NEVERDREAM - Souls 26.04.1986

empty placeholder Genre: Progressive Metal
Label: Eigenproduktion
8 Songs
Running Time: 60:02 Min.
Da ich als als Liebhaber dieser Musikrichtung wohl eher einen Draht habe als meine anderen Kollegen, durfte ich an das neue Album der Italiener ran. Ran, richtig ran muss man an so ein Album! Was hier geboten ist, kann nur Liebhabern gefallen oder aber ihr wollt unbedingt mal einen Trip ausserhalb normaler Produktion gehen und neues, unglaubliches und tief gehendes entdecken. So nebenher mal Neverdream hören ist echt nicht drin. Da ich gestern Abend das Vergnügen hatte, die Jungs live zu sehen, fällt mir alles sehr viel leichter. Neverdream machen mir Angst! Angst, die in verschiedene Richtungen verläuft...

Da wäre zum einen diese immer wiederkehrende Finsternis in den Songs, welche durch Dramatik, leichtem Gesang, Saxophon-Parts, Keyboardeinlagen und teils harten Riffs besser nicht umgesetzt werden kann. Wer dem Sänger unterstellen will, er könnte nicht mehr aus sich rausholen, verpasst, dass es so sein soll, ja sogar muss!

Die nächste "Bedrohung" der Sinne ist diese: Neverdream haben die Macht, dass einem Fan dieses Genre zunächst mal einiges bekannt erscheint. Das rührt daher, dass das Material zunächst so schwierig ist, dass man gewisse Parts, die an Dream Theater ("silence") und Queensryche ("looking the lies") erinnern, automatisch raushört oder raushören will und diese als allererstes haften bleiben. Neverdream kopiert aber keinesfalls, sondern lässt lediglich Einflüsse erkennen und gehen dann in eine völlig eigenständige Richtung über. Das macht die Sache nicht leichter, aber man wird neugieriger.

Nachdem ich nun durch das Liveerlebnis sehr viel mehr von Neverdream erlebt habe, kommt eine weitere Angst: Die Jungs sind alle miteinander ein Entertainer. Die Verständigung auf der Bühne, die Perfektion und die gelassene und gleichzeitige beeindruckende Art der sechs Italiener ist für kleine Bühnen nicht geeignet. Neverdream müssen meiner Ansicht nach mit so gnadenlos geilem Prog-Metal grösseres in Anspruch nehmen dürfen. Vor allem aber nicht zwischen zwei Bands stehen, die völlig andere Mucke spielen. Dadurch kommt die Angst, dass sie untergehen.

Rundum geil also! Ein Prog-Album, dass dermassen überzeugt, dass Fans unbedingt mehr verlangen. Was andere Größen dieses Genre auch versuchen, Neverdream hat das Potential jetzt schon, auf deren Treppen zu steigen und vielleicht irgendwann ganz oben zu stehen.

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12.10.2008, 11:51 by Horrace
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