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BALTIC OPEN AIR 2018 Wikingerland Haddeby Teil 2 - Samstag, 25. August 2018

BOA_00BALTIC OPEN AIR 2018
Wikingerland Haddeby
Teil 2 - Samstag, 25. August 2018

 

Drei Bühnen, auf denen teilweise parallel gespielt wird, machen es nicht ganz einfach, alles mitzukriegen. Die etwas kleinere "Thor-Stage" bleibt heute hauptsächlich den Spaß-Bands wie J.B.O. und LOTTO KING KARL vorbehalten, weshalb wir uns mehr der Hauptbühne und der "Viking Stage" außerhalb des Infields widmen.
 

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DOWN ON KNEES
Da hat es im Vorfeld wohl gewaltig geknallt. D.O.K. wollten eigentlich nur zu dritt auftreten, haben sich aber dann doch breitschlagen lassen, ihren Abschieds-Gig würdig und professionell in voller Besetzung durchzuziehen. Genaue Hintergründe sind nicht bekannt, aber der Vierer zieht sein Ding durch. Stageacting und mit dem Mund imitierte Motorradgeräusche machen Spaß und lassen das bevorstehende Ende der Band zumindest für die Länge der Setlist vergessen. Die Spannung zwischen den Mitgliedern macht sich lediglich bei den etwas schwachen Ansagen bemerkbar. Ansonsten tobt vor allem Sänger/Gitarrist Till über die Bühne, spielt Soli hinter dem Kopf und auch Sönke, Thorben und Drummer Marc geben alles.  Trotz des schalen Beigeschmacks ein musikalisch gelungener Abschied. R.I.P. Down On Knees, wir werden sehen, was die Jungs zukünftig getrennt auf die Beine stellen und sind gespannt.
 

BOA-02 BOA-03THUNDERMOTHER
Die Schwedinnen braucht man nicht mehr vorzustellen. Sie sind die absoluten Shooting Stars der Metal und Rock-Szene 2018. Die nicht mehr ganz neue Besetzung um Mutter Oberin Filippa ist perfekt eingespielt und nach zahlreichen Auftritten deutlich routinierter als im letzten Jahr. Dennoch wissen die Donnermädels, wie man das Publikum in seinen Bann zieht. Mit Biereinlagen und kleinen Hits wie "Shoot to Kill", "It's Just a Tease" und "Thunderous" kommen THUNDERMOTHER beim BOA 2018 an und punkten. Passend zum instabilen Schleswig-Holstein Wetter ertönt die Ballade "Fire In The Rain", bei der Sängerin Guernica mehr von der Bandbreite ihrer Stimme zeigen kann. Thumbs up, ladies!

 

BOA-06 BOA-06RAGE
Wow! Mit so viel Spaß auf der Bühne hat man RAGE selten gesehen. Das aktuelle Line-Up wirkt beständig und RAGE haben beim BOA einen Wahnsinns-Sound. Da der Flieger einer nachfolgenden Band Verspätung hat, verlängern Peavy und Co. kurzerhand ihr Set. Cool ist das Ronnie James Dio gewidmete Medley aus "Heaven And Hell" und "Holy Diver", vorgetragen von Gitarrist Marcos Rodriguez, der hier auch den Gesangspart übernimmt. Klasse, wie er Dio-mäßig einzelne Passagen wie etwa "the devil" originalgetreu betont. Das Trio ist stark wie nie zuvor und Drummer Lucky macht bei so mancher Doublebass-Attacke glatt dem Duracell-Häschen Konkurrenz.
 

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PRETTY MAIDS
Das dänische Dynamit zündet, und wie! Gut, ein Fünftel der Band stammt aus Schweden, aber in den letzten 28 Jahren habe ich die Jungs nie in solcher Topform erlebt wie heute. Und der Mix aus alten, mittelalten und neuen Hits kommt an. "Mother of All Lies", "Kingmaker", "We Came to Rock", "Pandemonium", "Back To Back", "Future World", "Love Games" usw. Was will man da mehr? Sänger Ronnie hat seine Kopfverletzung vom Frühjahr offenbar gut überstanden und ist stark bei Stimme. Chris und Rene nutzen den Platz auf der Hauptbühne, Allan drischt rein wie ein junger Gott und Ken lässt keine Gelegenheit für ein Gitarrensolo aus. So muss das sein!

 

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PUSSY SISSTER
Die Sym-Badischen aus dem wilden Süden sprühen nur so vor Energie. Nicht nur der Hit "Today", bekannt aus diversen TV-Formaten, lässt die Funken übersprühen. Fürs Stageacting sind ganz klar Sänger Alex und Bassist Coma zuständig. So lässt es sich eine etwas angeheiterte Dame aus dem Publikum nicht nehmen, fortwährend am PUSSY SISSTER-Frontmann herumzufummeln und auf der Bühne Go-Go zu tanzen. Gitarrist Vince und Schlagzeuger Sven bilden ein solides Fundament, so dass man hoffen darf, dass sich die Pussys wieder öfter im Norden blicken lassen. Immerhin konnte die Band schon vor ein paar Jahren im Vorprogramm von SEBASTIAN BACH und als Headliner auf der FAXE FETE beeindrucken.
 
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D-A-D
Auch ohne Micky Maus-Ohren und vollständige Dunkelheit, wissen Jesper Binzer und seine Mannschaft, wie man gute Laune verbreitet. Die kauderwelschen Ansagen sind immer noch grandios: "Busdorf, verstehen sie, was ich sage?". Nein, beim besten Willen nicht. Aber egal, Laust Sonne schafft es mal wieder, Bassist Stigge hat ein neues "Handy" mit Riesendisplay und zwei Saiten, Jakobs Solo bei "Sleeping My Day Away" dauert gefühlte zehn Minuten, ohne langweilig zu werden und Alle sind glücklich zufrieden. Nicht fehlen dürfen natürlich "Evil Twin", "Jihad", "Monster Philosophy", "I Want What She's Got", "Bad Craziness" undundund.
 

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Yeah! BOA 2018 hat Riesenspaß gemacht, auch wenn wir nicht alle Kapellen ansehen und anhören konnten. Der Mix von Metal-, Spaß- und Partybands war diesmal gelungen und der Sound auf allen Bühnen gigantisch. Einen Auftritt habe ich absichtlich unterschlagen, weil ich nicht nachvollziehen kann, was ein Kumpel aus Hannover an dieser Band besser findet als an einer anderen aus Hamburg. Beiden ist eine gute Optik gemein, das musikalische Talent, vor allem am Mikro lässt jedoch sehr zu wünschen übrig. Ansonsten kann ich mich nur für einen Haufen toller Performances bei den Musikern, einen Supersound bei den Leuten an den Reglern und bei den Veranstaltern und allen Beteiligten und Helfern für ein absolut gelungenes Festival bedanken, das die Vorfreude auf das BALTIC OPEN AIR 2019 weckt.
 

 

Bericht von DANU (dem Schattenmann)
Fotos: Bianca Wamsler




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