|
|
|
WNT 09 - 27./28 Februar 2009, Schützenhalle Oeventrop |
|
|
Bei so einem aufgeweckten Verein wollten wir natürlich auch wieder mit machen. Also mal eben 6 km mit dem Auto überbrückt und schon waren wir, Verena von Rock Pictures und ich, an der "Krach-Fabrik" aka "Schützenhalle Oeventrop", angekommen. Gerade rechtzeitig schleppte Dirk (Yonah-Records ) die laminierten Pässe rein. Dann kriegte man noch ein schickes weißes Bändchen umgeschnallt und der "Wichtigkeitsfaktor" erhöhte sich auf 100%. ;o)
Noch nicht ganz in der Halle angekommen, traf ich auf einen weiteren Bekannten aus dem letzten Jahr. "Henne" von der Video-Aufzeichnungs-Fraktion" war wieder mit einer ganzen Crew angereist. Erst schaute man sich überrascht und freudig lachend ins Gesicht, dann folgte erst die höfliche Begrüßung mit stilistisch perfekt angedeutetem Handkuss und danach kam dann die herzliche Umarmung.
Nachdem die Klamotten und die Kamera abgelegt waren, wurde sich erstmal mit einem Glas Cola eingedeckt und kurz drauf passierte wovor mich Kollege Harry (HMH) schon telefonisch "vorgewarnt" hatte: "Es könnte sein, dass dir Andi und Sana über den Weg laufen!" Und plötzlich stand der Andi tatsächlich hinter mir und begrüßte mich. Aber wer ist Andi, fragt ihr euch jetzt wohl. Andi ist das Energiebündel mit der Kamera, der auch schon im letzten Jahr auf dem WNT zugegen war. Er und Sana sind von "Schwermetall der Film". Hautnah wird in diesem Streifen die Metal-Szene dokumentiert. Hierbei kommen Bands wie Fans zu Wort. Nur noch kurze Zeit werden die Dreharbeiten andauern. Dann folgt die Post-Production bis der Streifen dann Ende 2009 in ausgewählten Kinos gezeigt werden kann.
Kurz nachdem ich auch Sana "Hallo!" gesagt hatte, läuteten dann COUNTERFEIT zur ersten Runde. Die vier Salzwedeler haben bereits mehrere Preise eingeheimst und erst kürzlich den My Space Contest knapp vor PERFECT FUNERAL WEATHER, METALETY und ARISE gewonnen. In einer kurzen Ansage eröffnete Sänger Waldemar offiziell das WNT 2009. Dima (g.), Andrej (b.) und Philipp (d.) gaben ebenfalls ihr Bestes. Leider hielt sich die Besucherzahl um 17:00 Uhr noch in Grenzen. Und so verhallte der rockige Alternative-Metal in einer noch nahezu leeren Halle.
Nach einem kurzen Chancheover stimmten ANUBIZ auf die weiteren Acts ein. Seit 2005 stehen sie bei "Nicrothal Records" unter Vertrag und ernten seither europaweit positive Kritiken für ihre Alben "17" und "Unruh". Ihr Gothic Metal lebt von den schwermütigen deutschen Texten und klingt aggressiv und melancholisch zugleich. Die characteristischen Stimmen von Gitarrist Jörg und Sängerin Katrin verleihen dem ganzen die nötige Dramatik. Wird der Zuhörer doch zwischen der klassischen Frauenstimme und dem Till-Lindemann-Gesang hin und her gerissen. Letzteres allerdings ohne das typische rollende "R".
Rollen wir weiter zu AGAMENDON. Die waren 2008 auch schon mit dabei um ihren Melodic Death Metal in die sauerländer Luft zu pusten. Wie eine Dampflokomotive pflügten sie die Halle mit brachialer Gewalt. Dabei bedienten sie sich dem "Toxic Way of Live" und dem aktuellen Album "Nuclear Rodeo" unter anderem mit dem Song "Army Of Ozzmoroth". Stahlharte Klänge und Vocals, denen nur Bunkerwände auf Dauer stand halten können. - So klingt Ruhrpott.... - Und am Ende habe ich mich dann auch wie von einem Zug überrollt gefühlt...
So durchgerüttelt war ich fast schon dankbar für das zünftige "Schunkel-Intro" von HATRED. Allerdings war das nur die Ruhe vor dem Sturm. Danach brach dann ein Thrash-Gewitter heftigster Art über uns herein. Mit einer Prise Power-Metal Elementen und einem großen Schwenk durch die Oldschool-Kiste moshten sie mit ihrem neuen Baby "Madhouse Symphonies" die Halle. International haben sie schon gespielt, in diesem Jahr werden sie sogar in der Wüste rocken - auf dem "Dubai Desert Rock Festival". - Na, da wird dem Scheich aber das Hemdchen flattern. Aber an diesem Freitag Abend hat, glaube ich, jedes alte Mütterlein im Umkreis von 5 km die Vorhänge zugezogen, eine Kerze angezündet und gebetet, dass das "Unwetter" schnell wieder vorbei zieht.
Mit THE NEW BLACK kam man dann in etwas ruhigeres Fahrwasser. Von "vor sich hin plätschern" kann aber hier keine Rede sein. Die "steife Brise" aus Metal und Rock kam sehr gut an und das Publikum klatschte begeistert im Takt mit. Ein Spaßvogel warf zu jedermanns (!) Belustigung eine Unterhose auf die Bühne. Da stand drauf: "I >>Herzchen<< TNB!" Feinstes Tuch aus weißem Feinripp und mindestens Größe 50. Damit hätte man ohne Weiteres ein zerrissenes Segel flicken können. Aber das Schlachtschiff "New Black Pearl" segelte hart am Wind und kreuzte direkt in die Herzen ihrer Fans. Ganz sicher haben sich während ihres Auftritts auch noch ein paar neue Fans anheuern lassen. (Für alle Interessierten, hier das neue Interview auf HMH.)
Mit ADORNED BROOD wurde man dann in den Sog des Pagan-Metals gezogen. "Am Grunde des Meeres" hat wohl jeder schonmal gehört: "Wir lieben die Stürme, die brausenden Wogen..." Aber im Musikunterricht hörte sich die Piraten-Hymne nicht halb so authentisch an. Wers nicht glaubt, sollte den nächsten Plattenladen entern und mit gezücktem Säbel ADORNED BROOD s neuestes Album "Noor" verlangen. Sowas muss gefeiert werden. Und so wurde mit den Trinklied "7 Tage lang" vom Album "Heldentat" musikalisch anzustoßen und dabei (leider nur in Gedanken) große Fässer Rum auf die Bühnenplanken gerollt! Diesmal ohne Flötistin Inge. Sie wird auch zukünftig wegen "glücklicher Umstände" ausfallen. So wird jetzt nach einer neuen Kumpanin oder einem neuen Kumpan an der Flöte gesucht. Ernst gemeinte Bewerbungen nimmt die Band auf ihrer Homepage entgegen.
Kurze Zeit später wurde das epische "The Crown And The Ring" von Manowar als Intro eingespielt. Was dann im Namen von NIGHT IN GALES kurz darauf hinter dem Mikro erschien, mutete wie die Ausgeburt der Hölle an. Wie der dunkle Dämon persönlich stand er da. Schwarzweiß tätowierte Flammen loderten auf seinen Unterarmen bis hoch zum Ellenbogen. Mit den pechschwarzen Haaren, die immer wieder sein Gesicht verbargen und der breiten Statur flößte er schon vom Aussehen einigen Respekt ein. Und dann brüllte der "Bullen-Nasenring-Träger" auch noch wie ein gereizter schwarzer Kampfstier. Vielleicht lag das an der "Bullenhitze" im Orkus. Die fünf Kraftpakete waren auf dem WNT kaum zu bändigen und es gab kräftig was zwischen die Hörner. Das Publikum wurde von dem erderschütternden Melodic Death Metal fast zu Tode getrampelt.
Mit dem nun auf der Setlist stehenden Namen ACCU§ER verbindet man eine sehr bewegte Bandgeschichte. Anfang der 80er in Kreuztal gegründet lösten sie sich 1997 auf. 2002 gabs dann eine Reunion mit der alten Besetzung unter dem Namen SCARTRIBE. Aber trotz des neuen Namens fragten die Fans immer wieder nach alten ACCU§er Songs. Also wurde der alte Bandname Anfang 2008 wieder reaktiviert und im Juli ein erstes Reunion-Konzert mit neuem Material gegeben. Seit dem konzentrierten sich ihre Auftritte im Raum Siegen. Aber auf dem WNT 09 bewiesen sie u. a. mit "Who dominates who" vom gleichnamigen Album, dass ihr Thrash Metal noch lange nicht zum alten Eisen gehört.
Eine Old School Legende in Sachen Swedish Death Metal stand am Freitag mit GRAVE als Headliner auf der Bühne. Wie 3+1 Leute so viel Krach machen können bewundere ich zutiefst. Nach 7 Alben und 15 Jahren Zusammenarbeit mit Century Media entschieden sich die Stockholmer Ende 2007 eine Kooperation mit Regain Records einzugehen. Kurz darauf begannen die Aufnahmen zum neuen Album. Im März 2008 wurde "Dominion VIII" dann veröffentlicht und jeder der 9 Tracks z.B. "Deathstorm", "Stained by Hate" oder "Bloodpath" sowie dem Titeltrack schlug wie eine Bombe ein. Auf dem W:O:A 08 feuerten sie ihre Granaten bereits schon ab. Hauptsächlich bedienten sich Ola, Fredrik und Ronnie beim WNT dann ebenfalls ihres aktuellen Materials und auch vom reichlichen Biervorrat ;o) Das Publikum honorierte den starken Auftritt der sympatischen Stockholmer mit großer Begeisterung und einem riesigen Applaus.
Während "Schwermetall-Andi anschließend ein Interview mit den Schweden absolvierte, standen Verena und ich dann noch im Fotograben um LONG DISTANCE CALLING abzulichten. Obwohl die Besucher kein Interview zu führen hatten, strömten sie kurz vor Spielbeginn massenweise aus der Halle. Eine denkbar schlechte Voraussetzung für einen Auftritt. Es bleibt darüber zu spekulieren ob es Unwissenheit oder Desinteresse war. Aber bei den Wenigen, die noch blieben, bedankte sich der Gitarrist Florian aufs herzlichste. Es war wohl der fehlende Gesang, der ihnen diesen letzten Platz auf der Setzlist bescherte. Trotzdem kamen die instrumentalen Stücke, bei denen auch ein Macintosh Notebook zum Einsatz kam, sehr gut bei mir persönlich an. Wem der Auftritt entgangen ist, der sollte aber mal in das bald erscheinende Album hinein hören. Es ist ab dem 24. April 2009 erhältlich.
Jetzt war es an der Zeit nach vielen Gläsern Cola etwas Warmes zu sich zu nehmen. Also genehmigten wir zwei Mädels uns noch einen heißen Kaffee bevor wir uns dann zum Auto begaben. Dabei saß die ganze Video-Crew, einschließlich "Schwermetall-Andi" am Tisch und es kreisten so einige nicht jugendfreie Witze. Ich könnte hier evtl. einige Leute in Verlegenheit bringen, in dem ich ein paar Kalauer zum Besten gäbe. Aber ich beschränke mich auf nur einen einzigen, den "Metafa-Henny"erzählte.
Der Vater sagt zu seinem Sohn: "Pass mal auf, Junge! DAS was du dir hier zuletzt geleistet hast, das geht garnicht. Ich schmeiß dich raus! - Dass du dich an deiner Schwester vergriffen hast, war echt die Härte. Dass du dich auch noch an deine Mutter ran gemacht hast, ist nicht zu entschuldigen. Aber dass du mir jetzt auch noch auf den Teppich geschissen und dann Salzstangen rein gesteckt hast und dann noch behauptest hat: "Der Igel wohnt jetzt hier!" dass schlägt dem Fass den Boden aus..."
Jetzt lag erstmal die ganze Crew fast unter dem Tisch und kriegte sich vor Lachen nicht mehr ein. Ein Brüller jagte den anderen bis man nach dem Verbraten der besten Poenten erschöpft nach Luft rang... Das war für uns dann das Signal zum Aufbruch. Immerhin mussten wir den Samstag auch noch durchstehen , zu Hause die Kamera Akkus neu laden und die Fotos auf den Rechner schaufeln. An diesem Freitag bin ICH gefahren, weil Verena noch das Erlebnis von letztem Jahr nachhing. Leser von HMH werden sich daran erinnern. Wir wurden damals mit Verena am Steuer von der Polizei angehalten. Sie bekam damals 1500 m vor unserem Ziel einen Strafzettel, weil sie ihre Brille nicht aufgesetzt hatte...
Bevor wir los konnten, mussten wir auf dem Parkplatz erstmal ein paar leere Flaschen weg räumen, die direkt vor meinem Wagen standen. Und man musste auch noch aufpassen, weil sich schon der eine oder andere Kotzklecks neben dem Auto befand. Zum Glück sind wir in Nix rein getreten, was seinen bittersüßlichen Gestank im Auto hätte verbreiten können.
|
03.03.2009 by Sandy |
2 Kommentare
|
|
| by metalqueen am 06.04.2009 - 03:44 |
Ja, klasse Bericht, Sandy! Das war wieder ein klasse Weekend! wer nicht hingeht, ist selber Schuld! Und noch was, wer noch mehr Fotos sehen möchte, siehe auf: http://www.rock-pictures.de/Festivals/Winternachtstraum%202009/wnt2009festivalframeset.htm ps: wie gut, das keiner mein Kaugummigesicht fotografiert hat  |
| by metalqueen am 06.04.2009 - 03:47 |
Wenn der link nicht funktionieren sollte, geht auf www.rock-pictures.de und auf Festivals! gruß, metalqueen |
|
|