YOUR HEAD BANGS?
Sollte doch!
Denn nach Balingen schmerzten mir zumindest nach langer Zeit mal wieder die Nackenhaare.
Nicht etwa vom langen Liegen im muffigen Aldi-Zelt, sondern aufgrund von „Haarspaltern“ im positiven Sinne... die Bands des BYH 2003.
Ich kam donnerstags an und staunte nicht schlecht,
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was da um die Mittagszeit schon los war! Die „vorderen“
Campingplätze waren schon so gut wie voll und deswegen fuhren wir in Richtung „Metzgerei Schwanz“ (yep, die gibt es!!!) auf die hinteren Stationen. Dort war noch nicht allzu viel los, aber auch das war nur eine Frage von Stunden!
Das „einchecken“ war kein Problem, wenn auch am Anfang das Anbringen der lieben Bändchen noch eine Gewohnheitssache für das Personal war.
Zelt aufgestellt und erst mal looken, was so alles nebenher läuft. Siehe da, alle möglichen Sprachen und Typen vertreten... ein toller Nebeneffekt eines solchen Festivals. Bayern, Österreicher, Afrikaner, Franzosen und Chinesen, ja sogar die Sachsen waren vertreten!
Sofort fiel mir ins Auge, das es dieses Jahr was zum duschen gab und die Dixies anders angebracht waren! Ja, mir waren es für den ersten Augenschein sogar zu wenig, denn im letzten Jahr sah ich mehr davon und graute bei der Vorstellung, das ja dieses Jahr ein Haufen mehr an Fans kommen sollte.
Aber das ergrauen wurde blond, als ich sah, das die Dixie-Inhalte des öfteren geleert wurden! Wie schön und angenehm auch für die Frauen, die z.B. im W.O.A. 02 nicht so versorgt wurden.
Das Partyzelt stand an gewohnter Stelle und spätestens dort wurde mir klar, das dieses Jahr die Crew des Events mehr als je zu tun bekam... es waren jetzt schon mehr Massen unterwegs als je zuvor.
Freitagmorgens 9.00 und die Tore sind verschlossen? DESTRUCTOR wollte oder musste wohl wie die Fans noch eine Weile warten. Wie sich später rausstellte, wurde aber deswegen der Zeitplan für die übrigen Bands eingehalten.
Super Stimmung, obwohl auch dieses Jahr die Bands & die Fans nicht unterschiedlicher in Alter, Interesse und Härte hätten sein können. Gerade deswegen ist für viele DESTRUCTOR, BITCH und ROB ROCK gerade mal der Anfang der Unterschiede und die ließen es qualmen (vom Hören-Sagen, ich sah sie nicht!). Einer meiner Nachbar-Zeltler ließ später verkünden, das AXXIS, AMON AMARTH und T.N.T. genauso geil waren, wie er sich das vorgestellt hat. „Wie früher... unglaublich“ meinte er nur, während ich mich nun zu...
ANNIHILATOR hingezogen füllte. Mr. Waters & Mannen spielten erfreut die Highlights früher Tage und zeigte uns, wo Alice wohnt. Leider war der Sound nicht immer ganz so erträglich und manchmal sogar matschig. So wie es aussah, waren darüber aber nur wenige enttäuscht und verdeckten dennoch den Boden mit ihrer Mähne.
DOKKEN kam, sah und schwitze erst mal die ersten paar Klänge, denn da stimmte nicht alles! Ab Song Nummer 2 aber war alles im Lot und obwohl ich nicht gedacht hätte, das eine so „harmlose“ Band ein mehrhaft „hartes“ Publikum begeistern kann, rockten die Jungs die Fans noch in der hintersten Reihe.
Und selbst die Chor-Einstimmungen ließen nicht auf sich warten und wurden prompt geliefert.
SODOM wechselte die Fans ein wenig aus und präsentierte den Bodys unter ihnen einen Knaller nach dem anderen. Leider fehlte mir wie so oft das Uraltmaterial und die rauhe Meinung zu Politik und anderem von Onkel Tom zwischen den Songs. Aber dazu ist wohl auch die Zeit zu wenig oder aber die Mehrheit der Fans verzichtet gerne auf so was.
HAMMERFALL ließ ich aus. Hörte dazu seitens meiner Mitfahrer aber auch sehr unterschiedliche Meinungen. Lag es am „True“?
DIO, der Mann, der den Metal-Gruß mehr als jeder andere geprägt hat schaute nun für knapp 2 Stunden (ohne Verlängerung!!!) der Meute auf dem Gelände entgegen. Während wir noch diskutieren, wie der Gruß in verschiedenen Ländern Bedeutung findet, fällt mir auf, das ich wohl verpasst habe, mir die anderen Mannen genau einzuprägen... ich kannte keinen von DIOs Gefolge.
Sämtliche Songs im Tempo wie auf den alten Vinyls gehalten, schmetterten die Jungs die Klassiker von RAINBOW, SABBATH und DIO um die Ohren, wobei mir der rechte Gittarist nicht immer den sichersten Eindruck machte und mir der „ooooooooohooooooooooh“-gröhlende DIO schon fast auf die Nerven ging. Alles in allem jedoch ein gelungener Headliner, auch wenn wir da noch nicht wussten, das am Tag darauf ein anderer „alter Sack“ die Teerschichten noch mehr beben lassen sollte.
Samstags schläft man länger? Aber auch nur dann, wenn man nichts besseres vor hat. Kurz die eiskalte Dusche angesteuert, Schlange gesehen, stinkend aufs Festival geschlabbert und...
HIRAX begutachten! Zugegeben, nicht ganz mein Fall! Die Jungs hauten die Songs auf die Bretter und ließen mitunter einen quälenden Sound auflauten (oder sollte da so sein? Man kläre mich auf!).
Den Sänger wünschte ich mir öfters herbei, jedoch irgendwie in eine andere Band! Kurz darauf...
ANGELWITCH! Ich prägte mir hier lediglich „your an Angelwitch...“ ein und fragte einen der Fans, ob er denn zufrieden sei: „Klar... Pflicht und gut“! Nun denn, so soll es sein.
BRAINSTORM musste weichen, denn die Dusche rief endgültig! Ich bekam nur mit, dass das Gelände voller wurde und entsprechend mehr los war vor der Bühne.
PINK CREAM 69 & HYPOCRISY sagten an, nur ich war nicht da!
Y&T waren wie ich zur Stelle und brachten ihr alten Tage so sehr rüber, das selbst DEE SNIDER im normalen Outfit nicht Halt machte und mal kurz mittrillerte! „Astrein“ las ich später in Forum des Netzes und „die Abwechslung der Songs konnte nicht besser sein“. So auch bei...
OVERKILL, die man mittlerweile ja zusammenschreibt?! Wow, was für ein „ComA-BacK“! Nicht im herkömmlichen Sinn, sondern einfach deswegen, weil da oben einer stand, den mancher schon 2 mal aufgeben wollte. Krebs und Blutgerinnsel im Hirn konnten Fronter BLITZ nicht abhalten mit einem Jahr Verspätung in Balingen zu brüllen. Ein Nackenbrecher nach dem anderen und die Jungs hatten Spaß.
BOBBY selber kam mir vor, als würde er jeden Tag genießen und schaute sich wohl jeden Fan einzeln an, denn der Kopf kreiste nach jedem banging die ganze Gemeinde ab. Er begrüßte ein paar Gesellen persönlich und zeigte am Ende als Einziger ein Stagediving, das ihm erst recht das Grinsen rauszog!
Und schon wieder war Mr. SNIDER anwesend...! Diesmal zwar nicht als zusätzlicher Shouter, aber zumindest als großer Bewunderer (wenn ich den Gesichtsausdruck richtig deute!) von BLITZ, dem er nebenher Beifall spendierte. Beifall bekam auch...
U.D.O., schon wieder so ein alter Haudegen! Nichtsdestotrotz pustete der seine letzten Zwerchfell-Läpchen durch die Gegend. Nicht immer den Ton, den wir gewohnt sind, aber doch durchgehend dominant und hingebungsvoll. Selbst die ganz kleinen Metal-heads auf den Schultern des Papas schauten sich vor Begeisterung die Gesten der anderen Fans ab und grölten laut „Metal Heart“ und „Balls to the Wall“ mit. Auch hier wollten die Chöre nicht enden und mussten doch...
THIN LIZZY weichen! Ein megakräftiges „Yes“ kam mir über die Lippen, denn ich wusste nicht, das SYKES so gut an die Stimme von PHIL rankommt, da ich von den BLUE MURDER-Alben anderes gewohnt bin. Hammer, das diese Jungs einen Tag vorher auf einem anderen Festival gerade mal eine Nebenkapelle waren. Dort (so hörte ich) wie auch hier in Balingen präsentierten die Mannen erstklassige Hits der LYNOTT-Zeiten. Selbst die Fan-Chöre „Still in love with you“ ließen uns alle wiederentdecken, was für tolles Material da vorhanden war. Ein Metaller neben mir sprach sogar von „nie gehört... morgen kaufen, leihen oder ziehen!... Super!“. Na also... dann wurde es auch schon Zeit für...
TWISTED SISTER. Vorweg: ich war nie großer Fan der Geschwister und ich wollte eigentlich nur ein paar Fotos schießen und mir weiter vorne einen Eindruck verschaffen (Danke von hier an den Arsch, der es schaffte, mindestens 20 Leuten den Rücken zu brechen und ein Mädel total mit Bier zu überhäufen, nur um in die erste Reihe zu kommen!). Nach seltsamer (gewollter?) Verzögerung und einer AC/DC-Einlage aus den Boxen waren die Verrückten in der Stadt. DEE wie in alten Zeiten und in der absoluten Re-Union. Außerdem das einzige Konzert der Jungs in Deutschland.
Sie brachten den Wahnsinn! Ich kann mich nicht erinnern, auf dem Gelände so viel Gedränge erlebt zu haben, nicht mal letztes Jahr bei SLAYER. Die Horden tobten regelrecht und ich verzog mich wieder nach hinten zum Turm. Selbst da war es so voll, wenn auch weniger Gewürge.
Sapperlottchen, war das ein Spektakel! TWISTED „motherfuckin’“ SISTER schafften den Höhepunkt ohne Probleme und DEE rannte das Gelände über 2 Stunden auf und ab. Die Songs, die ich kannte waren hammerhart gespielt und selbst der Rest prägte sich ein, als wären sie schon immer in meinem Kopf.
Ich verließ das Gelände vorzeitig, hatte aber keine Probleme, bis zum Zelt (hatte ich die Nähe der Metzgerei Schwanz schon erwähnt?) alles Songs mitzubekommen. Hatte das Mischpult aufgedreht oder war der Wind so günstig? Ich rockte selbst am Zelt noch, weil Mr. SNIDERs Stimme mir folgte.
Sie überzogen verdientermaßen in Glanz des Feuerwerks und das BYH hatte seinen Rekord erreicht.
Schön, sehr schön! Der dritte Sturm des Festivals blieb aus und der Rest war klar:
see you next year in Balingen 2004 genauso friedlich und laut wie dieses Jahr!!!
Horrace alias Totte (MIND-CRIME@gmx.de)