Laune auf mehr machten.
Ich finde, AMARANTHE machen einfach Spaß, auch wenn sich hier die Geister, wie so oft scheiden.
Im Anschluss daran, zerlegten INSOMNIUM dann noch die Stage in der Halle und beendeten somit den ersten Festivaltag!
 
Den Zweiten Tag hatte ich mir wahrlich anders vorgestellt, doch wenn die Gesundheit nicht mitmacht, hilft es auch nichts, sich auf einem Festival herum zu quälen.
So kann ich im Endeffekt auch nicht wirklich viel zu diesem Tag beisteuern.
Den Großteil musste ich im VIP Bereich verbringen, sodass ich zwar die Bands STRIKER, MONUMENT, NIGHT DEMON, sowie einen Teil von JAG PANZER noch hörend mitbekam, mich jedoch dann vorsorglich auf den Heimweg begab, in der Hoffnung, den nächsten Tag wieder am Start sein zu können.
Was dann zum Glück auch funktionierte.
 
 
Der letzte Tag des BYH hatte es dann noch einmal richtig in sich.
Den Anfang machten EVERTALE, die vor einer recht ordentlichen Anzahl von Zuschauern, gut punkten konnten.
Ein echt gelungener Einstieg in den dritten Festivaltag!
Danach ging es mit drei Bands weiter, die allesamt in den 80ern groß waren und es zum Glück auch heute noch sind.
CLOVEN HOOF machten den Anfang des Dreigestirns und zeigten schon mal vorweg, dass sie immer noch mehr als Up To Date sind, denn ihre Alben aus der Neuzeit, knallen alle durchweg.
Und auch TYGERS OF PAN TANG, die auch nicht zum ersten Mal in Balingen spielten, kamen sehr gut an.
Jedoch machten GIRLSCHOOL, die im Anschluss die Stage betraten, mal wieder klar, dass sie einfach rocken können, auch wenn ich gestehen muss, dass ich schon energiereichere Gigs von den Ladies gesehen hab.
Live sind sie jedoch immer ne Wucht und coole Songs haben sie allemal.
Mit PRIMORDIAL kam danach eine Band auf die Bühne, mit der ich persönlich nicht ganz so warm werde.
Deshalb gönnte ich mir während ihres Gigs eine kleine Pause, um danach gestärkt in die Halle zu gehen, wo MYSTIC PROPHECY um 18:00 Uhr loslegten.
Zuvor noch schnell ein paar Songs von LOUDNESS, die auf der großen Bühne spielten angeschaut und dann ab in die Halle.
Leider war es in der Halle so fürchterlich warm, dass ich mir den Gig von MP nur für die ersten drei Songs, weit vorne reinzog.
Danach ging ich in Richtung Ausgang, wo man wenigstens noch ein bisschen mehr Luft bekam.
Es änderte aber nichts an der Tatsache, dass Lia und seine Mannschaft auch diesmal wieder alles gaben und das übertrug sich ohne Zweifel auf das Publikum.
Nicht nur, dass die Halle richtig voll war, auch die Reaktionen der Crowd war echt amtlich, was die Band natürlich noch weiter anstachelte.
Und ich denke, die Setlist des Abends spricht wohl für sich:
Kill the Beast
Savage Souls
Killhammer
Burning Out
The Crucifix
Shadow on the Wall  
We Kill! You Die!
To Hell and Back
Metal Brigade
Evil Empires
War Panzer
Ravenlord
Definitiv auch ein Highlight auf dem diesjährigen BYH!!!
Nachdem MYSTIC PROPHECY die Halle auf gefühlte 100 Grad brachten, wurde es nun Zeit, im Anschluss daran zu sehen, ob PRETTY MAIDS dies auch an der frischen Luft, also auf der Bühne draußen hinbekommen würden.
Und was soll ich sagen?!
Kann man etwas falsch machen, wenn besagte Band ihr wohl bekanntestes Album „Future World“ in voller Länge und am Stück live auf die Bühne bringt?!
Ich glaube doch eher nicht!
Man muss sich das einfach noch einmal auf der Zunge zergehen lassen:
Future World
We Came to Rock
Love Games
Yellow Rain
Loud 'n' Proud
Rodeo
Needles in the Dark
Eye of the Storm
Long Way to Go
Einfach nur herrlich!
Mehr kann ich dazu gar nicht sagen, denn mir fehlen auch heute noch die Worte.
Doch nicht nur das komplette „Future World“ Album kam zu seinen Ehren, auch eine im Anschluss daran zelebriertes Best Of (wenn auch in etwas kleinerem Umfang), machten unmissverständlich klar, dass PRETTY MAIDS mit eine der allerbesten Livebands überhaupt sind.
Zur Verdeutlichung hier noch die restlichen Songs, dieses unglaublichen Auftritts:
Mother of All Lies
Kingmaker
Bull's Eye
Little Drops of Heaven
Pandemonium
Back to Back
Zugabe:
Red, Hot and Heavy
Leider konnte ich HEXX, die zeitgleich mit PRETTY MAIDS in der Halle spielten nicht reinziehen.
Ich hätte sie zwar sehr gerne angeschaut, aber man muss nun mal Prioritäten setzen.
Ähnlich ging es mir auch im Anschluss, denn während auf der Bühne draußen POWERWOLF mal eben klarmachten, dass sie für die Zukunft, als Headliner auf jeden Fall durchgehen können, spielten in der Halle VISIGOTH, die mich auch sehr interessiert hätten.
Zurück zu POWERWOLF!
Das ewige Thema über aussterbende Headliner war auch in diesem Jahr wieder präsent.
Jedoch würde ich im Falle POWERWOLF von einer Band sprechen, die man durchaus ohne große Probleme auf das Podest das Hauptacts stellen kann.
Denn was die Wölfe in all den Jahren ihres Schaffens erarbeitet haben, gehört mit großem Respekt belohnt.
Vor vielen Jahren noch im frühen Mittagsprogramm des BYH angesiedelt, sind sie nun Headliner und das völlig zurecht.
Coole Songs, gigantische Bühnenaufmachung und eine stets nahbare Band, die es versteht, die Massen sowohl zu bewegen, als auch zu begeistern.
Auch wenn es Menschen gibt, die mit deren Musik nichts anfangen können, sollte das Verständnis da sein, dass sie absolut verdient diesen Status innehaben.
Es wurde sowohl fürs Auge (Feuer, Pyros usw.), als auch für die Ohren dermaßen viel geboten, dass ich zumindest, diese Band ganz klar dort sehe, wo sie momentan sind und zwar ganz oben.
Was nicht zuletzt ihrem neuen Album „The Sacrament Of Sin“ geschuldet ist, welches ebenfalls ganz oben in den LP Charts angesiedelt ist.
Hiervon wurden u.a. „Demons Are A Girl's Best Friend“, sowie „Fire And Forgive“ gespielt, die aufgenommen wurden, als würden die Fans die Stücke schon seit Jahrzehnten kennen.
Wirklich beeindruckend!
Sänger Attila hatte stets das Publikum im Auge, um immer wieder mit ihnen zu kommunizieren.
Auch der Rest der dargebrachten Songs an diesem Abend, machten das Gesamtbild POWERWOLF perfekt.
Sei es nun „Blessed And Possessed“, „Army Of The Night“, „Armata Strigoi“, „Werewolves Of Armenia“, oder „We Drink Your Blood“.
Wirklich jedes Stück wurde gnadenlos vom Publikum abgefeiert.
So wie es eines Headliners eben würdig ist!
Nicht nur für mich ein gelungener Abschluss des BYH 2018 (zumindest auf der Hauptbühne).
Danach spielten in der Halle dann noch die Schweden von CRASHDIET.
Leider vor einem überschaubaren Publikum, muss ich anmerken.
Kann ich so nicht ganz nachvollziehen, denn über die vergangenen Tage waren im Publikum wirklich mehr als genug zu sichten, die eigentlich genau auf diese Musikrichtung abfahren würden.
Naja...vielleicht war es ja die Schuld der Uhrzeit und des Alkoholkonsums.
Jedenfalls bekamen die Anwesenden einen guten Einblick über das bisherige Schaffen der Band.
Sie spielten einen sehr guten Gig und verdrängten somit, zumindest für kurze Zeit das Unvermeidliche und zwar das Ende des diesjährigen Bang Your Head!!!
 
Zum Schluss sei erwähnt, dass das BYH 2019 zwar noch nicht hundertprozentig in trockenen Tüchern ist, ich aber für meinen Teil sehr hoffe, dass es eine Fortsetzung findet.
Gerne auch mit Bands, die man nicht sofort auf dem Schirm hat, wenn es um die Frage nach „großen“ Bandnamen fürs Festival geht.
Wenn eine Band nicht mehr bezahlbar ist, braucht man eben Alternativen.
Aber wir haben alleine in Deutschland schon so eine gigantische Armanda an großartigen Bands, dass man alleine hiervon schon ein komplettes Festival bestreiten könnte.
Es ist alleine der Blickwinkel der Besucher, der darüber entscheidet, ob sie unbedingt auf diese „großen“ Bands bestehen, oder ob man auch mal etwas für die nicht ganz so großen Kapellen tun möchte.
Denn im Idealfall finden wir unter diesen Bands die Hauptacts der Zukunft!
Einfach mal darüber nachdenken.
Ich würde mich auf jeden Fall sehr über eine Fortsetzung freuen und hoffe deshalb inständig auf ein Bang Your Head 2019!
 
 
 



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