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BALTIC OPEN AIR 2019 Wikingerland Haddeby 23. und 24. August 2019

BALTIC 2019BALTIC OPEN AIR 2019 Wikingerland Haddeby 23. und 24. August 2019

 

Highlights des Freitags sind für uns ganz klar PRIMAL FEAR und ACCEPT. Auf dem Platz angekommen, kriegen wir noch ein bisschen vom zweiten Set von STINGER mit. Die Band, die mehr nach AC/DC klingt als die Australier zuletzt mit Axl Rose, dürfte so manchem noch vom WERNER-Rennen bekannt sein. Ohne Pause geht es auf der Hauptbühne, der Odin-Stage, mit ENSIFERUM weiter. Die Finnen beherrschen ihren Mix aus diversen Subgenres wie Viking-, Epic-, Folk- und Melodic Death Metal perfekt. Uns sind sie trotz aller Härte etwas zu mittelalterlich-fröhlich. Pluspunkte gibt’s für das Stageacting. Da ist was los in Haddeby!

 

BALTIC 2019Auf der nicht viel kleineren Thor-Stage ist PRIMAL FEAR/SINNER-Mädchen für alles Neil Witchard bereits schwer mit Vorbereitungen und Getränkeversorgung der schwäbischen (und dem saarländischen) Musiker beschäftigt. Da Michael Ehré mit THE UNITY in katalonischen Gefilden unterwegs ist, vertritt ihn Kevin Kott von ALMANAC bzw. MASTERPLAN würdig an den Drums. Ralf, Tom, Mat und Alexander sind bestens in Form. Für Ralf gilt das sowohl körperlich als auch gesanglich. Mit Wahninns-Spielfreude und einer bunten Mischung aus alten und neuen PRIMAL FEAR-Hits tobt der Mob auf dem Infield des Wikingerlands. Gesangslehrer Scheepers hat das Volk voll im Griff und lädt zu diversen Chören ein. Metal is forever!

 

BALTIC 2019Zu den Klängen von SCHANDMAUL schlendern wir langsam und zufrieden Richtung Ausgang und zum Shuttle-Bus, der dieses Jahr tatsächlich pünktlich wie angegeben abfährt.

Über Nacht hat das BALTIC OPEN AIR 2019 ordentlich zugelegt. Es scheint fast, als wäre es kein Rock- sondern ein FREI.WILD-Festival. Als zugezogene Schleswiger kannten wir in den vergangenen Jahren gefühlt jede(n) Zweite(n) auf dem Platz. Heute sind bis auf ein-zwei Handvoll nur "Fremde" hier. Und auf jedem zweiten Shirt steht FREI.WILD. Der Merch scheint zu laufen. Da sind ganze Gruppen unterwegs, die aus Bayern und sonstwo herkommen. Sicherlich hat die Band mit ihrer Konzert-Aktion bzw. der Kundgebung und Gratis-Bus-Shuttle ins 70 km entfernte Pahlen nach dem Auftrittsverbot in Flensburg auch hier oben Boden gutgemacht. Mag die Band noch so umstritten sein, der Fan kommt auf seine Kosten und das Medienecho, egal ob positiv oder negativ, tut seine Wirkung.

 

BALTIC 2019Ein paar Klänge von TRI STATE CORNER kriegen wir auch noch mit. Vielleicht etwas zu viel Mandoline (bzw. Bouziki), aber eine sehr angenehme Stimme. Sänger Lucky erinnert in den höheren Lagen gar an Ray Alder von FATES WARNING. Auf der Hauptbühne folgt die nächste Schwaben-Attacke. Mit "I've Got The Fire" und jeder Menge Pyro legen KISSIN‘ DYNAMITE los und zeigen, dass sie tatsächlich ordentlich Feuer im Hintern haben. An der Show gibt es nichts auszusetzen und das zu früher Stunde reichlich anwesende Publikum ist begeistert. Allerdings besteht die Setlist vorwiegend aus den Party-Hits der Band. Kein "Killer", kein "Money, Sex & Power", schade!

 

BALTIC 2019Für ein Mainstream-Festival mag das trotzdem passen. Und so schließen Hannes, Jim, Steffen, Ande und Andi nach einer Stunde Bühnen-Action mit "Flying Colours". Wie immer eine großartige Leistung, auch wenn "I Will Be King" die beiden o.g. fehlenden Songs nicht ausgleicht.

 

Während CANTERRA spielt, warten wir auf die BACKYARD BABIES. Schwedisch, rotzig, punkig. Leider haben die Schweden keine wirklichen Hits zu verzeichnen, dennoch ist ihr Auftritt ein kurzweiliges Erlebnis. Dann endlich kommen die Entertainer des Abends: AXXIS! In bestem Ruhrpott-Slang sorgt Sänger Bernhard Weiß auch nach 30 Jahren für Lacher, wenn er die unbedarfte Steffi aus Busdorf auf die Bühne holt und sie zur Akustik-Version von "Touch The Rainbow" tanzen und tambourinieren lässt. Mit "Living In A World" und "Kingdom Of The Night" bleiben AXXIS für immer unsterblich.

 

BALTIC 2019Es folgt der Auftritt von FREI.WILD. Wo kommen plötzlich all die Leute her? Der Zugang zum Fotograben ist kaum zu erreichen. Außerdem stehen ein Polizeiaufgebot und die Feuerwehr parat. Vielleicht auch deshalb, weil dem BALTIC OPEN AIR 2015 schon einmal die Bühne angesteckt wurde, als die Südtiroler aufspielten. FREI.WILD bewegt die Massen. Da wird getanzt, getobt und lauthals von vorne bis hinten mitgesungen.

 

BALTIC 2019Radio Bob!-Überflieger JOHN DIVA und seine "Rockets Of Love" sind als nächstes dran. Mit der Show, die die fünf Jungs abziehen, sind sie nahe an STEEL PANTHER dran. Eine Gitarrenboxen-Wand in Pfauenfedern-Optik, Perücken, Kostüme und L.A.-Slang tun ein Übriges. Zu den Songs von "Mama Said Rock is Dead" gesellen sich noch "Paradise City" von GUNS 'N ROSES und das abschließende JOURNEY-Cover von "Don't Stop Believin'". Ein gelungenes Set. Nach über sieben Stunden auf dem Platz ist es dann auch genug und wir lauschen der BÖHSE ONKELZ-Tribute-Band STAINLESS STEEL nur noch von Weitem.

 

BALTIC 2019Resümierend bleibt zu sagen, dass sich das BALTIC OPEN AIR in Schritten Professionalität in den letzten Jahren gemausert hat. Die breitgestreute musikalische Mischung wird sicherlich weiterhin dafür sorgen, dass das Festival gut besucht wird. Auch wenn einem nicht alle Acts gefallen, tut es doch gut, nachts im eigenen Bett schlafen zu können, wenn man das Open Air quasi vor der Haustür hat. Danke an Veranstalter Daniel Spinler und alle Beteiligten, insbesondere Andrea und Jörg, sowie die netten Securities.

 

Bericht von DANU (dem Schattenmann)
Pics by Bianca Wamsler

 

BALTIC 2019

 




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