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MAGIC CIRCLE FESTIVAL - 17.Juli 2009, Amphitheater Loreley
"Manowar, Manowar - living on the road..." - so heißt es in einem der unvergesslichen Songs dieser kampferprobten True-Metal-Band. Gleichzeitig besteht ein seltsamer Zusammenhang zum Magic Circle Festival. Fast schon heimatlos wirkend zog es die Jungs dieses Mal nicht auf das ausgediente Kasernengelände in Bad Arolsen sondern zur sagenumwobenen Loreley. Jener altehrwürdige Stätte am Rhein, welche schon unzählige Größen der Unterhaltungsbranche sah.

Nach den niederschmetternden Kritiken am MCF II, den Ungereimtheiten um DEF LEPPARD und WHITESNAKE und einigen, teils deftigen Pannen, standen MANOWAR bei dieser Veranstaltung unter erheblichem Druck. Der ganz Große Befreiungsschlag blieb zwar aus, aber gelang die Organisation in diesem Jahr erheblich besser.

Und dazu kochten JACK STARR´S BURNING STARR, KINGDOM COME, HOLYHELL, WIZARD oder auch METALFORCE vor Energie über und rockten die Bühne unter Volldampf. Aber bevor wir weiter über die Garnierung drum herum berichten, wollen wir uns jetzt erstmal die Schmankerl-Auftritte einiger Gäste von MANOWAR genauer ansehen.

DIE SKLAVEN
Diese noch recht unbekannte deutsche Band hatten die Ehre den Samstag musikalisch zu eröffnen. Unser Team steckte um diese Zeit aber noch in den körperlich-geistigen Vorbereitungen zum Samstag und in den Nachwehen des Freitags. Man möge uns diesen Fauxpax doch bitte verzeihen und milde gestimmt zur Kenntnis nehmen, dass wir sie hier ja trotzdem gleichberechtigt mit den anderen Bands mit Homepage und/oder My Space-Seite erwähnen. So kann sich jeder, der möchte über die Band informieren und evtl. die Tourdates checken.


AGE OF EVIL
Als diese Kapelle aufspielte, hatten wir bereits die steilen Stufen der Steintreppe erklommen. Und so standen wir auf den obersten Rängen des Amphitheaters, während unten der amerikanische Mob auf der Bühne tobte. Nun weiß man, in Scottsdale, Arizona weht ein echt heißer Sound-Wind. Und das Publikum hielt dankbar sein Gesicht in den selbigen und ließ sich die Akkorde gehörig um die Ohren pusten. Eine Band mit Potenzial, die es als zweite Band des Tages nicht viel einfacher hatte als ihre Vorgänger. Dennoch bestanden sie mit Bravour und das wurde mit großem Applaus der Fans honoriert.


CRYSTAL VIPER
Die dritte Band des Tages, war mein erstes Ziel. Showtechnisch muss man hier natürlich berücksichtigen, dass die Jungs und das Mädel kaum Unterstützung durch Kunstlicht bekamen. Wer zur Mittagszeit spielt, der steht eben in nüchternem Tageslicht auf der Bühne. Der melodische und antreibende Sound, ein solides Auftreten und viel Charisma haben aber ihren Eindruck hinterlassen. Und gerade auch Frontfrau Marta dürfte vielen in hübscher Erinnerung geblieben sein. Doch beeindruckte sie genauso mit Können wie ihre Mitstreiter an den Instrumenten. Kurzum: CRYSTAL VIPER sind ein polnischer Import, der sich gelohnt haben dürfte. Etwa 1500 Besucher waren an der Stage. Noch war im Amphitheater mit den aufsteigenden Sitzreihen Luft nach oben. Die, die da waren, hatten mit CRYSTAL VIPER jedoch ungebrochen ihre „helle“ Freude. Eine wirklich sehenswerte Band.


WIZARD
Das Wetter ließ nach einer regnerischen Nacht noch immer Wünsche offen; Wizard nicht. Von der ersten Sekunde an, gab die „Pagan erfahrene deutsche True-Metal-Kombo alles. Fast schon wutentbrannt fegten sie los, als stünde der Ragnarök unmittelbar bevor. Bereits bei dieser zweiten Ohrenattacke war mir jedoch eine Sache klar: Die Band hatte einfach zu wenig Spiel-Zeit. Eine knappe halbe Stunde reicht kaum aus, um eine Band zur Entfaltung kommen zu lassen. WIZARD machten das Beste daraus und zogen die mittlerweile rund 2000 Mann zur Bühne und in ihren Bann. Die Fans nahmen diese Einladung zum Headbangen gerne an und wackelten dann auch energisch mit dem Kopf. Das war schon sehr stark.




JACK STARR´S BURNING STARR
Es war noch nicht richtig Nachmittag. Die Wolken am Himmel hatten sich noch immer nicht verzogen, als ein erstes echtes Urgestein des Metals die Bühne betrat. Ein Hauch von Ehrfurcht durchwehte die Location. Denn JACK STARR´S BURNING STARR brannte nicht nur gewohnt heiss, den Fans wurde auch das neue Album „"Defiance" vorgestellt. JACK STARR, ein Virtuose an der Gitarre und bekannt für atemberaubenden Sound und großes Können, hat nicht umsonst ein doppeltes "R" im Namen. Steht es doch wohl für "Real Rock" und ausgefeilte Kompositionen, was die neue Scheibe beweist. Richtig davon überzeugen konnte man sich leider nicht, denn auch dieser große Künstler bekam kaum Zeit genug, um angemessen aufspielen zu können. Der Auftritt wurde dem eines Stars nicht gerecht, was jedoch in keinster Weise an der Band oder Frontmann Todd lag.


VAN CANTO
Dank der guten Vorarbeit der Vorgänger hatten VAN CANTO schon rund 2500 Besucher an der Stage. Mit viel Herz und Können eroberten sie die Fancrowd. Das Rezept? - Ein Schlagzeug und vier Mikrophone! - Mehr braucht diese Band nicht. Dieses a Capella, ist im Metal ein absolutes Novum. Wer diese Band noch nicht gesehen hat, der sollte dies schleunigst nachholen. Ihre Spielzeit war leider ebenfalls nicht sehr lang. Wie immer war nach nur fünf bis sechs Songs Zapfenstreich. Zwar legten VAN CANTO in bekannter Manier mit unendlich viel Spass an der Sache los, doch der Zeitdruck machte sich eben bemerkbar. VAN CANTO sind aber dennoch stets ihr Eintrittsgeld wert!



METALFORCE
Die deutschen truen Power-Metaller sollten insbesondere den Fans von MANOWAR bestens bekannt sein. Ihr markiger Sound, die fetten Riffs und das charismatische Auftreten sind unverkennbar. Die Zugkraft der süddeutschen Volldampf-Kapelle füllte weiter die Ränge, heizte die Stimmung deftig an und zwang mich zu meinem ersten Bier des Tages. Und diese dringend benötigte Abkühlung trank ich dann natürlich auf Frontmann Tarek. METALFORCE waren wieder einmal hart, fetzig und einfach geil! In Fahrt kam ich aber auch hier wieder nicht. Und das lag - na, wer kann es sich denken - wieder an der viel zu kurzen Zeitvorgabe.





DOMAIN
1985 als "Kindom" gegründet benannte man sich nach dem Debüt in DOMAIN um. Und dabei ist es dann bis heute auch geblieben. Musikalisch haben sie sich jedoch stetig weiter entwickelt. Die vielen Personalwechsel brachten also immer wieder frischen Wind und neue Ideen in den Proberaum. Mittlerweile haben sie es auf 4 Singles und 11 Alben gebracht. Die aktuelle Scheibe "The Chronicels Of Love, Hate And Sorrow" steht zur Abholung im Plattenladen bereit. Auf dem Magic Circle Festival schüttelten sie sich dann so einige Nackenbrecher aus dem Ärmel. Und was die Helden auf der Bühne können, können die Reckinnen und Recken vor der Bühne erst recht: Party machen bis zum Wirbel-Ausrenken.



HOLYHELL
Kein Magic Circle Festival ohne uns! - Das scheinen sich HOLYHELL auf die Fahne geschrieben zu haben. Waren sie doch schon in der ersten und zweiten Runde mit dabei. Musikalisch von Anfang an auf der Höhe, wirkte Sängerin Maria anfangs noch etwas unsicher und staksig. Davon ist aber mittlerweile nichts mehr zu bemerken. Die Posen wirken nicht mehr einstudiert, sondern scheinen nun wirklich im Einklang mit ihrem Inneren zu stehen. Sie hat eine rasant positive Entwicklung an den Tag gelegt und ist als klassisch ausgebildete Sängerin spätestens jetzt auch als Stimme in einer Metal Band voll akzeptiert. Zusammen mit ihren kampferprobten Mannen rockte sie die Bühne und riss Scharen von Zuschauern mit. Und der Erfolg gibt ihnen Recht und Berechtigung beim MCF No. IV wieder mit dabei zu sein.


     20.07.2009 by Sandy
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